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Vereins- Angelegenheiten 1890. I.

Seit der Veröffentlichung im 2. Heft des Jahrgangs 1889 im März d, J. sind dem Vereine beigetreten:

a) als Berliner Mitglieder die Herren: Dr. med. H. Gloxiu, prakt. Arzt, Stabsarzt a. D., S.O. 26, Reichen-

bergerstr. 176. Albert Kricheldorff, Naturalienhändler, S. 42, Oranienstr. 135.

(Ins. omn.) W. H. Kühl, Buchhändler, W. 8, Jägerstr. 73. Friedrich Thurau, Lithograph, 0. 27, Grüner Weg 121. (Lep.) Hans Wadzeck, Kaufmann, N.W. 21, Pritzwalkerstr. 14. (Lep.) Benno Wandollek, stud. rer. nat., N.W. 21, Lübeckerstr. 37. (Col.)

b) als auswärtige Mitglieder die Herren: Freiherr Victor von Bönninghausen, Rio de Janeiro, p. o. box

No. 775. (Lep.) Alfred Göttl, Magist. Pharmaceut, Baden bei Wien, Haupt-Platz

12-13. (Col. Buprest.) Antonio Augusto de Carvalho -Monteiro, Lissabon, Rua do

Alegrim 72. Theodor Seebold, Bilbao (Ins. omn., Lep.) Carl Verhoeff, stud. rer. nat., Poppeisdorf bei Bonn.

Durch den Tod verlor der Verein

die Berliner Mitglieder Herren:

T'aul Habelmann, Kupferstecher und Mitglied der Akademie der

Künste (seit 1886 Ehrenmitglied), und Adolf Kricheldorff, Naturalienhändler;

ferner auswärtige Mitglieder die Herren: Lucien Buquet, Buchhändler in Paris,

Dr. A. Grzegorzek, Probst in Bochnia, Galizien (Oesterreich), und Abbe de Marseul in Paris.

Ihren Wohnsitz resp. ihre Wohnung veränderten in Berlin die Herren: Ch. Fincke, Maschinenbauer, N.W. 40, Scharnhorststr. 39. Freiherr Eberhard v. Oertzen, Lieut. d. Res. im Hessischen Dra-

goner-Regt. No. 24, Tegel bei Berlin, Schlossstr. 24. Hermann Stadelmann, stud. rer. nat., W. 64, Behrenstr. 22. Dr. phil. E. Stöckenius, Realschullehrer, Charlottenburg, Krumme-

str. 86, L M. Willenberg, Hauptsteueramts- Assistent, N.W. 21, Waldstr. 7,

Ausserhalb die Herren: Dr. Hans Bercio, Referendar, Insterburg. Dr. Johann Gundlach, Habana, 109 Calle de Virdudes.

II Vereins- An ff eleoenh eilen 1.

Eduard Hering, Major a. D., Stettin, Parade-Platz 37.

Max Kulilmeyer. cand. jur., Grüuberg i. Sclil , Bahnhofstr. 30.

Landrath von Metzen, Düsseldorf, Tonliallcnstr. G.

Paul Möwis, Naturalist, Darjeeling, Ost-Indien, 1 Victoria-Terrace.

Dr. med. Aureliano Oyarzun, Bonn a. Rhein, Holienzollern-Platz 27.

August Schnitze, Oberst a. D., Detmold.

Schriften-Austausch wurde vereinbart mit: American Naturalist Agricultural Experiment Station,

Cülumbus, Ohio, U. S. A., und The Entomologist (Richard South), London N.W., 12 Abbey Gardens St. John's Wood.

Unser Ehrenmitglied Herr Dr. Job. Gundlach in Habana feierte am 17. Juli seinen achtzigsten Geburtstag, zu welchem der Vorstand dem hochverdienten und unermüdlichen Forscher ein Glück- wunschschreiben in Form einer Adresse übersandte.

Ende April hat Herr Fruhstorfer seine neue Reise nach Java und den benachbarten Inseln angetreten ; seine vorläufige Adresse ist: Kaiserlich deutsches Konsulat in Soerabaya, Java.

Herr Wahnes, der für unser Mitglied Herrn Landgerichtsrath a. D. Wolf von Schönberg in Naumburg a. S. seit einigen Jahren in S.W.-Borneo erfolgreich sammelt, gedenkt im September seine Thätigkeit nach Neu-Guinea zu verlegen.

Statutengemäss ist der Vereinsbeitrag stets zu Anfang des Jahres im Voraus einzusenden. Dessenungeachtet sind bisher noch viele Mitglieder mit den Zahlungen der Beiträge im Rückstande geblieben, obwohl ihnen die Hefte der Zeitschrift regelmässig nach der Heraus- gabe derselben per Kreuzbandsendung zugeschickt worden sind. Um derartige rückständige Forderungen des Vereins, welche den Geschäftsgang nicht unwesentlich erschweren, für die Folge gänzlich zu vermeiden, wenigstens nach Möglichkeit zu verringern, so sollen, wenn die Einzahlung des Beitrages für das laufende Jahr nicht bald nach der Herausgabe des ersten Heftes erfolgt, die Beiträge, zuzüglich 50 Pfennige für Porto und ohne vor- herige Anzeige in Zukunft durch Postauftrag eingezogen werden.

Der Unterzeichnete beehrt sich für die Glückwünsche, die ihm anlässlich seiner silbernen Hochzeit von dem Vereine und entomo- logischen Freunden telegraphisch und brieflich zugegangen sind, auch noch auf diesem Wege den herzlichsten Dank auszusprechen. Berlin, Ende August 1890.

Eduard G. Honrath, Vorsitzender.

Vereins- Angelegenheiten 1 890. IL

Seit der Herausgabe des 1. Heftes l!S90 (Ende August) wurden in den Verein aufgenommen:

a) als Berliner Mitglied Herr: Oskar Raif, Professor, W. 57, Bülowstr. 107. (Lep.)

b) als auswärtige Mitglieder die Herren:

Dr. med. M. Fürbringer, Professor und Direktor des anatomischen

Instituts der Universität Jena. Heymons, Major a. D. zu Hanau. (Lep.) Udo Lehmann zu Neudamm. (Lep.~) Camillo Schaufuss, Direktor des Museum Ludwig Salvator,

Meissen, Sachsen. Arthur Wen zl äff, Kaufmann zu Düren. (Lep.)

c) als Abonnent auf die Zeitschrift: die königliche LTniversitäts-Bibliothek Greifswald.

Durch den Tod verlor der Verein die Berliner Mitglieder Herren: Carl Fromholz, Buchdrucker, C. E. Louis Mayer, Geh. Sanitätsrath i) und

das auswärtige Mitglied Herr: Max Saalmüller, Oberstlieutenant a. D, zu Bockenheim bei Frankfurt a. M.

Seinen Austritt erklärte Herr: S chilier -Tietz, Bürgerschullehrer in Berlin.

i) Noch kurz vor Schluss der Redaktion.

IV Vereins- Angelegenheiten II.

Iliron Wolinsitz resp. ihre Wohnung veränderten

in Berlin die Herren:

F. Drake, Dr. med. prakt. Arzt, Friedenau b. Berlin, Wielandstr. 16.

Ferdinand Karsch, Dr. phil., Kustos am königl. Museum für

Naturkunde, N.W. 5, Birkenstr. 75 II.

Robert Nietschmann, Kaufmann, C. li>. Neue Grünstr. l.'!. Herrmann Stadelmann, stud. rer, nat., 0. 27, Alexanderstr. 14a.

Ausserhalb die Herren: C. O. Bartels, Referendar, Neu-Ruppin. von Motzen, Landesrath, Coblenz, Casinostr. 14. L. Martin, Hofrath Dr. med., gegenwärtig Mabar Estate, Deli, Sumatra.

Von unserm Mitgliede Herrn Gregory Grum-Grshimailo ist jüngst die Bearbeitung der von ihm in Centralasien gesammelten Lepidopteren erschienen; dieselbe bildet den ganzen IV. Band von Romanoff's „Memoires sur les lepidopteres" in deren gewohnter vorzüglicher Ausstattung, hat 575 Seiten Text und 21 kolorirte Tafeln. Die Aufstellungen und Ausführungen des Verfassers geben unzweifelhaft Veranlassung zu lebhaften Entgegnungen. Unser nächstes Heft wird ein ausführlicheres Referat bringen.

Schilde's „Schach dem Darwinismus" (Bd. XXXIV unserer Zeitschrift) ist als eine Zugabe, die wir unsern Mitgliedern gratis bieten, zu betrachten, worauf mit Rücksicht auf mehrfach missver- ständliche Auffassung auswärtiger Mitglieder nochmals aufmerksam gemacht sei. Die Mehrausgaben für diesen Extraband legten uns eine gewisse Beschränkung für den vorliegenden Band auf, so dass u. A. auch die diesjährigen Sitzungsberichte erst im nächsten Hefte er- scheinen werden.

Die Vereinsabende erfreuten sich durchweg reger Betheiligung.

Berlin, F]nde Decbr. 1890.

Eduard G. Honrath, Vorsitzender.

Mitqlieder - Verseichniss.

Mitglieder-Verzeichniss December 1890').

Vorstand ^).

Vorsitzender Herr Ed. G. Honrath.

Stellvertreter - Prof. Dr. W. Dönitz.

Schriftführer - E. Brzozowski.

Rechnungsführer - Bernhard Hache.

Bibliothekar - Dr. F. Kar seh.

Beisitzer - Dr. E. Hahn.

....... - M, Willenberg.

Redaktion s- Kommission.

Herr Ed. G. Honrath.

- Dr. F. Kars eh.

- Geh. Sanitätsrath Dr. C. E. Louis Mayer.

Ehren-Mitglieder. 1864. Seine Hoheit der Herzog Er n st II. von Sachsen-Coburg-

Gotha in Gotha. 1886. Seine Kaiserl. Hoheit der Grossfürst Nicol ai -Michai 1 o-

witsch von Russland in St. Petersburg. (Lep.)

(Mitglied seit 1884.) 1876. Herr Brauer, F., Professor Dr., Wien. (Mitglied

seit 1858.)

i) Die geehrten Herren Mitglieder werden ersucht, etwaige Unge- uauigkeiten dieses Verzeichnisses freundlichst richtig stellen zu wollen, damit diese Berichtigungen im nächsten Hefte der Zeitschrift nachge- tragen werden können. Besonders sind genaue Angaben der Adressen, etwaige Wohnungsveränderungen, sowie auch Mittheilungen darüber er- wünscht, mit welchen Insekten - Ordnungen die betr. Herren sich vor- zugsweise beschäftigen. B. Hache.

W. 64. Charlottenstr. 37-38.

2) Gewählt am 13. Januar 1890,

VI Mitglieder- Verzeichniss.

1890. Herr D o h r n , Carl August, Direktor, Dr. phil., Stettin, 1890. - Gull dl ach, Johann, Dr., Habaiia, 109 Calle

de Virdudes. (Correspondireiides Mitglied seit

1886). 1869. - Hagen , H., Professor Dr., Cambridge, Mass., U. S. A.

1887. - Quedeufeldt, G., General - Major z. D., Berlin <

W.Ö2. Nürnberger Strasse 46. (Col.) (Mit- glied seit 1866.) 1890. - de Selys Longchamps, M. E., Baron, Lüttich.

1869. - Staudinger, 0,, Dr. phil ,' Dresden -Blasewitz.

(Lep.) (Mitglied seit 1859.) 1884. - von Türckheini -Altdorf, H., Freiherr, Gross- herzogl. Badenscher Gesandter a. D., Schi. Mahl- berg b. Kippenheim, Baden. (Mitglied seit 1864.)

1870. - Westwood, Professor Dr., John, Oxford. (Mit-

glied seit 1858.)

Berliner Mitglieder.

1888. Herr Backhaus, E., Lehrer, N 58, Franseckistr. 21.

(Col.)

1889. - Bau, Alexander, Naturalien-Händler und Pyro-

techniker, S. 59, Hermannplatz 3. (Col. Lep.) 1887. - Benecke, Albert, Dr. phil., Dir. des Sophien- Eeal-Gymn. C. 22. Weinmeisterstr. 15. (Lep.)

1890. - Böttcher, August, Physiker und Naturalien-

händler, N. o7, Metzerstr. 6. (Ins. omn.) 1890. - Böttcher, Ernst, Kaufmann, N. ;]7. Metzerst. 6. (Ins. omn.)

1884. - Bracht, Eugen, Landschafts - Maler , Prof. a, d.

Königl. Akademie d. Künste, W. 62. Kurfürsten- damin 114. (Lep.)

1885. - Brzozowski, Eugen, Kgl. Trigonometer, W. 57.

Culmstrasse 9. (Col.) 1890 - Conrad, Max, Fabrikbesitzer und Premier- Lieutenant der Artillerie a. D., N. 24. Johannis- strasse 10. (Lep.)

1871. - Dittmar, J., Lehrer, S.W. 48. Puttkamerstr. 20.

(Lep.)

Mitglieder - Verzeichniss. VII

1887. Herr Dönitz, W., Dr. med., Prof., prakt. Arzt, N.W. 21.

Ratlienowerstr. 83. (Col., Lep.) 1882. - Donath, Leopold, Graveur, C. 19. Friedrichs- gracht 36. (Lep.)

1885. - Drake, F., Dr. med., prakt. Arzt, Friedenau bei

Berlin, Wielandstr. 16. (Col.)

1882. - Dueberg, Helmuth, Ingenieur, N. 4. Kessel- strasse 7. (Lep.)

188 1. - Esselbach, Max, Kaufmann, S.W. 29. Gneisenau- strasse 6. (Lep.)

1881. - Fincke, Gh., Maschinenbauer, N.W. 40. Scharn-

horststrasse 39. (Lep.) 1872. - Fischer, E., Dr. phil., Prof., Oberlehrer, N.W. 6. Luisenstrasse 51. (Col.)

1886. - Fruhstorfer, H., N. 4. Gartenstr. 27, z. Z. Soe-

rabaia, Java. (Col., Lep.)

1867. - G leissner,H., Rektor, W.Kurfürstenstr. 160. (Lep.)

1890. - Gloxin, H., Dr. med., prakt. Arzt, Stabsarzt a. D., S.O. 26, Reichenbergerstr. 176. (Col.)

1890. - Gör lieh, August, Candidat der Naturwissen- schaften, C. 22. Sophienstr. 23. (Col.)

1869. - Hache, Bernhard, Kaufmann, W. 64. Char- lottenstr. 37-38. (Lep.)

1888. - Hahn, E., Dr. phil., W. 57. Steinraetzstr. 32. (Ins.

omn.)

1882. - Henniger, C. Anton, Dr. phil, Realschullehrer,

Charlottenburg Leibnizstr. L5a. (Col.)

1882. - Holtz, Martin, Drogist, S. 59. Boeckhstr. 2.

(Lep.) 1878. - Honrath, Eduard G. , Königl. Hofkunsthändler

Sr. Maj. des Kaisers und Königs, W. 64. Unter

den Linden 2 und W. 62. Keithstr. 10. (Lep.

europ., exot.) 1885. - Junack, Otto, cand. prob., C. 22. Alte Schön-

hauserstr. 41. (Col.)

1883. - K a r s c h , Ferdinand, Dr. phil, Kustos am Kgl

Museum für Naturkunde, N.W. 5, Birkenstr. 75. II. (Ins. omn..)

VIII Mitglieder - Verzeichniss.

1882. ITerrKeitel, G., Naturalien - Händler, C. 2, Nicolai- Kirchhof 9. (Ins. omn.l

1890. - Kricheldorff, Albert, Naturalien - Händler, S. 42, Oranienstr. 135. (Ins. omn.)

1890. - Kühl, W. H., Buchhändler, W. 8, Jägerstr. 73.

1880. - Lemke, Hugo, Juwelier und Goldarbeiter, N. 24,

Auguststr. 93. (Lep.) 1887. - von Maltzan, H., Freiherr, N.W. 21, Iländel-

strasse 14. (Col, Lep.) 1876. - Martini, Ing., Hauptmann, Adj. d. 1. Pionier-

Inspect, W. 57, Göbenstr. 18. (Col.)

1881. - Mayer, C E. Louis, Dr. med., Geh. Sanitäts-

Rath, Privatdocent a. d. Universität, S.W. 12, Schützenstrasse 73—74. (Lep.)

1881. - Minck, Max, Kaufmann, N. 39, Boyenstr. 11.

(Lep.)

1887. - Möbius, K., Dr. Prof., Direktor der zool. Samm-

lungen des Königl. Museums für Naturkunde, N.W. 40, Alexander-Ufer 2. 1876. - Moritz, Bernhard, Reg. -Sekretär, N. 58, Wör- therstr. 7. (Col.)

1888. - Moser, Julius, Lieut. i. Schles. Pionier-Bat.

Nr. 6, Schöneberg bei Berlin, Kaserne des Eisenbahn-Regiments, Colonnenstr.

1885. - Müller, August, Dr. phil, Inh. d. Linnaea,

N.W. 6, Luisenplatz 6. (Ins. omn )

1882. - Neubauer, Carl, Buchdruckereibesitzer, C. 2,

Neue Friedrichstr. 47. (Lep.)

1880. - N i et seh mann, Robert, Kaufmann, C. 19, Neue

Grünstr. 13. (Lep., cxot. Lep.)

1886. - von Oertzcn, Eberhard, Freiherr, Lieut. der

LandNvehr-Kavallerie, Tegel bei Berlin, Schloss- strasse 24. (Col.)

1881. - Qu edenfei dt, Max, Premier-Lieutenant a. D.,

W. 62, Nürnbergerstr. 46. (Col.) 1890. - Raif, Oscar, Professor an der Königl. Hoch- schule für Musik, W. 57, Bülowstr. 107.

1882. - Reineck, R., Karthograph b. d. Königl. Landes-

Aufnahme, N. 58, Wörtherstr. 57. (Lep.)

Mitglieder - Verzeichniss. IX

1885. Herr Reiss, Hermann, Biichbindernistr., S.W. 48,

Wilhelmstr. 119—120. (Lep.) 1885. - Reiss, Hugo, Vergolder, C. 22, Dragoners tr. 35.

(Lep.) 1872. - Richter, P., Dr. med., Direktor der Privat-Heil-

Anstalt, Pankow, Breitestr. 18. (Col.) 1885. - Roh de, Ricardo, Reisender der Neu-Guinca- Kompagnie, z, Z. im Bismarck-Archipel. (Ins. omn.) 1876. - Rüdorf f. F., Dr. phil, Prof. am Polytechnikum,

Charlottenburg, Marchstr. 7. (Lep.) 1884. - Schaeffer, W., exped. Sekretär und Kalkulator im Reichs-Patent-Amt, Gr. Lichterfelde, Bahn- hofstr. 24. (Col.) Schilsky, J., Lehrer, N. 58, Schönhauser Allee

29. (Col.) Schmedes, Georg, Königl. Eisenbahn- Bau- u.

Betriebs-Insp., N. 58, Wörtherstr. 4. (Lep) Schmidt, Emil, Dr. phil., Ober-Realschullehrer,

W.57, Zietenstr. 21. (Ins. omn.)

Schröder, G., Techn. Inspektor bei der Königl.

Landes-Vermessung, W. 35, Lützowstr.94. (Lep.)

Schumann, Paul, Direktor des Aldrovandeum,

Xaturhistor. Institut, N. 20, Hochstr. 30 a. (Col.)

Stadelmann, Herm., stud. rer. nat., 0.27.

Alexanderstr. 1 1 a. (Col.) S t e m p e 1 1 , W a 1 1 e r , Buchhändler, C. 19, Scharren- strasse 11. (Orth. et Neuropt.) Stöcken ins, E., Dr. phil., Realschullehrer, Char- lottenburg, Krummestr. 86 L. (Ins. omn.) Streckfuss, Adolf, Stadtrath a. D., N. 58,

Weissenburgerstr. 28. (Lep.) Tetens, H., Cand. zoolog., N.W. 21, Lübecker- strasse 19. (Lep.) Thiele, H, Xylograph, W. 35, Steglitzerstr. 7.

(Lep.) Thieme, 0., Dr. phil., Oberlehrer, N. 37, Weissen- burgerstr. 70. (Col. Lep.)

X Mitglieder - Verzeichniss.

1890. Herr Thur au, Friedrich, Lithograph, 0.27, Grüner Weg 121. (Lep.)

1888. - Völkel, Julius, emerit. Lehrer, C. 22, Linien-

strasse 8H-85. (Col.) 1890. - Wadzeck, Hans, Kaufmann, N.W. 21, Pritz-

walkerstr. 14. (Lep.) 1880. - Wähle, W., Maler, W. 30, Lützowstr. 81. (Lep.) 1890. - Wandolleck, Benno, stud. rer. nat., N.W. 21,

Lübeckerstr. 37. (Col.)

1889. - Wichgraf, Fritz, Portrait- und Genre-Maler,

S.W. 47, Hagelsbergerstr. 10. (Lep.)

1876. - Wiedmer, R., Kaufmann, W. 35, Potsdamer- strasse 105. (Lep.)

1889. - Willenberg, Max, Haupt-Steueramts- Assistent, N.W. 21, Waldstr. 7. (Lep.)

1883. - Wolfrum, Otto, cand. phil., N.W. 21, Gerhard- strasse 2 H. (Col.)

1863. - Woltemade, 0., Glasermstr., C. 22, Gipsstr. 9. (Lep.)

1887. - Ziegler, F., Kammergerichts-Rath, S.W. 11, Kö- niggrätzerstr. 1»1. (Lep.)

Auswärtige Mitglieder.

1857. Se. Durchlaucht der Herzog Victor von Ratibor zu Räuden und Corvey.

1879. Herr Alt um, Bernard, Dr. phil., Prof. an der Forst- Akademie Eberswalde. (Ins. omn.)

1889. - Ballabene, Raimund, Direktor der Meganit- Fabrik, Zurndorf bei Zurany in Ungarn.

1889. - Bartels, C. 0., Referendar, Neu-Ruppin. (Col.)

1860. - Bates, H. W., Royal Geographica! Society, Lon- don, 1 Savile Row, Bourlington Gardens W. (Col.)

1883. - von Baumgarten, Friedrich, Exzellenz, Bank- Präsident a. D., Riga, Schlossstr.

1857. - B a u d i d i S e 1 v e , F 1 a m i n i o , Cavaliere, Turin, Via Bavetti 18. (Col.)

Mitglieder - V er zeich niss. XI

1883. Herr Becker, Th., Stadtbauratli, Liogiiitz, Dismarck-

strasse 5 (Hymeiiopt. Dipt.) 1889. - Bercio, Hans, Dr. jiir., Referendar, Insterburg.

(Col.) 1 872. - B e r g , C a r 1 ü s , Dr. phil., Professor, Bnenos-Ayres. 1883. - Bergroth, E., Dr. med., Forssa, Finnland. (Heni.) 1860. - Bcnthin, H., Dr. phil., Hamburg, St. Georg, Steindamm 29. (Col.)

von Bock, Hans, Freiherr, See-Lieutenant im 2. See-Bataillon, Wilhelmshaven. (Col. Lep.)

von B ö n n i n g h a u s e n , Victor, Freiherr, Rio Ja- neiro, P. 0. box No. 775. (Col, Lep.)

Borne m a n n , Gustav, Gross-Kaufmann, Magde- burg, Grosse Junkerstr. 1. (Lep. europ. u. exot.)

von Bossäny, Josef, Pfarrer, Nyitra Noväk, Un- garn. (Lep.)

Brandes, Eduard, Kaufmann, Quedlinburg a. H. (Lep.)

Brenske, E. , Rentier, Potsdam, Kapellenberg- strasse 9. (Col.)

B r u s i n a , S p i r i d i o n , Direktor des National- Museums, Zagreb (Agram.)

Buddeberg, Dr. phil., Direktor der Realschule, Nassau a. Lahn. (Col.)

Burmeister, H., Dr. phil., Prof., Buenos-Ayres.

Christoph, H., St. Petersburg, Gr. Stallhofstr., Finnisches Kirchenhaus, Quartier 5*3. (Lep.)

Costa, Achille, Prof., Direktor des Zool. Mu- seums, Neapel, ViaOronzie Costa 5. (Entom.gen.)

Dehio, Woldemar, Pharmaceut, Reval, Estland, Apotheke am grossen Markt.

Dieckmann jun., H. W., Kaufmann, Hamburg, Ferdinandstr. 40. (Lep.)

- Dognin, P., Paris, Auteuil. Villa de la reunion, Rue du pont de jour.

- Dostal, Leopold, Zucker-Fabrik-ßes., Podie- brad, Böhmen

Elvves, H. J., Preston-House Cirencester, England. (Lep. europ. und exot.)

XII Mitglieder - Verzeichniss.

1858. HciT Fairmaire, Leon, Paris, Ruc du Dragon 21. (Col. Hym. Hern.)

1889. - von Felder, C, Freiherr, Exzellenz, Wien, Schot- tengasse.

1886. - Fels che, Carl, Privatier, Reudnitz - Leipzig,

Chausseestr. 2. L (Col.) 1882. - Ferber, A. W., Commerzienrath, Gera. (Lep.)

1889. - Fixen, C, Dr. med., pract. Arzt, St. Petersburg,

Galernaja 12. 1873. - von Frivaldszky, Johann, Königl. Rath, dirigir. Kustos a. Nat.-Museum, Budapest.(Col.,Ins.omn.)

1890. - Fürbringer, M. , Dr. med., Professor, Direktor

des anatomischen Instituts der Universität Jena.

1889. - Glama, A. T., St. Petersburg, Kossoi-Pereulok 9,

Quart. 3. (Col. Lep.) 1888. - G od man, Dr., London, Chandos St. S. W. Ca- vendish Sq. (Lep.)

1890. - Göttl, Alfred, Magist. Pharmaceut, Baden bei

Wien, Haupt-Platz 12—13. (Col. Buprest.)

1888. - Gräser, Louis, Hamburg, Ferdinandstr. 46. (Lep.) 1858. - Grenier, Dr., Paris, Rue de Vaugirard 55 und

Bagneres de Bigorre. Haut Pyr. (Col. gall.)

1889. - Grossmann, F. G., Fabrikbes., Moskau, Lefortowo,

3. Quart. Haus Grossmann. (Lep.)

1887. - -Grum Grshimailo, Grigory, Mag. zool., St.

Petersburg, Wassili Ostrow, 10. Linie Qu. 9. (Lep.) 1866. - Haglund, C. J. E., Dr., Norrköping. 1884. - Haneid, W., Feuerwerks-Premier- Lieut. im Schles.

Fuss-Artillerie-Reg. No. 6, Neisse. (Lep.) 1866. - Hartmann, Oekonom,Unterach,Oesterr. (Col. Dipt.)

1888. - von Hemilian, G., Exzellenz, Dr , Wirkl. Staats-

Rath, St. Petersburg, Moika No. 75 (Lep.) 1888. - Hering, Eduard, Major a D., Stettin, Parade- Platz 37. (Lep. Microlep.) 1881. - Hetschko, Alfred, Prof. d. Lehrer-Bildungs- Anstalt, Bielitz, Oesterr. Schlesien.

1890. - H ey m on s , Major a. D., Hanau, Frankfurterstr. 33. 1881. - Hinneb erg, C., Dr. med., prakt. Arzt, Potsdam.

(Microlep.)

Mitglieder - Verzeichniss. XIII

Herr Ho ff mann, August, Hannover, Devrientstr. 6.

von H 0 y n i n g e n - H u e n e , Fr , Freiherr, Gut Lechts, Stat. Lechts a. d. Baltischen Eisenbahn. Estland.

Jacoby, Martin, London, 7 Hemstall Road, West-Hampstead. (Col., Crysom. exot.)

Jansen, E. W., Buchhändler, London W. C. H5. Little Rüssel Street. (Col.)

Kheil, Napoleon, M., Professor, Prag, Ferdi- nandstr. 38. (Lep. exot.)

Kliegel, Wilhelm, Kastellan, Sanssouci bei Potsdam. (Col.)

Krauch er, 0., Dr. phil, Leipzig Carolinenstr. 20

Kuhlmeyer, Max, cand. jur., Grünberg i. Schi. Bahnhofstr. 30.

L ah mann. Albert Heinrich Sohn, Reep- schlägerei-Besitzer, Bremen, am Brill 8. (Lep.)

Leech,J.H., London, 12.PrincesSt.Hannover-Square.

Lehmann, Udo, Neudamm.

Ludy, F., Kupferstecher, Görz, Villa Wienspach.

Lüders, Leo, Realschullehrer, Hamburg, Vereins- strasse 87.

Martin, L., Dr. med., Hofrath, München, z. Z. Mabar Estate, Deh, Sumatra,

von Metzen, Landesrath, Coblenz, Casinostr. 14.

Möwis, Paul, Naturalist, Darjeeling, Ost-Indien, 1 Victoria Terrace. (Ins. omn.)

- Mollweide, Carl, Zerbst. (Lep) Monteiro, Antonio Augusto, deCarvalho,

Lissabon, Rua do Alegrim 72.

Nervoort van de Poll, Amsterdam, 476 Hee- rengracht.

Neumoegen, B., Banquier, New-York, 40. Ex- change-Place P. 0. Box 2581. (Lep.)

Ni epel t, W., Naturalist, Zirlau bei Freiburg i. Schi. (Lep.)

Oberthür, Charles, Rennes, P'rankreich. (Lep.)

Oberthür, Rene, Rennes, Frankreich. (Col.)

- 0 d i e r , fils, James, Genf, rue de la Cite 24. (Col.)

XIV Mitglieder - Verzeichniss.

1878. lIciT von Osten Sacken, K., Baron Heidelberg beim Gärtner Mai, Wrcdc-Platz. iDipt.)

1887. - Oyarzun, Au reliano, Dr. med., Bonn a. Rhein,

Hohenzollern-Platz 27. 18Hy. - Pliilipieff, Victor, Professor, St. Petersburg Ministere des Domaines.

1889. - Pictet, Alphonse, Genf, 6 Cours des Bastions.

1888. - Pilet, E., President de la societc cntomologique

ä Geneve. Genf, rue Chantepoulet 5.

1886. - Polanski, Anton, Artillerie-Obersta. D., Brunn,

Karls-Glacis I. Palais d'Este. (Lep. eur. et exot.)

1887. - Baiser, Christian, Dr. med., prakt. Arzt.

Worms. (Lep ) 1868. - Ribbe, Heinrich, Naturalienhändler, Dresden,

A. ZöUnerstr. 27. 1866. - von R 0 e d e r , c 1 0 r, Ho} m, Anhalt-Dessau. (Dipt.) 1866. - Boeder, Adolph, Hof -Konditor, Wiesbaden,

Taunusstr. 1. (Lep.) 1859. - Rogenhofer, AI, Kustos am K. K. zoologischen

Hof-Kabinet, Wien, Josephstädter Str. l'J. (Lep.) 1885. - Rot he, A, Ober-Amtmann, Breslau, Kaiser- Wil-

helmstr. 120. (Lep.)

1888. - Rüge, Dr. med., Sanitäts-Rath, Linden b. Hanno-

ver, Falkenstr. 45,

1890. - Schaufuss, Camillo, Direktor des Museums

Ludwig Salvator. Meissen, Sachsen. 1884. - Schaus, William, Twickenham, England, Or-

monde Lodge, St. Margarets. (Lep.) 1883. - Schmidt, Johannes, Prediger, Schmerzke bei

Brandenburg .a. H. (Col.) 1874. - Sehn ab 1, Joh,, Dr. med., prakt. Arzt, Warschau,

Krakauer Vorstadt 50—63. (Dipt.)

1883. - von S c h ö n b e r g , W 0 1 f, Landgerichts-Rath a. D.

Naumburg a. S. (Lep. europ. und exot.)

1884. - von Sc ho enfeld, H., Major im 94. Inf. -Regiment,

Weimar. (Col.)

1885. - Schnitze, August, Oberst a. D., Detmold.

(Col.)

Mitff Lieder - Verzeichniss. XV

Herr Schwalbe, G., Dr., Professor an der Universität Strassbnrg i. E., Artillerie- Wallstr. 2.

- Seebold, Theodor, Bilbao. (Ins. omn., Lei).)

- Sem per, Georg, Fabrik-Besitzer, Altena, Klop-

stockstr. 14. (Lep. europ., exot.)

- Sharp, David, Wilmington, Dartford, Kent.

(Col.)

- Simon, Eugene, Paris, Avenue du Bois de

Boulogne 56, Villa Said 16. (Arachn.)

- Smith, Henley G rose, London W. 136. Harley-

Street. (Lep. europ. und exot.)

- Sorhagen, Dr. phil., Hamburg, Grindelberg 5.

(Lep. Micr.)

- Srnka, Anton, K. K. Landes-Ca ssier, Prag, Ur-

sulinergasse 143. (Lep. europ., exot., Col., Cicindelidae). Stachiewicz, Theophil, Dr. med., Assistenz- Arzt d. Dr. Brehmer'schen Heilanstalt Görbers- dorf i. Schi.

- von Stein, Richard, Dr. med., K. K. Bezirks-

Arzt, Chodau bei Karlabad, Böhmen. Stein, P., Gymnasial-Lehrer, Genthin.

- Stierlin, G., Dr. phil., Schaffhausen. (Col.) Tancre, R., Fabrikant, Anclam. (Lep.)

- Taschenberg, E, Dr. phil, Professor, Halle

a. S., Mühlweg 19. (Ins. omn)

- von Turati, Gian Franco, Graf, Mailand, Via

Meravigli, (Lep.)

- Valentiner, Dr. med.. Geh. San. -Rath, Ober-

Salzbrunn i. Schi. (Lep.)

- Verhoeff, Carl, stud. rer. nat, Poppeisdorf bei

Bonn. (Col.)

- Wachtl, Frdr. A., K. K. Forst- und Donuänen-

Verwalter, Wien I, Hegelgasse 19. (Lep., Hymen.)

- Walsingham, The Right Hon Lord, Merton

Hall, Thetford, Norfolk. (Lep.)

- Wenzlaff, Arthur, Kaufmann, Düren, Rheinpr.

(Lep.)

XVI Mitglieder - Verzeichniaa.

1882. HerrWeymer, Gustav, Elberfcld, Sadowastr. 21 a. (Lep.)

1885. - Williams, W. J., Mitglied der Zoological Society,

London, 3 Hannover Square. 1882. - Wiskott, Max, Fabrik Besitzer, Breslau, Kaiser Wilhelmstr. 69. (Lep)

K 0 r r e s p 0 n d i r e n d e Mitglieder. 1871. Herr van Ankum, H. J., Dr., Rotterdam. 1871. - Bethe, Dr. med., Stettin. Mitglied seit 1865. 1875. - Brischke, emerit Hauptlehrer, Zoppot bei Dan- zig. Mitglied seit 1861.

1874. - Dubois,Ch. F., Brüssel. (Lep.) Mitglied seit 1861. 1871. - Frey-G essner, Kustos am zoolog. Museum, Genf,

rue Etienne Dumont 20. Mitglied seit 1860.

1875. - Greef, Professor, Marburg.

1875. - Hartig, Bob, Prof., Dr., früher Docent in Ebers-

walde. Mitglied seit 1864. 1874. - von Hei drei eh, Dir. d. Kgl. bot. Gartens, Athen.

(Col.) Mitglied seit 1858. 1870. - von Hoffmannsegg, Graf, Dresden.. Mitglied

seit 1865.

1886. - von Jhering, Herman, Dr., Rio Grande, Pro-

vinz Rio Grande do Sul, Brasilien.

1876. - Judeich, F, Dir. der Kgl. sächs. Forstakademie

Tharandt. 1870 - Klingelh öff er, Oberst z. D., Darmstadt. Mitglied

seit 1857. 1870. Krüper, Dr., Kustos am zool. Museum, Athen.

Mitglied seit 1859. 1878. - Morawitz, A,, Dr., Petersburg, Wosnessensky

Prospect 33. Mitglied seit 1860. 1873. - Rad de, Dr , Kaiserl. Wirkl. Staatsrath, Exzell.,

Direktor des zool. Museums, Tiflis. 1873. - Rostock, Lehrer zu Dretschen in Sachsen.

(Neuropt.) Mitglied seit 1868. 1866. - Speyer, August, Arolsen. Mitglied seit 1859. 1866. - Speyer, Ad., Rhoden. Mitglied seit 1859.

Mitglieder - Verzeichniss. XVII

1864. Herr Ulke, Henry, Washington, Distr. of Columbia.

(Col.) Mitglied seit 1860. 1869. - de Vi lief roy-Cass in i, F., Paris. Mitglied seit 1864.

Vereine und Institute, welche die Zeitschrift im

Abonnement erhalten. Basel: Naturforschende Gesellschaft. Berlin: Bibhothek des Königl Ministeriums für Landwirthschaft

Domänen und Forsten. Dresden: Königl. Zoologisches Museum. Göttingen: Königl. Universitäts-Bibliothek. Greifs vvald: Königl. Universitäts-Bibliothek. Hamburg: Naturhistor. Museum der Freien Stadt Hamburg. Heidelberg: Grossherzogl. Badische Universitäts-Bibliothek. Leipzig: Entomologischer Verein „Fauna." Marburg: Zoologisches Institut der Universität. München: Zoologisch-zootomische Sammlung der Universität. Münster i. W.: Zoologische Sektion des Provinzial - Vereins

für Westfalen etc. Prag: Entomolog. Sektion der Physiokratischen Gesellschaft. Strassburg: Kaiserl. Universitäts- und Landes-Bibliothek. Tharandt: Königl. Sächsische Forst-Akademie. Tübingen: Königl. Universitäts-Bibliothek. Zürich: Entomolog. Museum des Eidgenöss. Polytechnikums.

Vereine und Ins ti tu te, welche di e Zeitschrift gratis erhalten oder mit denen ein Schriftenaustausch

besteht'). Berlin: Akademische Lesehalle (gr.)

Königliche Bibliothek (gr.)

Bibliothek des Königl. zoolog. Museums (gr.)

Deutsche Entomologische Gesellschaft.

Friedrich-Werdersche Gewerbeschule (gr.)

. Gesellschaft der naturforschenden Freunde.

Universitäts-Bibliothek (gr.)

i) Ein Schriftentausch wird in der Regel nur mit denjenigen Gesell- schaften eingeleitet, deren Schriften ganz oder vorzugsweise entomolo- gischen Inhalts sind; die mit (gr.) bezeichneten Gesellschaften erhalten die Zeitschrift gratis.

XVIII Mitglieder - Verzeichniss.

Bern: Schweizer entomologische Gesellschaft. ( Th. Steck,

Niigeli-Gasse 5). Bonn: Naturhistor. Verein der Preuss. Rheinlande nnd West-

phalens. Boston: Society of natural history. Breslau: üniversitäts-Bibliothek (gr.)

Verein für schlesische Insektenkunde. Brunn: Naturforschender Verein. Brüssel: Societe entomologique de Belgique. Budapest: Königl. Ungar, naturwissenschaftliche Gesellschaft. Buffalo: Society of natural sciences.

Caen: Societe fran(jaise d'entomologie (Albert Fauvel rue d'Auge 16.) Societe Linn6enne de Normandie. Calcutta: Asiatische Gesellschaft in Bengalen. Chapel Hill (N. C, U. S.): Elisha Mitchell Scientific-Society

(University of North Carolina). Columbus, Ohio, U. S. A., American Naturalist. Christiania: Kongelige Norske üniversited. Dresden: Entomologische Gesellschaft „Iris", B. Sperrhaken

Lüttichaustr. 19, Florenz: Societä Entomologica Italiana (Via Romana 19, R.

Museo di Storia Naturale). Frankfurt a. M. : Zoologischer Garten. Genua: Miiseo civico di storia naturale (Dr. Gestro). Graz: Akademischer Leseverein (gr.) Halle a. S.: Kaiserl. Leopoldinische Carolinische Deutsche

Akademie der Naturforscher. Hamburg: Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. Her mann Stadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissen- schaften. Leyden: Neederlandsche entomolog. Vereeniging (C. Ritsema,

Cz. Rapenburg 94). London: Entomological Society, W. IL Chandos Street, Ca- vendish Square.

The Entomologist; Richard South, N.W. 12. Abbey Gardens, St. John's Wood.

Lüttich: Societe royale des sciences. Lyon: Society Linn^emie.

Mitglieder - Verzeichniss. XIX

Manchester: Literary and Philosophical Society. Moskau: Societe imperiale des naturalistes,

Societe imperiale des amis de la nature ot(;. Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. Odessa: Societe des naturalistes de la nouvelle Russie (Präs.:

D. Salensky). Palermo: II Naturalista siciliano (Enrico Ragusa). Via Stabile

N. 89. Paris: Societe entomologiciue de France (42 rue du Cherche Midi).

Feuille des Jeunes Naturalistes (35 rue Pierre-Charron). Petersburg: Russische entomologische Gesellschaft. Philadelphia: Academy of natural sciences.

American Entomological Society.

Prag: „Lotos", Naturhistorischer Verein, Zeitschrift für Natur- wissenschaften.

Lese- und Redehalle der deutschen Studenten, Ferdi-

nandstr. 2() neu (gr.) Salem: U. S. A. Peabody Academy of Science. Salem: (Mass.) U. S. A. American Assoc. for the Advance-

ment of Sciences. Stettin: Entomologischer Verein (Dr. C. A. Dohrn). Stockholm: Königl. Schwedische Akademie der Wissenschaften. Stuttgart: Würtemberg. Verein für Vaterländische Naturkunde. Topeka: U. S. A. Kansas, Kansas Academy of Science. Washington: Smithsonian Institution.

United States Patent Office.

Entomological Society of Washington (John B.

Smith). U. S. National Museum. Wien: K. K, Akademie der Wissenschaften.

Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kennt-

nisse.

Zoologisch-botanische Gesellschaft.

Kaiserl. Königl. naturhistor. Hof-Museum (Burgring). Wernigerode: Naturwissenschaftlicher Verein des Harzes. Wiesbaden: Verein für Naturkunde im Herzogthum Nassau.

r^Ao.^.

Berliner

Entomologische Zeitschrift

(1875—1880: Deutsche Entoiiiolog^ische Zeitschrift).

Herausgegeben

von dem

Entomologischen Verein in Berlin

unter Eedaktion von

Dr. F. K a r s c h ,

Kustos bei der zoologischen Sammlung des Königl. Museum für Naturkunde in Berlin.

Fünfunddreissigster Band (1890).

Erstes Heft [Seite I— II und 1—140] ausgegeben Ende August 1890.

Mit 4 Tafeln.

Preis für Nichtmitglieder 11 Mark.

Berlin 1890.

In Commission bei R. Friedländer & Sohn,

Carlstrasse 11. \

^oA^'l^

^

y

Alle für die Zeitschrift bestimmten Manuskripte nimmt der Kedakteur, ^•*>^\ Dr. F. Karsch. Berlin N. 28, Strelitzerstr. 13, entgegen ^»-^ \

(von Oktober er. ab: N.W. 21, Birkenstr. 75, II.). ^ \

Anzeigen für den Umschlag nimmt entgegen und betreffs der In- sertions-Gebühren crtheilt Auskunft Bernhard Hache, W. 64. Charlottenstr. 37/38.

Inhalt des ersten Heftes 1890

(ausgegeben Ende August 1890)

Graeser, Louis, Beiträge zur Kenntniss der Lepidopteren- ^eite

Fauna des Amurlandes. IV 71 84

Gundlach, Job., Beschreibung der Färbung der Raupe des

Papilio Oxynius 131—132

Karsch, F., Afrikanische Fulgoriden. (Mit Tafel II) . . 57—70

Beiträge zur Kenntniss der Singcikaden Afrika's und

Madagaskar's. (Mit Tafel III und IV) 85—130

Martin, L., Lepidopterologisches aus Sumatra 1 10

Quedenfeldt, G., Eine neue Buprestide aus Ostafrika . . 135 136

Eine neue Cetonide aus Ostafrika 136 137

Quedenfeldt, M., Akis Schweinfurthi n. sp 139

Richter, Zwei ueue Buprestiden aus dem malaischen Archipel 133 134

Agestrata lata n. sp 138

Schletterer, August, Die Bienen-Gattung Dasypoda Latr.

(Mit Tafel I) 11—56

Neue Literatur - 140

Vorstand des Berliner Entomologischen Vereins.

Vorsitzender Eduard G. Honrath,

Berlin W. 64, Unter den Linden. 2,

Stellvertreter P!-of. Dr. W. Dönitz,

Berlin N.W. 21, Rathenowerstr. 83.

Schriftführer E. Brzozowski,

Berlin W. 57, Culmstr. 9, Rechnungsführer ...... Bernhard Hache,

Berlin W. 64, Charlottenstr. 37/38.

Bibliothekar Dr. F. Karsch,

Berlin N. 28, Strelitzerstr. 13.

Beisitzer Dr. E. Hahn,

Berlin W. 57, Steinmetzstr. 32.

. . . M. Willenberg,

Berlin N.W. 21, Waldstr. 7. Sitzungen: Montags Abends um 8V- Uhr, Friedrichstr. 123 im Restaurant Krämer.

Auszug aus den Statuten.

Der Zweck des Berliner Entomologischen Vereins ist, durch die Herausgabe einer periodischen Zeitschrift, eine (auch den auswärtigen Mitgliedern) zur Verfügung stehende Bibliothek der entomologischen Fachliteratur und durch regelmässige Zusammenkünfte das Studium der Entomologie zu fördern.

Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt in den Monatssitzungen durch Vereinsbeschluss. Neu aufzunehmende Berliner Mitglieder müssen zuvor mindestens 2 Mal als Gäste den Versammlungen beigewohnt haben.

Für das Diplom sind 2 Mark zu entrichten. Die Zusendung des- selben erfolgt auf Kosten des Empfängers.

Der jährlich pränumerando zu zahlende Beitrag beträgt 9 Mark, wofür den Mitgliedern und Abonnenten die Vereins-Zeitschrift (2 Hefte, zusammen ca. 24 Bogen) frei zugesandt wird. Erfolgt die Zahlung des .lahresbeitrages nicht bald nach der Herausgabe des ersten Heftes, 60 wird der.«elbe, zuzüglich 50 Pf. für Porto und ohne vorherige An- zeigc, für die Folge durch Post-Auftrag eingezogen werden.

Kataloge der Vereiusbibliothek verschickt franco unter Kreuzband gegen Einsendung von 35 Pf. in Postmarken Bernhard Hache,

W. 64. Charlottenstr. 37/38.

Den Vereinsmitgliedern stehen zu Anzeigen über Kauf und Tausch 5 Zeilen gratis zur Verfügung, soweit es der Raum gestattet.

4

[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXXV. 1890. Heft I.]

Lepidopterologisches aus Sumatra.

Wenn ich bedenke, wie wenig biologische Bemerkungen und auf solche begründete Angaben über Fang und Sammlung sich in fast allen Werken über Lepidoptei'en finden, welche sich ja leider aus- nahmslos, besonders aber, wenn es sich um Exoten handelt, nur auf die trockene Beschreibung des in der Sammlung vorhandenen Insektes beschränken, und wenn ich mit dieser Spärlichkeit das heisse Ver- langen eines jeden wahren Freundes der Lepidopteren nach solchen Mittheilungen vergleiche, so halte ich mich für berechtigt, im Fol- genden Einiges aus meinen Erfahrungen zu veröffentlichen, welche ich im Laufe eines siebenjährigen Aufenthaltes in Deli an der Nord- ostküste von Sumatra als eifriger Schmetterlingssammler gewonnen habe. Ich muss dabei erwähnen, dass ich nur das letzte Jahr mit der Absicht auf eine möglichst vollständige Sammlung aus meiner Lokalität, welche ich nach P]uropa mitnehmen wollte, intensiv sam- melte, dass ich aber auch in allen vorhergehenden Jahren ein offenes Auge für Alles, was sich auf Lepidopteren bezog, besass und keine sich mir bietende, günstige Gelegenheit zum Fange von Schmetter- lingen oder zur Zucht von Raupen versäumte, soweit dieses natürlich meine Stellung als Arzt erlaubte. Dieser einschränkende Zusatz scheint mir nöthig, da Sammeleifer nach der oder jener Riclitung für den Arzt, der Praxis machen will, unter den Tropen ein nicht immer unbedenkliches Ding ist, weil eben die dort lebenden Europäer, seine Patienten in spe, welche bei völligem Uebersehen der so über- herrlichen, sie umgebenden Natur nur in der Jagd nach schnödem Mammon aufgehen, gerne zur Behauptung geneigt sind, der Arzt vernachlässige im Eifer für seine Sammlungen seine BerufspÜichten, auch wenn dieses keineswegs der Fall ist, während die Eingeborenen sich nur in den seltensten Fällen zur Höhe der Anschauung empor- schwingen können, man sammle die prächtigen Geschöpfe ihrer Schönheit halber, sondern einfach der Meinung sind, der Eifer nach dem Besitze dieses oder jenes Thieres entspringe nur dem Wunsche und der Kenntniss. aus den todten, farbenprangenden Körpern be- sonders wirksame Medizinen herzustellen. Daher erklärt sich die Thatsache, dass ich mich erst im letzten Jahre, nachdem schon meine Rückreise nach Europa bestimmt und meine ärztliche Reputation

XXXI V. Heft I. 1

2 Martin: Lepidopterologisches

eine genügend fest begründete war, zum intensiven Sammeln entschloss, wobei ich dennoch nocli manchen mitleidigen Blick von weissen und braunen Gesichtern einzustecken Iiatte.

Der Europäer, auch wenn er Sammler von Fach ist, kann kaum allein innerhalb der ihm gegebenen, durch äussere Verhältnisse immer mehr oder minder beschränkten Zeit in jenen Breiten eine oinigermassen erschöpfende Sajumlung von genügender Exemplar- anzahl beider Geschlechter herstellen, wenn er sich nicht der Ein- geborenen zu seinen Zwecken zu bedienen weiss und ihnen den Gebrauch des Netzes, sowie die Unterbringung der Beute nach Tödtung durch Druck auf die Brust in einer Papierdüte mittelst einer Pinzette lehrt. Er kann unmöglich zu jeder Tageszeit die Schmetterlinge lieben die heisseste und unbeciuemste des Tages im Walde und niederen Busch das an seine Muskelkräfte nicht zu unterschätzende Anforderungen stellende Geschäft des Fangens ausüben und ihm fehlt auch die Geduld, welche zu stundenlangem Warten vor einem Köder oder an einem günstigen Fangplatze uöthig ist. Zuwiderhandeln würde er in kürzerer oder längerer Zeit mit Verlust seiner Gesundheit zu büssen haben. Hat er aber gar Berufsgeschäfte, so kann er höchstens ab und zu einen freien Tag zu einer Excursion und zur Abrichtung seiner eingeborenen Fänger benutzen. Das aber genügt glücklicher Weise vollkommen, wenn ihm willige und ge- schickte Kräfte zur Seite stehen. Zur Ehre meiner malaiischen und javanischen Gehilfen sei hier gesagt, dass es ihnen an Keinem von Beiden, weder an gutem Willen, noch auch an Geschick mangelte. Bald wussten sie seltene von unseltenen Thieren zu unterscheiden, bald auch gingen sie mit der absolut nöthigen Schonung zu Werke und kamen mit vor Vergnügen strahlender Miene nach Hause, wenn sie gute Beute gemacht hatten. Kleine, im wichtigen Momente ge- währte Belohnungen und unerbittliches Zurückweisen von laidirten p]xemplaren waren im Stande, ihre Brauchbarkeit zu erhöhen. Un- vergesslich ist mir die hohe und reine Freude, welche ich empfand, wenn ich Abends ermüdet von meinen Berufsgeschäften heimgekehrt noch vor dem erfrischenden Bade das Päckchen mit Düten, welches mein treuer Fänger „Sidin" angebracht hatte, mustern konnte und dann ein neues, bisher noch nie gefangenes Thier im Inhalte cutdeckte.

Während nun die eingeborenen Gehilfen für Uebertluss an Rho- palocera zu sorgen haben, besteht eine weitere, sehr emi)fehlende Art der Sammlung, um sich auch von Heteroceren den gewünschten Reichthum an Arten und Exemplaren zu versichern, darin, dass man allen guten Bekannten, die einigen Sinn fiir die Natur und ihre Geschöpfe besitzen, eine Glastiasche mit weitem Eingange überreicht.

aus Sumatra. 3

auf deren Grunde oder in deren Deckel auf ungefährliche "Weise ein Stück Cyankali angebracht ist. Man fügt die Bitte bei, alle zur abendlichen Lampe im Ksszimnier oder auf der Veranda des Hauses kommenden Nachtsclimetterlinge mit möglichst geringer Berührung derselben in diese Flasche werfen zu wollen und sorgt für regel- mässige Uebermittlung der also Gefangenen und Getödteten. Wer über fünf bis sechs von solchen mit Verständniss bedienten Flaschen an verschiedenen Plätzen verfügt, darf überzeugt sein, dass ihm von Schwärmern, Spinnern, Eulen und Spannern des Landes, soweit sie eben zur Zeit fliegen, nichts entgeht. Denn in den Tropen hat es der Sammler nicht nöthig, mit der Lampe in die feuchte Nacht hinauszugehen und zu ködern. Das Licht der eigenen Heimstätte wird ihm die in manchen, besonders regnerischen und dunklen Nächten in unglaublicher Zahl schwärmenden Thiere herbeilocken und vergnüglich kann er von Zeit zu Zeit seine Lektüre und Mahl- zeit unterbrechen, um schlanke Sphingiden, riesige Saturnien und Eulen mit glühenden Augen meist ohne alle Verletzungen im sicheren Räume zu bergen. Die schwerfälligen Cossideu mit ihren dicken Leibern, denen offenbar der erneute Aufflug unmöglich war, kamen sogar förmlich die Verandatreppe heraufgekrochen von Stufe zu Stufe dem lockenden Lichte entgegen. Stehen aber, wie wünschens- und empfehlenswerth, mehrere Flaschen zur Verfügung, so wird man in dem Inhalte einer jeden zu gewissen Zeiten die gleichen Thiere, welche eben zum Ausschlüpfen gekommen sind, antreifen und kann so überzeugt sein, dass man vielleicht mit Ausnahme von Seltenheiten eine ziemlich erschöpfende Sammlung von Heteroceren erhält.

Viele fühlen sich, gereizt von den herrlichen Formen und Farben der Lepidopteren in den Breiten des ewigen Sommers, zum Sammeln berufen, aber diese meine Ueberzeugung möchte ich hier aus- sprechen — nur wenige, sehr wenige sind auserwählt. Die Auser- wählten aber sind immer unter Jenen zu suchen, die schon als Knaben frohlockend ein Nest von Vanessa lo nach Hause brachten, den täglichen Gang um Futterpflanzen an die weiten Grenzen der Stadt nicht scheuten und zitternd vor Aufregung auf einsamer Wald- wiese an einem verendeten Hasen ihren ersten Schillerfalter fingen mit einem Worte unter Jenen, in deren Brust im zartesten Kindes- alter schon der köstliche Keim der Naturliebe gelegt wurde, unter Jenen, welche schon in ihren Knaben- und Jünglingsjahren begeisterte Sammler waren. Allen anderen gebricht es an Geduld und Ausdauer und nach kurzem Anlaufe lassen sie die plötzlich langweilig gewordene Sache für immer ruhen.

1*

4 Martin: Lepidopierologisches

So lauge ich lebe, werde ich mich meiner ersten Ritte durch die Wälder und Büsche Sumatras erinnern und des unendlichen Genusses, (Ion mir die zahllosen, absolut unbekannten Falter von ungeahnter Form und Farbe bereiteten, welche rechts und links von meinem Pfade flatterten. Unwillkürlich suchte ich sie nach Farbe, Zeichnung und Gewohnheiten bei Flug und Ruhe in das mir völlig gehäufige europäische System einzureihen. Noch jetzt nach Jahren, nachdem ich von ihnen Allen Art und Namen längst kennen gelernt habe, erfüllt mich geheimer Stolz, dass ich bei meiner damaligen, mit völlig unbefangenen A-ugcn ausgeführten Klassihzirung nur selten weit ab von der i-ichtigen Fährte war. Die Junonia- und Freds- AxXqw mussten nach meiner Meinung Vanessas sein, wie ohne Zweifel lUelanitis, Mycalesis und Yphthima den Satyriden angehören und vielleicht Satyrus, l^pinephele und Coenuni/mpha vorstellen mochten. Papilionen, Pieriden und Lycaeniden vermochten durch ihre Eigen- schaft auch im tropischen Kleide nicht über ihre Stellung zu täuschen; nur die düsteren, oft so schwerfällig fliegenden, in so grosser Anzahl auftretenden Danaiden standen gleich einem Räthscl vor mir, denn J^rebia's, an welche ich einen Augenblick dachte, konnten sie doch nicht sein, zudem ich später J^lyumias fliegen sah, die sich doch viel eher mit Erebia vergleichen Hessen. Als ich dann aber erst ein spielendes Hestia-VmxY über einem Flüsschen schweben, rasch emporsteigen und langsam und unbeweglich, geisterhaft sich herab- senken sah, da war es mit meinem Wissen zu Ende. Mein Entzücken aber erreichte seinen Gipfel, als gleich einem Vogel der Luft in hohem und gewaltigem Fluge eine Ornithoptera in schwarzem Sammet und gelbem Atlas meinen Weg kreuzte.

Was mir schon nach wenigen Ritten, die mich in den Bereich des wirklichen Urwaldes führten, zuerst auffiel, war die meist dunkel- blaue oder violette Färbung aller Tagfalter, welche im kühlen Halb- dunkel jener ewig grünen Hallen ihr Spiel trieben. Die einzige im tiefen Walde vorkonnnende Mycalesis, die Mycalesis orseis zeigt auf den sonst schwarzbraunen Flügeln ihres Geschlechtes einen tief- blauen Schimmer und auch Mycaiesis malsarida, welche am Rande des Waldes fliegt, sich aber niemals in dessen Inneres verirrt, lässt Spuren eines bläulichen Glanzes erkennen. Die so geineinen Mela- nitis-Kxicw werden im Walde durch ein nahe verwandtes Thier von gleicher Grösse, Coelites epitninthia, vertreten, das bei gleichen Gewohnheiten und bei gleichem Augenschmuck auf der Unterseite der Flügel auf deren Oberseite im tiefsten Violett erglänzt. Papilio erebus aus der nOc^-Gruppe, welcher ausschliesslich im Walde fliegt, zeichnet sich durch ein herrliches, tiefes Stahlblau aus. Alle 7'hau-

aus Sumatra. 5

tnantis-kxiQw., die so zahlreichen, im Walde fliegenden Euthalia'^ und Tanaecia's, die ebenfalls den hohen Busch liebenden Terinos- Aiten, sowie die nur den Schatten bewohnenden Elymnias, die cfcf von Sympliaedra. Discophora und Zeuxidia, Alle zeigen blaue Farben, die einen tief metallische Töne, die anderen violetten, sammetartigcn Glanz. 0. Mohnike bedauert in seinem klassischen Werke: „Bilder aus dem Thier- und Pflanzenleben der Malaienländcr" die Abwesenheit oder Spärlichkeit blauer Blüthen in den ewig grünen, so unaussprechlich üppigen Wäldern des Archipels. Mir scheinen die geflügelten Bewohner derselben, die Lepidopteren, mit ihrer so auf- fälligen, allein dem Walde angehörenden Färbung berufen, gut zu machen, was Flora's Kinder durch ihre Einseitigkeit verschulden. Selbst die Lycaeniden, die Bläulinge par excellence, erglänzen in tieferem Blau, wenn sie Waldbewohner geworden sind. Beweis dafür die der Lycaena (Lampides) elpis so ähnliche, nur tieferes und metallisches Blau zeigende Lycaena (LampidesJ pseudelp'is und zahlreiche Narathura- und Amhlypodia- Arten.

Enge zusammenhängend mit der soeben erwähnten Beobachtung ist die folgende, dass unter den Tropen, sowie sich dort ausschliess- lich im Waldesschatten fliegende und dann eine eigenthümliche Färbung besitzende Rhopalocei'a finden, auch solche Tagschnietterlinge leben, welche ihren Namen nur mit Unrecht tragen, da sie erst in der Dämmerung erscheinen und ihr Leben dann bethätigen, wenn längst die Sonne, deren heisseste Strahlen den meisten Papilionen und Pieriden so sehr zusagen, im Westen hinabgesunken oder ehe sie noch feurig im Osten emporgestiegen ist. Es scheint, dass selbst diesen Thieren das Tagesgestirn jener Breiten zu mächtig ist und sie deshalb die Zeit vor und nach seinem Erscheinen zu ihrem Kampfe um's Dasein, Fortpflanzung und Aufsuchen von Nahrung, benützen. Oder sollten sie sich durch ihr Auftreten zu so unge- wohnter Zeit vor dann schon ruhenden Feinden schützen wollen? Zu diesen dämnierungs- und nachtfliegenden Tagschmetterlingen ge- hören in erster Reihe alle Melanitis- Arten, welche über Tags in träger Ruhe in sicheren Schlupfwinkeln verweilen und nur aufge- scheucht sich zu kurzem Fluge verstehen, während sie in der kühlen Morgen- und Abenddämmerung eilfertig und unheimlich durch die Reisfelder, ihren Lieblingsaufenthalt, huschen und sich verfolgen. Hier muss weiter Amathima phidippiis erwähnt werden, welche erst in den Abendstunden unter dem Dache der gefiederten Coccospalmen an Grösse einer Fledermaus vergleichbar lautlos Ihr Wesen treibt. Ihre borstigen Raupen sind, wenn sie in Menge auftreten und weil sie sich nur von den Blättern der Coccosjjalme nähren, bei den Pflanzern

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wonig beliebt, da sie rasch aus den Schatten spendenden Palmblättern durch ihren Frass elende. nacl<te Reiser machen. Auch die Thau- maniis-AxiQw lieben die Dämmerung und. wenn sie auch unter Tags im Walde ab und zu aufgescheucht werden, so fliegen sie doch erst bei beginnender Dunkelheit aus eigenem Antriebe und mir ist wohl erinnerlich, dass es, als ich die erste Thaumcmtis lucipor mit Hoch- gefühl aus meinem Netze nahm, bereits 6. 45 p. m. und fast völlig Nacht war. Zu dieser Beute gelangte ich nur, weil sie längs einer weissgetünchten Bretterwand hingeflogen war. Discophora celinde gehört ebenfalls dieser die Tageszeiten verwechselnden Sippe an und cf und 5 von ihi", sowie Amathusia jjhidippus und Melanitis ismene und leda konnte ich öfters an den Lampen des Hauses fangen, deren Glanz sie von ihren nächtlichen Wegen abgezogen hatte. Zu ausgesprochenen Nachtthieren aber sind auf Sumatra die grossen Hesperiden geworden, vor allem Casyapa (lEi'ionotaJ thra.v und Carystus (Hidari) h^ava, welche beide ich oft bei sehr vorgerückter Nachtzeit im hellen Mondenscheine ihren Hochzeitsflug ausführen sah, wie ich sie auch, wenn ich durch Zufall lange vor Sonnenauf- gang zwischen 4 und 5 a. m. auf die Veranda des Hauses trat, in hüpfendem, schwirrenden Fluge um ihre Futterpflanzen antraf. Bei Tage müssen sie aufgescheucht werden, will man ihrer habhaft sein. Die Raupen von Casyapa thrax, fast daumenlange, weisse, spärlich behaarte, wenig schöne Würmer mit glänzend schwarzem, wie lackirten, herzförmigen Kopfe, nähren sich ausschliesslich von den Blättern der Banane (Pisang, Musa paradisiaca) und tragen durch ihre Tliätig- keit zu dem zerrissenen, malerischen Ansehen der riesigen Blätter ihrer Futterpflanze viel bei, indem sie das Blatt vom Rande her um sich zusammenrollen und nach und nach einen tiefen bis zur Mittel- rippe führenden Riss zu Stande bringen. In jeder der durch zierliche, weisse Bälkchen zusammengeklebten Rollen lebt nur eine Raupe. Da aber die Weibchen längs des Blattrandes in ziemlich regelmässigen Abständen je ein Ei ablegen, so bekommen die Blätter bald jenes zei'fetzte, jedem Naturbcobachter bekannte Ansehen, das jedoch bei höherem Alter und vermehrter Austrocknung der Blätter auch heftiger Wind zu erzeugen vermag. Im Gegensatze zur grösseren Casyapa thrax leben die Raupen von Carystus irava gesellig, 5 6 Indivi- duen beisa)nmen in zusammengeklebten Blättern der Coccospalme; sie sind kleiner, etwas dunkler, mit bräunlichen Längsstreifen ver- sehen und ebenfalls spärlich behaart und besitzen die gleiche, auf- fallende Kopfform'. Ebenso wie die Raupen von Amathusia phi- dippus sind sie bei massigem Auftreten sehr rasch im Stande, aus den herrlichen Palmen, dem Stolze des Gartens, elende Karrikaturen

aus Sumatra. 7

olinc jede Spur von Grün zu machen und ihre massenhaften Excre- mcnte geben dem umgebenden Boden eine braunrothe Färbung. Die Puppen beider Arten sind gelbweiss und weiss bestäubt, wie gepudert, und besitzen für den langen Saugrüssel eine eigene Hülle, welche, fast ebenso lang wie die Puppe, derselben lose anliegt.

Dennoch könnte man bei den Hesperiden, als entfernten Ver- wandten der Schwärmer, an welche sie schon in ihrem Fluge, in ihren Fühlern und in der Form des Saugrüssels und der Puppe Anklänge zeigen, diese nächtlichen Gewohnheiten noch erklären. Dass aber dieser so sehr auffallenden Verwendung einer sonst nicht gebräuchlichen Zeit bei den anderen genannten Rhopaloceren nicht blosser Zufall oder Unkenntniss seitens der Thiere, sondern eine bestimmte Absicht zu Grunde liegt, steht ausser allem Zweifel, denn andere Beobachtungen beweisen mir zur Genüge, dass die Lepidopteren nicht nur genaue Kenntniss der Tageszeiten, sondern sogar der Tagesstunden besitzen. So erscheinen zum Beispiele sämmtliche Pic- riden nicht vor der 8. Stunde des Morgens, in welcher erst die Sonne die ihnen angenehme und nöthige Kraft zu entwickeln scheint. Den ganzen Vormittag tollen die Catopsilia-Arten dann in rasendem Fluge die Wege entlang oder lassen sich in grosser Anzahl am Rande von auf den Strassen befindlichen Wasserpfützen nieder, wo sie in ihrer Gesammtheit häufig vergesellt von einem Papilio aus der antiphates-Gium^e grosse, weisse Flecken bilden, über deren plötzlichem Verschwinden und Aufschwirren in die Luft manchmal sogar die Pferde scheu werden können. Sobald aber die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat, beenden sie ihre Thätigkeit und nach 1 Uhr wird man absolut vergeblich nach ihnen suchen. Ein reizender, zarter Bläuling dagegen, Catapaecilma eleqans, dessen Flügel auf ihrer Unterseite durch eine prächtige Zeichnung von metallisch glänzenden Linien geschmückt sind, erscheint erst um 2 Uhr Nachmittags am Rande des Waldes, wo er, ähnlich wie unsere Thecla's, sich ein sonniges Blatt zu seinem Lieblingssitze erwählt, welches er wohl zur frohen Jagd mit seinen Genossen verlässt, auf das er aber mit zäJier Ausdauer immer wieder zurückkehrt. Gegen V^ 4 Uhr scheint die Sonne seinen Sitz nicht mehr genügend warm zu halten, denn das Thierchen verschwindet dann unwiderruflich für diesen Tag. Noch merkwürdiger beträgt sich ein grosser Spanner mit dunkelblauen, schwarzgeäderten Flügeln und gelben Analwinkeln, dessen Name mir entfallen ist. p]r fliegt nur in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang, also von 5 6 Uhr und erscheint dann gerne auf Strassen, wo er Thierexcremente besucht. So oft ich das Thier sah und fing, war es um oben genannte Zeit, während ich ihn zu anderer Stunde in

8 Martin: Lepidopterologisches

sieben Jahren auch nicht einmal beobachtet habe. Auch die Zemeros- und Aldsara-KriQn kennen und lieben die späten Nachniittagsstundcn und werden auf einer Beercnfnicht des Waldes, die sie ganz besonders schätzen, noch zu einer Zeit mit dem Netze erbeutet, in welcher sich schon die Melanitis zum Fluge rüsten.

Interessiren dürfte ferner, dass der Bambus, dieses riesigste aller Gräser, eine Pflanze, welche häutig der liundscliaft in Sumatra ein bestimmtes Geiiräge giebt, vor allem aber jede Flussscenerie ziert und auch nicht dem kleinsten Wasserlaufe mangelt, eine ganz eigene Lepidopterenfauna besitzt, deren Angehörige sich durch präch- tige Farben und Seltenheit auszeichnen. Zu ihr gehören zuerst die dunklen Lethen, europa und mecara, mit den helleren, mit breiten Binden geschmückten Weibchen ; ferner Discopliora celinde. welche nur im Bambusdickicht aufgescheucht wird, und last not least die herrlichen Zeuandia?,, welche ganz besonders an mit Bambus be- wachsenen, den tiefen Wald durchschneidenden Flussläufen anzutreffen sind. Der Samnder, welcher vorzüglich den Letzteren ganz besonders eifrig nachstellt, wird sich oft genug über ihre Vorliebe für den Bambus zu ärgern haben, der mit seinen vielen Halmen und Aestchen einen wirksamen Schlag des Netzes meist unmöglich macht und den stolzen Faltern das Entkommen erleichtert. Mir persönlich sind mehrere derartige Enttäuschungen widerfahren und kann ich mir den ständigen Aufenthalt der Thiere im Bambusdickicht nur damit er- klären, dass ihre uns noch unbekannten Raupen sich von dem Riesengrase nähren. Es ist daher leicht erklärlich, dass jene Sammler, welche Zeuxidia's in grösserer Zahl und in beiden Geschlechtern erbeutet habeij es sind ihrer nur sehr wenige sich eines be- sonderen Köders bedienten, um die Thiere aus ihrem schützenden Verstecke zu locken.

Auch die unter dem Namen „Mimikry" bekannte, besonders bei den Lepidopteren so auffällig hervortretende Naturerscheinung Hess sich in Sumatra häufig und in prägnanten Beispielen beobachten. Vor allem war es die so frappante Nachahmung der Danais ehry- sippus durch die Weiber von HypoUranas misippus, welche mich selbst täuschte und über die ich erst klar wurde, nachdem ich ein misippxis-Vi\,\Y in copula gefangen hatte. Sehr merkwürdig war mir ein Geschlecht von tagfliegenden Spinnern, welche sämmtlich Rhopalocera und zwar Danaiden und Pieriden nachahmten, sich im Fluge schwer unterscheiden Hessen und erst bei Herausnahme aus dem Netze durch Fühler und Leib sich in ihrer wahren Natur er- kennen Hessen. So fanden Ideops'is, Euploea, Terlas (Karema) und Gatopsilia Nachahmer mit gefiederten Fühlern. Die Aehnlichkeit

aus Sumatra. 9

mit Ideopsis ist eine so grosse, dass ich einen derartigen Spinner ruhig bei Hestia und Ideopsis in der Sannnlung des Singaporc- Museunis stecken fand, dem es also post mortem noch gelungen war, dem dortigen Konservator eine Nase zu drehen. Die meisten Nacli- ahmer aber findet bei Weitem Kuploea midamus, denn in ihr Kleid hüllen sich ein Papilio, ein Hypolimnas (Q von anoinala), ein Klymnias und ein Einnjjus. J^uploea midamus riecht schlecht und ist gemein, die Nachahmer sind alle mehr oder minder selten. Ob hier der Grund der Mimikry zu suchen ist oder weit ab auf ganz anderer Grundlage, ist noch nicht entschieden.

Zum Schlüsse dieses geringen Beitrages möchte ich noch Einiges über die Art und Weise des Fanges mittheilen. Eines bestimmten Köders habe ich mich nie bedient, dagegen benutzte ich solchen gerne da, wo ihn die Natur selbst gab und das waren in erster Reihe Bäume des Waldes, welche durch irgend eine frühere Verletzung oder Verstümmelung ihre längs des Stammes zu Harz erstarrenden Säfte ausströmen Hessen. Der eingeborene Fänger, welcher in träger Kühe auf seinen Fersen hockend stundenlang derartige Bäume be- wachte, brachte mir immer schöne und seltene Beute mit. An einem solchen, in einer Flussniederung stehenden Baume erbeutete ich meine einzige Prothoe c ah/ donia, jenes von Wallace entdeckte Prachtthier, die ProtJioe frafickii, die interessanten Kallima's, den so seltenen, erst in wenigen Exemplaren bekannten Charaxes durnford'i und die riesigen, an Melanitis erinnernden Neorina'?,. Eine weitere Art, seltenere Schmetterlinge zu erbeuten, machte der schon oben er- wähnte „Sidin" selbst ausfindig und nannte sie auf Malaiisch „Pant- jing", was zu Deutsch Angeln heisst. Er hatte durch Zufall ein getödtetes, sehr schlechtes Exemplar von Papilio sycorax^ jenem so merkwürdigen Papilio mit weissbehaartem Kopfe, mitten auf den Weg geworfen und war nicht wenig erstaunt, ein zweites der rapid und hoch fliegenden Thiere sich auf den Kadaver des Genossen herablassen zu sehen, welches natürlich seine leichte Beute Avurde. Er versuchte es nun auch mit anderen Schmetterlingen und erzielte häufig Erfolge, so vor Allem mit Papilio neptnmis, dessen einziges, schönes Exemplar, das ich erhalten konnte, einem vorher gefangenen, sehr verstümmelten zu verdanken war. Als ein guter Fangplatz erwies siöh mir auch stets jene Lokalität hinter meiner Küche, auf welcher mein Koch alle Speisenreste, besonders aber die Schalen von Früchten abzuleercn i)flegte. Besonders Symphaedra dirtea in beiden Geschlechtern war da leicht auf Ananasschalen zu erbeuten. Das von den Eingeborenen so sehr geschätzte Zuckerrohr, das sie, nachdem sie es seines kühlen, süssen Saftes beraubt haben, da und

10 Martin: Lepidopterologisches aus Sumatra.

dort zertrümmert und ausgckaut auf ilircn Pfaden licp;en lassen, war auch häufig im Stande, zu einem besseren Fange zu verlielfen, wie auch gewisse Schmetterlinge, besonders Mycalesls, den dunkelrothen, vom Sirihkauen der Eingeborenen stammenden Speichel, der sich so oft auf Wegen antreffen lässt, nicht verschmähten.

Eine reiche Bezugsquelle für Sphingiden erwarb ich mir ohne Vorwissen auch dadurch, dass ich längs der an meinem Hause vorbeiziehenden Strasse eine lange Reihe von Papa3'abäumen (Carica papaya) anpflanzte, von welchen die männlichen Stämmchen schon bei einer Höhe von 5 6 Fuss mit Blüthen bedeckt waren, welche für die Schwärmer eine ganz besonders süsse Kost enthalten müssen. Denn schon kurz nach 7^ 6 Uhr erschienen Macroglossas und rasch darauf Sphingiden aller Grösse in solcher Anzahl, dass man, vor dem Bäumchen stehend, ein dumpfes, summendes Geräusch vernahm, vom Flügelschlag der mit weit vorgestrecktem Rüssel vor den Kelchblüthen schwebenden Thiere. Bis zur völligen Dunkelheit konnte man von Baum zu Baum gehen und reiche Ernte halten. Bis ich zum letzten Bäumchen gelangt war, hatten sich die vom Netzschlage verscheuchten Schwärmer schon wieder zum ersten herangewagt.

Dennoch möchte ich schliesslich Allen, welche in tropischen Ländern eine ergiebige Sammlung von Lepidopteren selbst erwerben wollen, nochmals auf das "Wärmste 2 3 geschickte und willige, mit Netz, Pinzette und Papierdüten gut vertraute Eingeborene und zahl- reiche Tödtungsflascheu unter den Lampen in den Häusern von Fremden und Bekannten anempfehlen. Das Vergnügen, welches so- wohl das Sammeln als auch die reiche, fertige Sammlung gewährt, ist ein hohes, reines, unvergessliches, von LTneingeweihten in seiner ganzen Ausdehnung nie begriffenes, kaum geahntes.

Colombo, im Januar 1S90.

Dr. L. Martin,

[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. :' XXXV 1890. Heft I.] 1 1

Die Bienen-Gattung Dasypoda Latr.

Von

August Schlettercr.

Hierzu Tafel I.

Auf meinen in Süd -Tirol unternommenen Sammelausflügen hatte ich unter anderem eine ansehnliche Zahl von Dasypoda-^iixdiQW erbeutet. Die Schönheit diesei- Bienen reizte mich, sie zu bestimmen und da Avard ich denn alsbald überzeugt, dass ein sicheres Be- stimmen unter den für diese Gattung bestehenden Verhältnissen geradezu unmöglich sei. Denn wie z. B. mitunter mehrere Beschrei- bungen unter demselben Art-Namen durchaus nicht stimmten auf die Thiere einer Art, so passte im Gegentheile Avieder oft eine ganze Reihe von Beschreibungen unter verschiedenen Art-Namen auf Stücke, welche offenbar zu einer und derselben Art gehörten. So entschloss ich mich zum gründlichen Studium der Gattung Dasypoda und glaube im Interesse der Wissenschaft, insbesondere im Interesse der euroi)äischen Hymenopterologen zu handeln, indem ich die Ergebnisse meiner diesbezüglichen Untersuchungen in monographischer Fassung veröffentliche.

Die Gattung Dasypoda gehört zur xlbtheilung der einsamen Sammelbienen und zur Unterabtheilung der Grabbienen, so genannt, weil diese Bienen in eigens gegrabenen röhrenartigen Höhlen ihre Nester anlegen. Die Namen Hosenbiene und Bürstenbiene finden ihre Erklärung in der auffallend reichen und langen Haarbekleidung der Hinterbeine. Bei den ältesten Autoren wie Linne und Geoffroy mit Apis oder wie bei Fabricius, Rossi und Illiger mit An- drena, bei Kirby mit Melitta und bei Jurine mit Tracliusa ver- einigt, wurde Dasypoda im Jahre 1802 von Latreille in seiner Histoire naturelle generale et particuliere des Crustaces et des Insectes, Band III, als eigene Gattung aufgestellt, enthält aber wieder bei manchen Forschern z. B. Illiger und Lepeletier auch Arten, welche nicht zu ihr gehören.

Dasypoda ist eine Gattung, bei welcher die Veränderlichkeit der Färbung, was die Behaarung anbelangt, wieder in besonders auffallendem Grade zu Tage tritt. Dieser Umstand erklärt es auch, dass die wenigen (9) Arten der genannten Gattung unter so vielen

12 A. Schletterer:

d. i. 30 verschiedenen Arten-Namen beschrieben worden sind. Als die luii meisten anffallcnden Beispiele führe ich unsere am weitesten verbreiteten und bekanntesten Arten argeyitata und plmmpes an. Die älteren Autoren haben mitunter die beiden Geschlechter derselben Art als verschiedene Arten beschrieben. Allgemein aber fand bei Bearbeitung dieser Gattung und bei der Beschreibung der Arten einzig und allein die Färbung der Behaarung nebst einigen illuso- rischen, also unbrauchbaren Merkmalen wie z. B. bei Radoszkowsky und Rudow Berücksichtigung. Auch die Synonymen-Angaben sind ganz und gar unvei-lässlich. da sie oft so ziemlich willkürlich zu- sammengestellt oder einfache Abschriften aus den Arbeiten anderer Autoren sind. So sind beispielsweise die Synonymen-Listen De Stc- phani's in seiner Abhandlung „Specie Siciliane del genere Dasi/poda Latr." (Naturalista Siciliano, 1887) sammt dem lateinischen Texte aus Radoszkowsky 's Abhandlung im Bande XX der Horae So- cietatis entomologicae Rossicae, 1886, abgeschrieben. Die einzigen lübenswerthen Arbeiten über Dasypoda haben Thomson und Stein geliefert. Sie allein unter den zahlreichen Forschern, welche sich mit Dasypoda beschäftigt haben, fanden beispielsweise das untrüg- liche plastische Hauptunterschiedsmerkmal zwischen pluniipes und argentata heraus, nämlich die sehr deutlichen Wangen von argen- tata, welche bei plumipes und mehreren anderen Arten fehlen; und Stein sprach unbeeinflusst von Thomson auch die richtige Vermuthung aus, dass argentata und (die im 99. Hefte der Faun. Insect. Germ, abgebildete) plumipes Banz, möglicherweise identisch seien, was Thomson bereits als ausgemacht hingestellt hatte. Ich bin überzeugt, dass Stein, hätte er ein reicheres Material zur Ver- fügung gehabt, sicher zur richtigen Ansicht bezw. Beurtheilung der Dasypoda- Arten gelangt wäre. Konnte schon Stein nicht vollständig klar sein, so konnte dies umsoweniger der Fall sein bei den anderen Autoren, welche in schwurfestem Vertrauen auf die Ansichten voran- gegangener Forscher sich gar nicht bemüht haben, plastische Unter- schiedsmerkmale zu suchen. Als Beweis dessen mahne ich beispiels- weise an die bogenförmig gekrümmten Schenkel der Hinterbeine bei dem Männchen von discincta, auf welches untrügliche und auffallende Merkmal schon Rossi im Jahre 1790 hingewiesen hat, ohne dass es aber von einem späteren Autor mit einziger Ausnahme Thomson's beachtet wurde. Wohl hat auch Thomson's Arbeit ihre Mängel; er ist nämlich sehr ungleich in der Angabe der Art-Merkmale. So z. B. erwähnt er nichts über die Länge der Geisselglieder von (hirtipes =) plumipes und über die Wangenlänge von hraccata^ ja die Beschreibung des Weibchens von hraccata bezieht sich nur auf

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 13

die Färbung. So hielt man sicli fort und fort vertrauensselig an die Färbung und suchte auf Grund einiger eben zur Verfügung stehenden Arbeiten sein Material zu bestimmen. Stimmte dann ein und anderes Stück nicht genau auf die vorliegenden Beschreibungen, so bildete man sich nur zu oft ein, eine neue Art vor sich zu haben und be- schrieb sie als solche. So war es nun freilich möglich, dass z. B, aus phcmipes und gar aus der in der Färbung der Behaarung über- aus veränderlichen rtrr/^ito^a, welche beide Arten durch ganz P^uropa, den grösseren Theil Asiens und das nördliche Afrika verbreitet sind, eine erkleckliche Anzahl s. g. neuer Arten bis in die neueste Zeit erstehen konnte. Genügten ja oft genug einige eingestreute andersfarbige Haare, wovon der und jener Autor keine Erwähnung gethan, um darauf hin allein ein Stück als neue Art zu beschreiben. Aus dem Gesagten geht es wohl hervor, wie schwierig es war, sich in dem Chaos derartiger Beschreibungen zu orientiren, die Be- schreibungen richtig zu deuten und die im Laufe der Zeit ange- wachsene Artenzahl auf ihr wirkliches Mass zurückzuführen. Trotz allem Fleissc und aller Aufrichtigkeit bei der Beurtheilung der Be- schreibungen, trotz dem reichen Materiale, welches mir aus den ver- schiedensten und entferntesten Gegenden der ganzen paläarktischen Region vorgelegen ist, mag vielleicht da oder dort eine unrichtige Ansicht ausgesprochen worden sein, weil mir ja nur ein Theil der typischen Stücke zur Einsicht vorgelegen. Um aber jedem die Ge- legenheit einer Prüfung meiner Ansichten und Urtheile zu geben, habe ich bei der Beschreibung der Arten auch die Färbung der Be- haarung eingehend berücksichtigt und überdies am Schlüsse jeder Beschreibung eine begründende Besprechung der eingereihten Sy- nonymen angefügt. Uebrigens wäre es auch fehlerhaft, wenn man die Färbung des Haarkleides gänzlich übergehen würde; denn bis zu einem gewissen Grade ist auch sie für die einzelnen Arten bezeich- nend, so dass man sogar an ihr die Arten, wenn auch nicht im männlichen (obwohl auch da zuweilen), so doch im weiblichen Ge- schlechte meist mit Bestimmtheit zu erkennen vermag, aber es sei ausdrücklich bemerkt nicht immer. So führt z. B. Stein unter anderem als Hauptunterschiede der Weibchen an und zwar von plumipes (bei ihm Mrtipes) „Sammelhaare an den Schienen und Füssen der Hinterbeine gelb und Endfransc des Hinterleibes schwarz", von argentata „Sammelhaare an den Schienen und Füssen der Hinterbeine schwarz und Endfranse des Hinterleibes gelb". Häufig würde man auf Grund dieser Merkmale die zwei fraglichen Arten richtig bestimmen, weil beide Arten die angegebene Färbung durch- schnittlich zeigen. Nun läge aber ein argentata-^ivuAi (9) vor,

14 A. Schletterer:

dessen Körperende zwar gelb behaart, dessen Hinterbeine aber eine schön rostfarbene Bürste weisen anstatt einer schwarzen; wer die obigen Merkmale für konstant hält, würde folgerichtig in einem solchen ((rgentata-^incke mit rostfarbener Fnssbürste eine andere bezw. neue Art gefnudcn zu haben glauben. Wer aber weibliche argentata- Stücke nach Dutzenden zu untersuchen hätte, würde, insbesondere wenn dieselben verschiedenen und entfernten Gegenden entstammten, ohne Zweifel finden, dass er es nur mit zwei Farbenvarietäten von argentata zu thun hat, welche durch eine Reihe von farbigen Ueber- gangsformen vermittelt sind, dass die Färbung der Bürstenhaare sehr veränderlich und also nicht als bezeichnendes Merkmal durchwegs verwendbar ist. Dasselbe gilt bezüglich der ICndfranse von plumipes und discincta-, ist sie auch bei plumipes meist schwärzlich, so giobt es doch auch Stücke, wo sie gelb, ja weisslich ist; ist sie bei (ilscmcta zwar meistentheils rostfarben, so ist sie auch mitunter zum Theil bis fast gänzlich schwärzlich, also auch veränderlich.

Die vorliegende Arbeit erhebt durchaus nicht den Anspruch auf eine erschöpfende Monographie. Der Umstand, dass unter den neun bekannten Arten von fünf Arten nur die Männchen bekannt sind, weist im Gegentheile darauf hin, wie lückenhaft zur Zeit die Kenntniss von Dasypoda ist und dass es eine Hauptaufgabe der Dasypoda- Forscher sein nmss, die bis jetzt unbekannten Weibchen der be- treffenden Arten ausfindig zu machen. Erwägt man das seltene Vorkommen der fraglichen Arten und die Wahrscheinlichkeit, das deren Unterschiede von anderen Arten (im weiblichen Geschlechte) recht unauffällige sein mögen, so stellt sich die Aufgabe nicht ganz leicht, nichtsdestoweniger aber interessant. Doch wird man die Arten- Unterschiede nicht so ausschliesslich in der Färbung des Haarkleides suchen dürfen, wie es bisher fast durchaus geschehen ist, sondern vielmehr in plastischen, konstanten Merkmalen. Von einer Sonde- rung bezw. Benennung der Farbenvarietäten wird in der vorliegenden Abhandlung abgesehen.

Den löbl. Direktionen der Museen und allen den geehrten Herren Fachkollegen, welche mich mit Material unterstützt haben, sei dafür herzlich gedankt.

(x e n u s Dasypoda L a t r.

< Apis Linn.: Syst. Nat., T. I, p. 574, Edit. X 1758

<Apis Geoffr.: Hist. Insect., T. H, p. 385 17G2

<Ap}s Linn.: Syst. Nat., T. I, Pars I, p. 953, Edit. XH . 1767

<Andrena Fab.: Entom. Syst., T. I, p. 370 1774

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 15

< Apis Linn.: Natursyst. T. II, Pars V, p. 888 1775

< Andrena Fab.: Spec. Insect., T. I, p. 472 1781

< Andrena Fab.: Mant. Insect., T. I, p. 298 1787

<Apis Linn.: Syst. Nat., T. I, Pars V, p. 2770 1789

< Andrena Fab.: Ent. Syst., T. II, p. 307 1793

< Melitta Kirby: Monograph. Ap. Angl, T. I, p. 127 et 130 1802

< Melitta Kirby: Monograph. Ap. Angl., T. Tl. p. 4 . . . 1802 Dasypoda Latr.: Hist. Nat. Crust. et Insect., T. III, p 373 1802

Dasypoda Fab.: Syst. Piez , p. 335 1804

Dasypoda Latr.: Hist. Nat. Crust. et Ins., T. XIII, p. 3G9 1805

Dasypoda Panz.: Krit. Revis., T. II, p. 204 180G

< Dasypoda Illig.: Magaz. Insektenkunde, T. Y, p. 83 . . 180G (.Dasypoda Illig.: Magaz. Insektenkunde, T. VI, p. 200 . 1807

< Andrena Illig.: Rossi, Faun. Etrusc, P^dit. II, p. 157 . . 1807

< Trachusa Jur.: Nouv. Method. Hymenopt. et Dipt., p. 247 1807 Dasypoda Klug: Mag. Gesellsch. naturforschend. Freund.

Berlin, Jahrg. II, p. 55 1808

Dasypoda Latr.: Gen. Crust. et Insect., T. IV, p. 151 . 1809

Dasypoda Leach: Edinburgh Encyclop., T. IX, p. 155 . 1830

Dasypoda Curtis: Brit. Entom., T. VIII, p. 367 . . . . 1831 Dasypoda Griffith: Cuv. Anim. Kingd. Class. Ins., T. II,

p. 382 1832

< Dasypoda Lepel.: Hist. Nat. Ins. Hym., T. II, p. 229 . . 1841 Dasyp>oda Schenck: Jahrb. Ver. Naturk. Nassau, Heft IX,

p. 31 et 102 1853

Dasypoda Sraith : Catalog. Brit. Hymenopt. (Bees of Great

Brit.), T. I, p. 111 1855

Dasypoda Schenck: Jahrb. Ver. Naturk. Nassau, Heft XIV,

p. 28, 41, 49 et 70 1859

Dasypoda Thoms. : Opusc. Entom. Fase. I, p. 15 . . . 1869

Dasypoda Thoms.: Hymenopt. Scandinav., T. II, p. 61 . 1872

Dasypoda Saund: Trans. Ent. Soc. Lond., p. 284 . . . 1882

Habitus rohustus. Caput evidenter punctaium via; thoracis latitudine, depressma et {antice visum) fere circulare (Tab. I, Fig. 5). Faciei clypeus suhconvexus. Palpi iinaxillar es filiformes et sex-articulati, palpi labiales paidlo longiores, filiformes et

(piatuor-ariiculati. Mandibidae arctiatae sublongae et pone api- cem dentieulo obtuso armatae. Ocidi angusto-oviformes\ occlli in

16 A. Schletterer:

Uneam levlter curvatarn disposiii. Antennae in media ocidorum insertae et areuatbn curvatae, in feminis seniper fdiformes, hre- viores et 1'2-articnlaiae (Tab. 1, Fig. 1), in niarihus longiores, filiformes vel serratae et iS-artieulatae (Tab. I, Fig. 2 et 9). Caput viliis densis ohtectam, imjnHmis in maribus, fronte e.vcepta sparse villosa vel nuda in feminis.

Thorax unacum segmento mediano glohosus et supra plns minus conspicue pimctatus. Mesonotiim leviter convexum^ scu- tellam lunare, metanotum convewum et valde ahhreviattnn. Seg- mentwn medianum declive lateraliter evidenter punctatum; area ejica mediana (metanotum attingens) trianguiaris tenuissime punc- tata, opaca vel plus minus nitida. Thorax dense villosus^ supra in medio plerumque viliis minus densis, in feminis saepe dispersis sive nudus. Segmentum medianum lateraliter dense villosum, medium versus viliis suhdispersis, in medio nudum. Pedes ple- rumque omnino pilosi; tarsorum unguicidi hifidi\ tihiae quatuor anticae calcari longo armatae, pedes posteriores longiores et in feminis scopa pcrgrandi ad pollen coUigendum instrueti; tihiae posteriores calcarihus duohus armatae. Abdomen in sexu femi- nino depressum, dilatatum et segmentis sex, in sexu mascidino approximatim oviforme, multo densius villosum segmentis quatuor.

Ala antica apicem versus plus minus evidenter affumata, stigmate parvo., cellula radiali lanceolata apice marginem anticum attingente, cellulis cuhitalibus et discoidalibus duahus, ceUula suhmediali externa apicem versus dilatata, cellula costali an- gustissima (Tab. I, Fig. 3 et 4). Ala postica cellula costali an- gustissima, cellulis mediali et cuhitali in cellulam imicam magnam confusis et cellula suhmediali interna, lobo hasali cellulae sub- medialis dimidium aequante (Tab. I, Fig. 3 et 4).

Villorum piloi^umque vestitus, imprimis quod ad colorem pertinet, valde variabilis.

Q. . Allgenieine Körpergestult untersetzt. Kopf ein wenig schmäler als das Bruststück, von vorne nach hinten zusammengedrückt und, von vorne betrachtet, annäherungsweise kreisförmig (Taf. I, Fig. 5). Kopfschild massig stark gewöbt, mit geradlinigem, sehr leicht leisten- förmigeni Yorderrandc, hinter welchem (besonders seitlich) ein längerer, ziemlich lockerer Haarbesatz bemerkbar ist. Die Überlippe trägt am Vorderrande einen dichten Wimpernsaum. Kiefertaster fadenförmig, mit sechs Gliedern, welche vom zweiten weg gegen die Spitze hin allmählig kürzer und dünner werden. Lippentaster fadenförmig, ein wenig länger als die Kiefertaster und viergliederig; die zwei ersten Tasterglieder sind gleich lang, das dritte um die Hälfte kürzer als

die Bienen-Gattutiff Dasypoda JLatr. 17

jene, das vierte fast um die Hälfte kürzer als das dritte. Alle Glieder gegen den Grund hin weiss und in der äusseren Hälfte schwarzbraun. Oberkiefer ziemlich lang, bogenförmig gekrümmt, mitten mit einer tiefen, von zwei Kiellinien begrenzten Längsfurche, am Grunde seicht skulpturirt, mitten glänzend glatt, gegen die stumpfe Spitze hin matt; hinter der Spitze ein deutlicher stumpfer Innenzahn, daneben eine deutliche Längsfurche. Die Oberkiefer berühren die Netzaugen oder sind durch mehr oder minder lange Wangen von ihnen ge- schieden (Taf. I, Fig. 5, 14 und 18). Netzaugen schmal eiförmig, vorne weiter gerundet als hinten (oben), reichlich doppelt so lang wie breit. Die Nebenaugen liegen in einer schwach gekrümmten Linie, so dass die Gerade, welche man sich (pier durch den Hinter- rand der Netzaugen gezogen denkt, die hinteren Nebenaugen durch- schneidet. Die Fühler entspringen ungefähr in der Geraden, die man sich quer durch die Mitte der Netzaugen gezogen denkt; sie sind kornartig gebogen und kurz, bei dem Weibchen kürzer, 12-gliederig und immer fadenförmig (Taf. 1, Fig. 1), bei dem Männ- chen länger, ohne jedoch die Länge des Bruststückes sammt dem Mittelsegmente zu erreichen, 13-gliederig, fadenförmig oder gesägt (Taf. I, Fig. 2 u. 9). Der hinter den Augen gelegene Kopftheil ist sehr verkürzt. Der ganze Kopf ist dicht zottig behaart, nur in der Gegend der Netz- und Nebenaugen zerstreut behaart bis nackt.

Bruststück sammt Mittelsegment kugelig. Mittelrücken sanft gewölbt, Schildchen halbmondförmig; der Hinterrücken (Hinter- schildchen) stellt einen schmalen (kurzen) Querwulst vor; alle drei Theile sind durch eine deutliche Furche von einander geschieden. Mittelsegment steil abfallend, im mittleren dreieckigen Baume seicht, undeutlich skulpturirt bis einfach matt oder massig stark glänzend. Vorderschienen mit einem langen blassen, die zwei hinteren Schienen mit zwei Spornen; Klauen bei beiden Geschlechtern zweispitzig. Hinterbeine länger als die vier vorderen und wie diese dicht behaart, bei den Weibchen mit einer autfallend stark entwickelten Sammel- bürste ausgestattet. Bruststück dicht zottig und zwar seitlich und unten länger behaart; gegen die Mitte hin ist der Rücken locker behaart und mitten sehr häutig ganz nackt, doch in veränderlicher Ausdehnung. Mittelsegment nur ' seitlich dicht zottig, gegen die Mitte hin aber locker behaart und mitten nackt.

Der Hinterleib des Weibchens von oben nach unten zusammen- gedrückt, vorne und hinten leicht verschmälert; die vordersten und besonders die hintersten der sechs Segmente sind auf der Oberseite immer viel stärker behaart als die mittleren; auf der Bauchseite sind die vorderen Segmente locker behaart, die hinteren tragen vor

XXXIV. Heft I. 2

18 A, Schletterer:

dein IlinteiTande je eiue dichte Reihe huiger Haare und ausserdem ist deren Hinterrand fein bewimpert.

(f. Die Männchen sind schhinlver gebaut. Die Füliler sind länger, der Hinterleib ist schmäler, oben stärker gewölbt, nach hinten zugespitzt und im ganzen gestreckt eiförmig, mit sieben Segmenten. Das Gesicht und insbesondere der Kopfschild dichter und länger zottig behaart. Das Bruststück ist auf der Oberseite dichter behaart, so dass der Mittelrücken mitten seltener einen nackten Raum weist, wiewohl auch bei dem Männchen in der Mitte die Haare mehr locker stehen. Es sind zwar mitunter gegen die Mitte des Mittelrückens hin schwarze Haare eingestreut, allein die allgemeine Färbung ist durchaus hell d. i. gelblich grau bis lebhaft rostroth, nach unten grösstentheils heller bis weiss, sehr selten dunkler bis schwärzlich braun. Die Behaarung der Beine ist gegen den Grund hin durch- schnittlich heller, selten dunkler, wie ich das öfters an Stücken aus dem südöstlichen Europa und dem westlichen Asien bemerkte. Die Klauen sind wie bei dem Weibchen am Ende gespalten; die Schenkel und Schienen zeigen im Gegensatze zu jenen der Weibchen eine ziemliche Mannigfaltigkeit in ihrer Gestalt und bieten darin vorzügliche Unterscheidungsmerkmale. Der Hinterleib ist viel reicher behaart als bei den Weibchen; ausser den abstehenden, zottigen, grauen, gelben bis rostrothen Haaren sind die Segmente am Hinter- rande sehr oft mit einem dicht anliegenden, helleren Wimpernbeleg versehen und auf den hinteren Segmenten sind häutig z. B. phonipes^ siiccincta und discinda schwarze Haare beigemengt, ja die letzten Segmente mitunter ganz schwarz behaart (z. B. discincta).

Vorderflügel gegen die Spitze hin mehr oder minder deutlich angeraucht, mit schwärzlichem, selten (bei discincta) mit röthlichem Geäder. Das Randmal ist klein, doch sehr deutlich ausgebildet, die Kostalzelle sehr schmal. Ausser den drei Basalzellen die Basal- ader trifft die Kostalader ein wenig vor dem Randmal sind voll- ständig abgegrenzt : die Radialzelle, welche lanzettlich, nahezu viermal so lang wie breit ist und mit der Spitze dem vorderen Flügelrand anliegt, zwei Kubitalzellen, deren äussere sichtlich kleiner als die innere und aussen von einer (der zweiten) bogenförmig nach aussen gekrümmten Kubitalquerader begrenzt ist, zwei Diskoidalzellen, deren äussere dreimal so lang wie breit und schräg aufwärts steigt, endlich die nach aussen erweiterte äussere Submedialzelle. Die erste (innere) Diskoidalquerader trift't die Kubitalader bald knapp an der Mündungs- stelle der ersten Kubitahiuerader, meist aber ausserhalb dieser und zwar bald nächst dieser, bald in bedeutender Entfernung von ihr, so dass mithin ihr Mündungspunkt und zwar auch an den Individuen

die Bienen-Gattung I>asypoda hatr. 19

derselben Art, ja sogar mitunter an den beiden Vorderflügeln eines und desselben Stückes veränderlich ist (Taf. I, Fig. 3). Die Basal- ader und Medialader zeigen die Neigung, sich mitsammen zu ver- einigen, so dass in diesem Falle die erstere ausserhalb der Medial- querader und nicht an dieser selbst einsetzt (Taf. I, Fig. 4). Im Hinterflügel sind vollständig abgegrenzt die sehr schmale Kostalzelle, die infolge des Fehlens der Basalader zu einer einzigen grossen Zelle verschmolzenen Medial- und Kubitalzelle und die innere Submedial- zelle. Der Basallappen erreicht ungefähr die halbe Länge der ge- nannten Submedialzclle. Die 14 16 Frenalhäkchen bilden eine ununterbrochene Reihe (Taf. I, Fig. 3 und 4),

Geschlechtsunterschiede: cf Köri)ergestalt schlanker bezw. Hin- terleib länglich eiförmig, stark gewölbt und aus sieben Segmenten bestehend, durchaus und dichter behaart, jedoch am Ende ohne auf- fallend gehäufte, dichte und lange Fransenhaare; Hinterbeine mit bis an"s Ende gleichmässig kurzer Behaarung; Fühler länger und 13-gliederig; Kopfschild wie das ganze Gesicht dicht zottig behaart. $ Untersetzt, indem der Hinterleib merklich abgeplattet ist, mit sechs Segmenten; Hinterleib viel spärlicher behaart, in der Mitte der Segmente oft nackt, an seinem Ende aber mit einem dichten, längeren, fransenartigen Haarbestande; Hinterbeine mit einer autt'allend stark entwickelten Sammelbürste; Fühler kürzer und l"2-glicdcrig; Kopf- schild schwächer behaart bis nackt.

Die Weibchen von Dasypoda besitzen in der überaus stark entwickelten Sammelbürste ihrer Hinterbeine und in der langen, dichten Fransenbehaarung des Körperendes ein zu auifallendes Merk- mal, als dass eine Verwechselung mit irgend einer anderen Bienen- Gattung stattfinden könnte. Um so näher liegt dagegen eine Ver- wechslung der Männchen von Dasypoda und zwar mit Andrena, insbesondere aber mit den Männchen von Cilissa und Lithurgus. Man vergleiche beispielsweise ein kleines männliches Stück von Dasyp. plumipes mit männlichen Stücken von Cilissa leporina Panz. und von Lithurgus haemorrhoidalis Lepel. Die Aehnlichkeit der ge- nannten drei Arten in Grösse, allgemeiner Körpergestalt, Behaarung und Färbung ist eine frappante. Man wird sich am schnellsten zu- rechtfinden, wenn man sein Augenmerk auf das Flügelgeäder richtet. Während im Vorderflügel von Dasypoda nur zwei Kubitalzellen, sind in jenem von Andrena und Cilissa deren drei abgegrenzt. Bei Lithurgus sind ebenso wie bei Dasypoda zwei Kubitalzellen vor- handen; bei Lithurgus jedoch berührt die Spitze der Radialzelle nicht den vorderen Flügelrand, wie dies bei Dasypoda der Fall ist;

2*

i^O A. Schletterer:

nusserdeni sind die Fühler bei lyithurffits viel kürzer als bei />«- si/poda, gerade und nicht horuartig gebogen.

Die Hauptiinterschiedsnierkinalc liegen: 1. in der Länge bezw. im Felden der Wangen; 2. in der Anzahl bezw. im Felden der weissen Wimpernbinden oben am Hinterrande der Hinterlcibsegmente im weiblichen Geschlechte; 'S. in der Gestalt der Fühlergeissel, ob gesägt oder fadenförmig bei den Männchen; 4. in der relativen Länge der unteren Geissclglicdcr bei den Männchen; 5. in der Gestalt der Schenkel und Schienen der Hinterbeine im männlichen Geschlechte. Die Skulptur gestattet infolge des verhüllenden Haai-kleides nur eine beschränkte Verwendung. Für discincta scheint die röthliche Fär- bung des Flügelgeäders und der Beine (wenigstens des letzten Paares) bezeichnend, da sie sonst bis auf die theilweise helleren Fühler und Fussspitzen durchaus schwärzlich ist. Bis zu oinor gewissen Grenze ist auch die Art der Behaarung für die Bestimmung verwendbar, während die Färbung der Behaarung bei ihrer grossen Veränderlich- keit insbesondere dem weniger erfahrenen Dilettanten ein richtiges Bestimmen nur zufällig ermöglicht. Auch das durch Vergleichen eines reichen Materials geschärfte Auge des Fachmannes wird, insbesondere was die Männchen anbelangt, nur einzelne Arten nach dem Haarkleide allein bestimmt unterscheiden können.

Lebensweise. Wie überhaupt die starkbehaarten Bienen durch ihr allgemeines Haarkleid auch ohne darauf berechnetes Zuthun schon vorzüglich befähigt sind zum Sammeln und Uebertragen von Blüthenstaub, so besitzt Da.riipoda überdies in den ausserordentlich langen und dichten Bürstenhaaren der Hinterbeine einen ganz be- sonders geeigneten Sammelapparat. Obwohl auch die hinleren Hüften und Schenkel ebenso wie die Schenkel der vorderen Beine durch ihre immerhin reiche Behaarung ihren Dienst als Sammelvorrichtung thun, wie dies auch der Fall ist bei Sphecodes und noch mehr bei Ilalictus und Andrena, so liegt doch der Schwerpunkt der Sammel- tliätigkeit bei Dasypoda in der auffallend stark entwickelten Bürste an den Schienen und an dem P^ersengliede der Hinterbeine, welche Anlage neben dem Vortheile bequemen und raschen Sammeins einer- seits und leichten, ja unvermeidlichen Abstreifens an den klebrigen oder haarigen Blüthennarben andrerseits auch den Vortheil besitzt, dass während der Bewegung des Fluges und Kriechens ausserhalb von Blüthen der gesammelte Pollenvorrath gut geschützt ist gegen Verlust durch Abstreifung u. s. w., jedenfalls besser als auf Kopf, Rücken und Bauch. Dasypoda spielt daher in der Blüthenbefruch- tung eine selir hervorragende Holle und seine Vermittlungstliätigkeit ist, wie es die im folgenden aufgezählte Pflanzenreihe ersehen lässt.

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 21

vorzugsweise auf die Komijositen und diesen zunächst stehende Fa- milien gerichtet. Als von Dasypoda in Nordwest-Deutschland besuchte Pflanzen führt Hermann Müller an: Hypochoeris ra- diata, Thrincia hirta, Picris hieracioides, Crepis biennis und Leontodon autumnalis, Hieracium umbellatum, Cen- taurca jacen, Cichorium intybus, Carduus acanthoides. Cirsium arvense, ferner Jasione montana, Potentilla an- serina und reptans. Scopoli und Panzer erwähnen Tussilago farfara und letzterer noch Serratula arvensis, Carduus und Cirsium; Illiger und Rossi: Daucus visnaga (getrocknet). Friese beobachtete nach brieflicher Mittheilun.u; argentata in der Schweiz vorzugsweise auf Succisa, Scabiosa und Knautia, in Ungarn auf Scabiosa ochroleuca, wo sie nach Mocsary's Zu- schrift sehr häutig zu treffen ist. Nach Frey-Gessner's Mittheilung kommen jjlumipes und argentata im heissen Theil von Wallis sehr häutig auf Scabiosa und gelegentlich auch auf Centaurca va- lesiana vor. Hand Urs ch fing seine zahlreichen Z)a^<f?//>0(/rt-Stücke- fast durchswegs D. lüumipes^ in der Umgebung von Wien auf Centaurea Scabiosa. Cichorium intybus und Hieracium- Ich beobachtete in Süd -Tirol Dasypoda, grösstentheils D. argen- tata, auf Crepis, Hieracium, Carduus acanthoides, Cicho- rium intybus, Scabiosa arvensis, Centaurea jacea, ni- grescens und am häufigsten auf der überhaupt massenhaft und von verschiedenen Bienen-Arten (z. B. vorzugsweise der Gattungen Apis, Halictus, Andretia, Osmia, Heriades, Anthidium) besuchten Cen- taurea arenaria.

Die Flugzeit von Dasypoda beginnt nach Herrn. Müller und Friese in Deutschland und der Schweiz mit Anfang des Juli, in Ungarn nach Mocsary um die Mitte des Juni und endet im September. Ich fand in Süd-Tirol in den ersten September-Tagen regelmässig nur mehr vereinzelte Thiere. Die Anzahl der Individuen einer Art und das Zahlenverhältniss der beiden Geschlechter ist so- wohl in verschiedenen Jahren als auch an verschiedenen Oertlichkeiten sehr verschieden. Welche Umstände dafür entscheidend sind und wie weit der Zufall bei den gemachten Beobachtungen hineinspielte, mu9S dahingestellt bleiben. Als sehr verderbliches Schmarotzerinsekt führt Herrn. Müller eine Fliegenart der Gattung Miltogramma an. Ihre Bruthöhlen legt Dasypoda nach Herrn. Müller und Friese an besonnten Stellen in reinem, thonigem oder mergeligem, bald lockerem, bald steinhartem Sandboden an, welche Höhlen eine Tiefe von 2 ."i, meistentheils aber von 4— G dm. erreichen. In jedem seitlich von dem Hauptgange gegrabenen Kämmcrchen legt das Weibchen auf je

22 A. ScMetterer:

einer honigdurclitränkten rollcnkugcl ein langgestrecktes, bogenförmig gekrümmtes, dicht anliegendes Ei und scbliesst das Kämmerchen mittels Sand ab. Die Anfangs afterlose Larve ist weisslich, die Puppe, Anfangs scbneeweiss, färbt sich im Laufe eines Tages schon gelblich und dann allmählig dunkler, je mehr sie sich dem Ende ihres Puppenzustandes nähert. Ich verweise bezüglich Entwicklung, Nest- bau und Lebensweise auf Dr. Hermann Müller's sehr detaillirte und äusserst interessante Abhandlung: „Ein Beitrag zur Lebensgc- schichtc der Dasypoda hirtipes Fah." {=^ plwnipes Vnnz.) im Jahr- gang XLI der Verhandl. des naturhist. Vereines der preuss. Rhein- lande, 1884.

Verbreitung. Dasypoda ist durch die ganze paläarktische Region bezw. durch alle vier Subregionen derselben verbreitet. Eines der zahlreichen im königl. Museum für Naturkunde zu Berlin be- findlichen Z>. ar^^niato-Stücke führt die Bezeichnung „Indien". Da ich ausserdem nirgends eine Notiz finden konnte, welche auf das Vorkommen von Dasypoda in Indien und überhaupt in der orienta- lischen Region sich bezieht, so will es mir scheinen, dass bei der fraglichen Bezeichnung ein Irrthum unterlaufen sein mag. Sollte jedoch dies nicht der Fall sein, so dürfte sich dieses vereinzelte Vorkommen wohl durch einen Zufall erklären, welcher das genannte Thier von den Höhen des Himalaja hernieder in die orientalische Region versetzt hat, wie nian ja in allen Grenzgebieten von Regionen und Subregionen ähnlichen zufälligen Vorkommnissen zu begegnen Gelegenheit hat. Ich glaube also, Indien nicht zum Verbreitungs- areale von Dasypoda rechnen zu dürfen. Die weiteste Verbreitung haben plumipes (durch alle vier Subregionen) und argentata (ganz Europa, das westliche und mittlere Asien und Nord-Afrika), welche Arten zudem auch durch den grossen Reichthum an Individuen und die auttallende Veränderlichkeit der Färbung ihres Haarkleides ausgezeichnet sind. Nebst den zwei genannten Arten ist es nur noch D. Thomsoni, welche ausser in den Mittelmeerländern auch noch im östlichen und nördlichen Europa vorkommt. Eine Art ist bisher nur von der südöstlichen Mongolei bekannt. Die Verbreitung der sechs übrigen bekannten Arten ist ganz auf die Mittelmeerländer und nächst benachbarten Gebiete beschränkt. Da unter den neun bekannten Arten acht in dem mediterranen Gebiete (2. Subregion) vorkommen, so bilden also auch diese Länder das Hauptverbreitungs- gebiet der Gattung Dasypoda. Nachdem /dasypoda über das ganze nördliche Asien d. i. durch ganz Sibirien hin bis an die Küste des stillen Oceans verbreitet ist, so lag die Vermuthung nahe, dass diese Gattung auch in Nord-Amerika vorkommen dürfte. Ich

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 23

konnte aber nirgends auch nur eine Andeutung ihres Vorkommens in Amerika linden. So haben wir mitliin in Dasypoda eine Bienen- Gattung vor uns, welche durch die ganze paläarktischc Region verbreitet, dabei aber auf diese Region beschrcänkt und somit für deren Fauna bezeichnend ist.

Coiispectus specierum.

Marcs:

1. Capitis genae valde inconspicuae sivc desunt (Tab. I, Fig. 5) 2

Caput genis evidentissimis instructum (Tab. I, Fig. 14 et 16) 5

2. Antennarum flagellum intus evidenter serratum (Tab. I, Fig. 0)

suceincta Linn.

Antennarum flagellum filiforme (Tab. I, Fig. 2) S

3. Pedum posteriorum femora arcuatim curvata(Tab. I, Fig. 12); tibiae eorum in apice in lobum obtuso-triangularem inter calcaria positum productae disclncta Rossi.

Pedum posteriorum femora haud curvata (Tab. I, Fig. 7); tibiae sine lobo apicali i

4. Abdominis segmenta in margine postico ciliorum fasciis al- bidis, densissimis et adpressis sub pilis longioribus plus minus erectis instructa. Pedes pilis rufis vel flavis, ad basiu albidis plumipes Pauz.

Abdomen pilis erectis quam in D. plumipede longioribus, sed fasciae ciliorum albidorum segmentis adpressae desunt. Pedes (et Caput) fere omnino obscure i. c. fusco-nigre pilosa

pyrotrichia Forst.

5. Antennarum flagellum intus evidenter serratum (Tab. I, Fig. 13) Frieseana u. sp.

Antennarum flagellum filiforme (Tab. I, Fig. 2) 6

6. Pedum posteriorum tibiae ad apicem intus evidenter callosu- incrassatae (Tab. I, Fig. 17) Thomsoni Schlett.

Pedum posteriorum tibiae ad apicem intus haud incrassatae (Tab. I, Fig. 7) 7

7. Antennarum flagelli articulus tertius et articuli sequentes crassitie sua vix sive pauUulo longiores (Tab. I, Fig. 15); genae longitudine mediocri (Tab. I, Fig. 14) argentata Panz.

Antennarum flagelli articulus tertius et articuli sequentes crassitie sua evidenter i. e. sesqui longiores (Tab. I, Fig. 19); genae evidenter longiores (Tab. I, Fig. 18) longigena n. sp.

24 A. Schletterer:

F e m i 11 a c :

1. Caput genis cvidentissimis instructum (Tab. I, Fig. 14)

argentata Panz.

Capitis geiiac valdc iiiconspicuac sivc clesunt (Tab. I, Fig. 5) 2

2. Abdonieii supra niidum scgmentorum latcribus cxceptis pi- lusis; ciliorum fasciac albidae desunt . . . discincta Rüssi.

Abdorainis segmenta in niargine postico fasciis ciliorum al- borum densissimis, corpori adpressis instructa 3

3. Abdomen ciliorum fasciis albis tribus instructum

yluinipes Panz.

Abdomen ciliorum fasciis albis quatuor instructum

succincta Liiin.

Dasypotla plumipes Panz. 'i Apis farfarisequa Scop.: Entom. Carniol. Ins., p. 3U0 . . 1763 ? Andrena succincta var. minor Fab. : Spec. Ins., T. I, p. 474, 5 1781 y Apis farfarisequa Linn.: Syst. Nat., T. I, Pars V, p. 2771 1789 'i Apis Jarfarisequa Christ.: Naturgesch. Ins., Abth. I, Abschn.

" 2, p. 175 1791

'} Apis hirta Fab.: Ent. Syst., T. II, p. 335, d 1793

Andrena plumipes Panz.: Faun. Germ,, Heft 46, Fig. 16, Q. 1797 Apis farfarisequa Panz.: Faun. Germ., Heft 55, Fig. 14,0^ 1798 Meliüta Sivammerdamella Kirby: Monograph. Ap. Angl ,

T. II, p. 174, 9 1802

'} Dasypoda hirta Fab.: Syst. Piez., p. 336, <f 1804

Dasypoda hirtipes Illig.: Magaz. Ins., T. V, p. 85, 2 .1806 ? Trachusa hirtipes Jur. : Nouv. Method. Hym. et Dipt., p.

250, (f ' 1807

Dasypoda graeca Lepel. et Serv.: Encyclop. Method., T. X,

p. 405, (f 1«25

Dasypoda SivammerdameUa Curt.: Brit. Entom,, T, VIII,

p. et tab. 367, cfQ 1831

Dasypoda cingidata Erichs.: Waltl, Reise südl. Span., p.

105, cf Q 1835

Dasypoda hirtipes Lepel.: Hist. Nat. Ins. Hym., T. II, p.

229, c/9 1841

Dasypoda villosa Lepel : Hist. Nat. Ins. Hym., T. II, p.

232, cf ' 1841

Dasypoda hirtipes Smith: Zoologist, T. IV, p. 2241 . . 1848 Dasypoda hirtipes N)l.: Ap. Boreal. in Act. Soc. Fenn..

T. I, p. 22b,' (fQ. 1848

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 25

DasyiJoda hirtipes Eversm.: Bull. Soc. Imp. Mose, T, XXV,

p. 55, 0"$ 1852

Dasypoda hirtipes Sclieiick: Jahrb. Ver. Naturk. Nassau,

Heft IX, p. 31, ö'Q 1853

Dasypoda hirtipes Baer: Bull. Soc. Imp. Mose, T. XXVI,

p. 69, cf 2 1853

Dasypoda nemoralis Baer: Bull. Soc. Imp. Mose, T. XXVI,

p. 70. c/Q 1853

? Dasypoda palleola Baer : Bull. Soc. Imp. Mose, T. XXVI,

p. 70, Q (nee cf) 1853

Dasypoda hirtipes Smith: Cat. Brit. Hym. Ins., T. I (Bees

of Great Brit), p. 112, cf $ 1855

Dasypoda hirtipes Schenck: Jahrb. Ver. Naturk, Nassau,

Heft XIV, p. 208, cfQ 1859

Dasypoda hirtipes Thoms. : Hym. Scandinav., T. II, p.

63, cf9 1872

Dasypoda hirtipes Stein: Entom. Nachr. Stettin, T. VII,

p. 108, cfQ 1881

Dasypoda hirtipes Rud.: Entom. Nachr. Stettin, T. VII,

p. 80, cf, p. 83, 9 1881

Dasypoda aiirata Rud.: Entom. Nachr. Stettin, T. VII,

p. 83, Q (nee cf) 1881

Dasypoda spectahilis Rud.: Entom. Nachr. Stettin, T. VII,

p. 81, ö", p. 83, 2 1881

Dasypoda cingulata Saund. : Entom. Monthly Mag., T.

XVIII, p. 167, cf . . 1882

Dasypoda hirtipes Saund.: Trans. Ent. Soc. Lond., p. 284,

cf 9, tab. XI, fig. 3, 3a, 3b 1882

Dasypoda hirtipes Radoszk.: Hör. Soc. Ent. Ross., T. XX,

p. 181, cf Q, tab. XIII, fig. 1 1886

Dasypoda pyriformis Radoszk. : Hör. Soc. Ent. Ross.,

T. XX, p. 184, Q, tab. XIII, fig. 2 1886

Dasypoda hirtipes De Stepli.: Naturalist. Sicil, T. VI, p.

190, cf 9 1887

Dasypoda cingulata De Steph, : Naturalist. Sicil., T. VI,

p. 211, cf9 . . .' 1887

Dasypoda canescens De Steph.: Naturalist. Sicil., T. VI,

p. 213, cf 1887

9. Long. corp. 12 16 mm. Facies villis densis, Havescenti- canis, saepe nigris inten nixtis, raro fere omnino nigris; tempora villis canis, ocidos versus nigins intermioctis; occiput nigro- villosum., ad niarginem postictim rufo-villosum. Faciei clypeus

26 A. Schütterer:

[mnctis mediocriter densis et mediocriter tenuibus, hine Ulincque eonjhientihus. Genae hrevisshnae sive desunt (Tab. I, Fig. 5).

Thorax supra in medio nigro-villosus, antice posticeque vilUs rufo-vel paUido-ßavis, lateraliter et suhtiis villis alhis vel flavo- alhis. Segmentwin medianuni tenuiter sparseque puncttdatum ; area ejus triangidaris fere polita atque nitida. Abdomen supra fasciis ciliorum albis tribus, in medio saepe plus minus inter- ruptis, postice villis densissimis longioribus, saturate fuscis vel interdmn flavis sive albidis. Pedes quatuor antici villis intus flavis vel i^tißs, extus bruneis, basin versus albicantibus ; pedes posteriores scopa laete ru/o-ßava, basin versus villis ßavo-albis.

cf. Long. corp. 10 15 mm. Capxd albo-villosum, in occipite villis ßavidis vel pallide rufis. Antennarum fiagellum filiforme {nee serratum) [Tab. I, Fig. 2]; ßagelli articulus secundns quam primus fere duplo et dimidio longior, artiadi sequentes erassitie sua evidenter sesqui longior es (Tab. I, Fig. 6).

Thorax supra villis rufo-ßavis vel ßavo-canis, subtus albo- villosus. Abdomen omnino rufo-vel ßavide cano-villosum vel in segmentis tribus posterioribus villis intermixtis nigris vel seg)nenta jfosteriora omnino nigro-villosa; abdominis segmentorum (primo excepto) margines postici ciliis densissimis albidis. Pedes rufo- vel ßavldo-villosi, basin versus albide villosi.

9. Kopfschilcl mit massig dichter und massig grober, stellen- weise zusammenfiiessender Punktirung. Die Wangen fehlen bezw. sind sehr kurz. Hinterkopf zwischen den Nebenaugen und dem Kopf- hinterrande sowie zwischen den Nebenaugen und dem Fühlergrunde ziemlich dicht und fein punktirt, seitlich gegen die Netzaugen hin nahezu polirt glatt. Schläfen seicht doch deutlich und runzelig punktirt, gegen die Netzaugen hin glatt. Gesicht mit dichtstehenden zottigen, mitunter durchaus gelblich grauen oder öfters eingestreuten schwarzen Haaren besetzt, in seltenen Fällen fast ganz schwarz be- haart, Schläfen grau behaart, gegen die Netzaugen hin mit einge- streuten schwarzen Haaren; Scheitel schwarz behaart, Hinterkopf nächst dem Hinterrande mit roströthlichen Haaren besetzt. Zweites Geisseiglied reichlich doppelt so lang wie das dritte, die folgenden Geisseiglieder breiter als lang (Taf. I, Fig. 1).

Mittelrücken seicht und fast zerstreut punktirt, mitten beinahe glatt. Schildchen massig seicht und massig bis ziemlich dicht punk- tirt, ebenso der Hinterrücken, Mittelsegment mit feinen, zerstreuten Pünktchen besetzt; dessen mittlerer dreieckiger Raum nahezu polirt glatt. Bruststück oben und zwar vorne und hinten röthlich gelb bis hellgelb, mitten aber schwarz behaart, seitlich und unten gelblich

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 27

weiss bis fasl rein weiss behaart. Mittelscgmeiit mit lockerer, röth- lich gelber bis gelblich weisser Cehaarnng. Die vier vorderen Beine an den Hüften gelblich weiss, an Schenkeln und Schienen innen gelb bis rostroth, aussen braun behaart; die zwei Hinterbeine mit grell rostfarbener Sammelbürste, gegen den Grund hin gelblich weiss behaart.

Hintei'leib auf dem vordersten Segmente mit lockeren gelblichen, nach hinten weisslichen zottigen Haaren besetzt; die drei folgenden Segmente stark glänzend und seicht lederartig, mitten mit zerstreuten, seitlich mit dichtstehenden tiefschwarzen Borstenhaaren bedeckt, längs dem Hinterrande mit je einer autfallenden Binde sehr dichtstehender und knapp anliegender weisser Wimpernhaare: die vorderste Binde ist meistens, die mittlere oft, die hinterste seltener mitten unter- brochen, das fünfte Hinterleibsegment mit derselben Skulptur wie die vorhergehenden Segmente, vorne zerstreut, hinten sehr dicht buschig behaart und zwar geht die Färbung der Haare von vorne nach hinten aus tiefem Schwarz durch Braun in Rauchgrau über. Endsegment schwarz bis rauchgrau buschig behaart. Was die Unter- seite des Hinterleibes betrifft, so tragen das zweite, dritte, vierte und fünfte Segment am Hinterrand einen feinen, anliegenden grauen Wim- ])ernsainn, die letzteren drei Segmente vor diesem eine Reihe ab- stehender schwärzlicher zottiger Haare.

Körper schwarz; nur die Fühlergeissel zeigt an der Unterseite die Neigung sich zu bräunen und die Füsse (Tarsen) sind gegen die Spitze hin rostroth. Flügel glashell; Vorderflügel gegen die Spitze zu sehr leicht, oft kaum merklich angeraucht. Die erste Diskoidal- •iuerader entspringt durchschnittlich ein wenig, doch deutlich ausser- halb der Mündungsstelle der ersten Kubitalquerader.

cf. Kopf im Gesicht, an den Schläfen und auf dem Hinterhaupts- theile sehr dicht, langzottig behaart und zwar grösstentheils rein weiss, gegen den Scheitel hin und auf dem Hinterkopfe durchschnitt- lich hell röthlich oder gelblich. Fühlergeissel fadenförmig (nicht ge- sägt) [Taf. I, Fig. 2]; zweites Geisseiglied nahezu 2,5 mal so lang wie das dritte; alle folgenden Geisseiglieder fast doppelt so lang wie dick und genau cjlindrisch (Taf. I, Fig. 6). Bruststück dicht zottig be- haart und zwar oben röthlich gelb bis gelblich grau, unten weiss. Hinterleib zerstreut und deutlich punktirt, mit zottigen, abstehenden, rostrothen bis gelblich grauen Haaren bedeckt; auf den drei hinteren Segmenten sind mehr oder minder zahlreiche schwarze Haare einge- streut, so dass öfters sogar sämmtliche abstehende Haare schwarz sind. Ueberdies weisen sämmtliche Hinterleibsegmente vom zweiten an auf ihrem Hinterrande eine dichte, straft" anliegende, gelblich weisse

28 A. Schütterer:

Wimpernbinde. Beine sämmtlich mit rostrothcr oder gelblicher und gegen den Grund hin weisser Behaarung, Gestalt der hinteren Schenkel und Schienen siehe Taf. I, Fig. 7.

Hauptmerkmale: Die fehlenden (sehr kurzen) Wangen in beiden Geschlechtern und bei dem Weibchen die drei weissen Wimpernbinden luben auf dem Hinterleibc; das dunkelbehaarte Körperende und die grell rostfarbene Bürste der Hinterbeine, insbesondere ersteres, können nicht als durchaus bezeichnend gelten; bei dem Männchen die Gestalt und Länge der Geisseiglieder d. i. zweites Geisseiglied fast 2,5 mal so lang wie das dritte, alle folgenden Geisseiglieder doppelt so lang wie dick und die ganze Fühlergeissel fadenförmig.

Aus Egypten liegt mir ein halbes Dutzend weiblicher Stücke vor, welche im Vergleiche mit den europäischen Stücken autt'allcn durch ihre geringe Grösse (12 - 13 mm.) und hellfarbige Behaarung: deren Kopf ist Aveiss, nur auf dem Scheitel gelblich, deren Bruststück oben hellgelb, seitlich und unten ganz weiss behaart, deren fünftes Hinterleibsegment am Hinterrande nicht schwärzlich behaart, wie ich dies bei allen europäischen Stücken gefunden habe, sondern wie auch das sechste Segment gelb oder weiss behaart. Auch die Flügel dieser kleinen, hellfarbigen Form sind vollkommen glashell. Ein ähnliches Verhalten zeigt sich übrigens auch im männlichen Geschlechte dieser Art; es ist etwa ein Dutzend aus Süd-Russland und Armenien stammender Männchen, welche nur 10 mm. lang und durchaus hell- grau behaart sind. Was die plastischen Merkmale, wie Länge der Wangen, Gestalt der Fühler, relative Länge der Fühlerglieder und Form der Beine anbelangt, so konnte ich keinen Unterschied von den europäischen Thieren linden, von welchen sie mithin nur als Varietät abzugrenzen wären.

D. plumipes ist durch die ganze paläarktische Region ver- breitet, als: Sibirien (an vielen Orten gesammelt), Mongolei, Central-Asien, Kaukasus, Armenien, Russland, Schweden, England, Deutschland, Oestcrreich -Ungarn, Schweiz, Frankreich. Spanien, Portugal, Nord -Afrika, Italien, Balkan-Länder, Mittelmeer-Inseln, Griechenland, Egyp- ten, Kleinasien.

Diese von mir als plumipes beschriebene Art hat die überwiegende Mehrzahl der Autoren mit Unrecht unter dem Namen Mrtipes aut- Fab. beschrieben. Allerdings finden wir bereits 1793 auf Seite 312 im Bande H der Entomologia systematica von Fabricius und 1804 im Systema Piezatorum desselben Autors die Beschreibung eines Weibchens von Mrtipes „D. cinereo-villosa abdomine ati'o: fasciis quatuor albis, pcdibus posticis rnfo-hirsutissimis". Darin aber erwähnt

die Bienen-Gathing Dasypoda Latr. 29

Fabricius ausdrücklich, dass der Hinterleib vier weisse Wimpern- binden trägt, wie es für Z>. succincta das bezeichnende Merkmal ist, und nicht drei solche Binden, wie sie die oben beschriebene Art weist. Der einzige Grund, welcher Fabricius bestimmt haben mag, die succincta Linn. unter zwei Arten-Namen succincta und hir- tipes zu beschreiben, scheint ein geringfügiger Färbungsunterschied in der Behaarung gewesen zu sein ; die Form mit rostfarbigem Haar- kleide („thorace hirto fulvo") nannte er succincta, jene mit grauem Haarkleide („cinereo-villosa") aber hirtipes. An die Beschreibung von succincta jedoch schliesst Fabricius die Bemerkung „Yarietas minor thorace magis nigricante fasciaque prima abdominis absoluta", welche Bemerkung offenbar auf das Vorhandensein von nur drei Wimpernbinden des Hinterleibes hinweist. Es hat also Fabricius als hirtipes die succincta beschrieben, in der var. minor der succincta aber höchst wahrscheinlich die meist als hirtipes bekannte, oben beschriebene plumipes vor sich gehabt.

Ob die ältesten Autoren Scopoli, Christ und Fabricius unter den Namen farfarisequa und hirta wirklich unsere plumipes zum Gegenstand ihrer Beschreibung gehabt haben, ist sehr fraglich, doch immerhin möglich. Ei'st die Beschreibung und insbesondere die beigefügte Abbildung eines Weibchens in Panzer's „Faunae insectorum Germaniae initia", Heft 46, Fig. 16, 1797, lässt unzweifel- haft die bisher allgemein als hh^tipes bekannte Art erkennen. Nach- dem diese Panzer'sche Art den Namen plumipes führt, die Be- zeichnung hirtipes Fab. aber nach obiger Ausführung für diese Art ausgeschlossen erscheint, so stellt sich plumipes als die einzig richtige Bezeichnung heraus. Im Hefte 55, 1798, desselben Werkes bringt Panzer die Abbildung eines Männchens unter dem Namen far- farisequa. welche so ziemlich sicher plumipes erkennen lässt. In Kirby's und Curtis' Swammerdamella linden wir zweifellos phi- mipes. Die von Lepeletier und Serville in Olivier's Encyclopedie mcthodique. Band X, 1825 beschriebene graeca ist höchst wahr- scheinlich das Männchen von plumipes, worauf die schwarze Be- haarung des Körperhinterendes weist; es ist aber nicht ausgeschlossen, dass diese (jraeca synonym mit discincta ist, deren Männchen auf dem Hinterleibe nebst den gelblichen durchschnittlich auch noch schwarze Haare und ein schwarzbehaartes Hinterende weisen. Die cingidata Erichson's und Saunders' ist ebenfalls eine jener For- men von plumipes-lÄ.Ännc\\Q\\, deren Hinterleib zu den lichten Haaren schwarze beigemischt enthält und am Ende oft ganz schwarz behaart ist. Einige solche Stücke mit der Bezeichnung „Waltl, Andalusien"

30 A. Schütterer:

stecken in der Sammlung des Berliner Museums für Naturkunde und dürften mithin Typen sein. Was die nonoralis betrifft, so ver- mag ich den Beschreibungen Baer"s nur folgende Unterschiede zu entnehmen; er erwähnt von hirtipes, dass bei dem Weibchen der Kopf mit grauen und schwarzen Haaren bedeckt, dass das Bruststück oben roth und mitten schwarz, seitlich und unten weisslich behaart ist, bezüglich des Männchens, dass der Hinterleib röthlich grau be- haart ist, von nemoralis, dass bei dem Weibchen der Kopf weisslich behaart ist und eingestreute schwarze Haare hat, dass das Bruststück oben graulich roth und unten weisslich behaart ist. Es sind also ganz geringfügige Färbungsunterschiede, welche Baer zur Aufstellung seiner nemoralis veranlassten und ich habe in Süd- Tirol Stücke beiderlei Geschlechts von plumijjes gesammelt, welche genau dieselbe Färbung zeigen, wie sie Baer von seiner nonoralis beschreibt. Dasselbe wie von cincjulata gilt ebenso von De Stephani's villosa. Lepeletier's villosa (ohne Fundortangabe) stimmt in den angeführten Merkmalen d. i. in der Färbung der Behaarung ganz wohl auf eine Anzahl mir vorliegender männlicher Stücke von plimiipes. Von Rudow 's aurata ist das Weibchen ohne Zweifel identisch mit plu- mipes, das Männchen hingegen sehr wahrscheinlich identisch mit Förster's pyrotrichia, wie ich dies aus den schwärzlich behaarten Beinen schliesse, oder vielleicht mit arr/entata, deren Männchen zur Seltenheit schwarzbehaarte Beine besitzt. Ebenso ist Rudow's spectahilis eine plumipes. deren Rücken mitten schwarz, vorne und hinten aber hellgelb behaart ist. Von der piriformis Radosz- kowsky's liegen mir typische Stücke beider Geschlechter vor; es ist das Weibchen ein grosses Stück von jjlumijjes, das Männchen aber identisch mit suceincta. Was endlich Baer's palleola anbelangt, so ist das Weibchen sehr wahrscheinlich nach einem abgeflogenen Stücke von plumipes beschrieben worden; auf plumipes deuten hin die weissen Wimpernbinden des Hinterleibes, die dunkle Behaarung des vorletzten und letzten Hinterleibsegmentes sowie die rostroth behaarten Hinterbeine. Doch könnte palleola Q. möglicherweise auch eine ar- gentata sein, welche oben auf dem Hinterleibe theilweise, ja an ab- geflogenen Stücken in bedeutender Ausdehnung nackt ist und bei welcher das Hinterende des Körpers mitunter nebst den röthlichen auch dunkle Haare eingestreut enthält, welche bisweilen, wenn auch selten, sogar vorherrschen. Das Männchen von palleola ist wohl identisch mit argentata\ dai'über lese man in der Beschreibung der Synonymen von argentata.

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 31"

Dasypoda pyrotrichia Forst. Dasypoda pyrotrichia Forst. : Verhaiidl. Ver. Preuss. Kheinl.,

T. XII, p. 230, c/ 1855

? Dasypoda aurata Rud. : Entom. Nachr. Stettin, T. VII, \^.

83, (f (iiec 5) 1881

Dasypoda pyrotrichia Radoszk.: Hör. Ent. Soc. Ross., T,

XX, p. 192, c/ 1886

cf. Long. corp. 12 mm. Genae brevissimae ut in D. plunii- l>ede. Antennae filiformes; fiagelli articidus secundus quam pri- mus evidenter duplo longior, articuli sequentes crassitie sua sesqui longiores (Tab. I, Fig. 8). Caput nigro-villosum, in temporibus et postice vero villis paliescentibus.

Thorax villis supra ru/o-ßavis, subtus saepius bruneis. Seg- menti mediani area triangularis tenuissime sculpturata et vice nitida. Pedes villis nigris, apiceni versus ßavidis seu rvfis. Ab- domen rufo-ßaue villosum; ciliorum fasciae albidae in margine segmentorum postico omnino desunt.

cf. Wangen sehr Ivurz wie bei plumipes. Kopf vor und hinter den Nebenaugeu fein, seicht und ziemlich dicht punktirt. Fühler fadenförmig und schwarz wie bei plumipes\ zweites Geisseiglied reichlich zweimal bis 2,5 mal so lang wie das erste, das dritte und die folgenden Geisselglieder merklich länger als dick, ungefähr 1,5 mal so lang wie dick (Taf. I, Fig. 8). Kopf mit schwärzlichen Zotten- haaren, welche an den Backen und am Kopfhinterrande mehr oder minder gelblich sind.

Bruststück dicht rostgelb, nach unten bräunlich behaart. Mittel- segment seitlich mit langen rostgelben Zottenhaaren, die gegen die Mitte hin verschwunden sind; der mittlere (obere) dreieckige Raum desselben infolge sehr seichter Skulptur schwach glänzend. Hinterleib oben mit langen, straff abstehenden und reihenbildenden, rostgelben Haaren besetzt, massig dicht und massig grob punktirt; die Bauch- ringe sind seitlich deutlich, gegen die Mitte hin sehr seicht punktirt und tragen am Hinterrande lockere Reihen schwärzlicher Haare. Bezeichnend ist die Art der Behaarung auf der Oberseite des Hinter- leibes; der Hinterrand der einzelnen Segmente ist nämlich vollständig polirt glatt und zeigt unter den abstehenden rostfarbenen Haaren des vorderen Flächentheiles keine Spur von hellfarbenen, dicht an- liegenden Wimpernbinden, wie solche bei den Männchen \on p>lumipes., succincta und argentata vorkommen. Beine braun mit schwärz- licher, erst gegen die Spitze hin gelblicher bis riUhlicher Behaarung.

D. pyrotrichia steht sehr nahe der plumipes, wenn es nicht gar vielleiclit nur eine Varietät davon ist. Ich vermag die einzigen

Si A. Schletterer:

Unterschiede von plnmipes nur in dem Mangel der liellfarbigen Wimpernbinden am Ilinterrandc der einzelnen Hinterleibsegmente, in der längeren Behaarung des Hinterleibes und in den fast ganz schwarz behaarten Beinen und Kopf zu finden. Es liegt mir nur ein einziges Stück vor, welches sich im Besitze des königl. Nationalmuseums zu Budapest befindet.

Ueber das Verhältniss von Rudow's auratacf wurde bereits im Anhange von plumipes gesprochen.

Trapezunt und Brussa in Kleinasien.

Dasypoda succincta Linn.

Apis succincta Linn.: Syst. Nat., T. I, p. 57G, 9, Edit. X 1758

Apis succincta Linn.: Faun. Suec, p. 421, 9 17G1

Apis No. 7 Geoff.: Hist. Lis., T. H, p. 411, 9 1702 Apis duodecima Schäfi'.: Icon. Ratisb., T, I, Tab. XXXII,

Fig. 5, 9 17fiC

Apis succincta Linn.: Syst. Nat., T. I, Pars I, p. 955, 9,

Edit. Xn 17G7

Apis succincta Linn.: Nat. Syst., p. 895, 9 1775

Andrena succincta Fab.: Syst. Entom., T. I, p. 378, 9 1775 Andrena succincta Fab. : Spec. Ins., T. I, p. 474, 9 (except.

var. minore) 1781

Andrena succincta Fab.: Mant. Ins., T. I, p. 299, 9 . . 1787

Apis succincta Linn.: Syst. Nat., T. I, Pars V, p. 2792, Q 1789 Andrena succincta Christ.: Naturgesch. Ins., p. 185, Tab.

XV, Fig. 7 1791

Andrena succincta Fab.: Ent. Syst., T. II, p. 314, 9 (except.

var. minore) 1793

Andrena hirtipes Fab.: Ent. Syst.. T. II, p. 312, 9 1793 Andrena succincta Panz. : Faun. Ins. Germ., Heft 7, Fig.

10, 9 1793

Dasypoda hirtipes Fab.: Syst. Piez., p. 335, 9 18^^4 Dasypoda hirtipes Latr.: Hist. Nat. Crust. et Ins., T. XIII,

p. 3G9, c/9 1805

Andrena succincta Illig. : Rossi Faun. Etrus., T. II, p. IGl, 9 1807

? Trachusa hiiia Jur.: Nouv. Method. Hym. et Dipt., p. 250 1807 Dasypoda Panzeri Spin.: Ann. Soc. Ent. Franc. T. YII,

p. 508, 0^9 1838

Dasypoda spissipes Lepel.: Hist. Nat. Ins. Hym,, T. II,

p. 232, 9 " . . . . 1841

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr, 33

Dasi/poda succincta Radoszk. : Hör. Soc. Ent, Ross., T. XX,

p. 193, 5 (nee c^'), Tab. XV, Fig. 1 188G

Dasypoda pyriformis Radoszk.: Hör. Soc. Knt. Ross.,

T. XX, p. 183, cf (nee $) 188G

Dasypoda succincta De Steph.: Naturalist. Sicil., T. VI,

p. 213, cfQ. 1887

9. Long. corp. 14 mm. Capitis clypeus suhdense et paullo grossius {ut in plumipede) punctatus, in medio politus. Genae hrevissimae ut in plumipede (Tab. I, Fig. 5). Caput villis flavo- canis, in facie et imprimis in occipite villis nigris intermioctis.

Thorax villis supra ßavo-canis atque nigris immixtls, la- teraliter et infra albidis. Pedes postici hasin versus alhide villosi, scopa vero eorum ut in plumipede evidenter rufo-ßava. Segmen- tuin medianum punctis mediocriter grossis et mediocriter densis; area ejus U'iangularis densissime tenuissimeque punctulata et totaliter opaca. Abdomen supra ciliorum fasciis albis (juatuor, postice villis longioribus densissimis obscuris (fuscis),

(f- Long. corp. 14 17 mm. Capid villis densissimis flavo-vel rufo-albis. Antennarum ftagellum obtuse serratum (Tab. I, Fig. 9); ßagelli articulus secundus quam primus duplo et dimidio {2/0 longior, articidi sequentes crassitie sua duplo longiores (Tab. I, Fig. 10); ceterum id in plumipede.

Thorax ßavo-vel rufo-cane villosus. Segmenti mediani area triangularis fere polita. Pedes villis 7'iifo-ßavis, hasin versus albidis. Cetermn xd in plumipede.

$. Wangen sehr kurz wie bei plumipes (Tat. I, Fig. 5). Kopf- scbild ziemlich dicht und massig grob runzelig punktirt, mitten polirt glatt; dessen Vorderrandleiste sehr schwach ausgeprägt. Sclieitel fein und ziemlich dicht punktirt, seitlich von den Nebenaugen äusserst fein punktirt. Schläfen fein und ziemlich dicht punktirt, gegen die Netzaugen hin glatt. Die Fühler zeigen gegen die Spitze hin die Neigung, sich zu bräunen, sonst wie bei plumipes. Behaarung des Kopfes gelblich grau, mit eingestreuten schwarzen Haaren im Gesichte und besonders auf dem Scheitel.

Rücken mit deutlichen, dicht stehenden Punkten besetzt. Mittel- segment massig grob und massig dicht, dessen dreieckiger Raum sehr dicht und äusserst fein punktirt, so dass er vollkommen matt erscheint. Bruststück oben zottig gelblich grau behaart mit eingestreuten schwar- zen Haaren, nach unten hin lieller, unten weisslich behaart. Mittel- segment mit lockerer, zottiger, gelblich weisser Behaarung.

Hinterleib wie bei plumipes, doch scheint er mir ein wenig breiter und weist oben vier (nicht drei) weisse, ununterbrochene XXXIV. Heft I. 3

34 A. Schletterer:

Wimpernbincleii am Ilintcrrande des zweiten, dritten, vierten und fünften Segmentes, während zugleich die eben genannten Segmente auf der Unterseite je eine Eeihe abstehender rostrother Borstenhaare tragen. Beine im allgemeinen heller behaart als bei j^himipcs. Flü- gel glashell, an der Spitze leicht beraucht.

(f. Gesicht sehr stark zottig behaart und zwar weiss oder gelb- lich weiss bis röthlich (nach oben hin). Fühlergeissel deutlich stumpf gesägt (Taf. I, Fig. 9); die Länge der Geisseiglieder ungefähr wie bei phanipes d. i. zweites Geisseiglied 2,5 mal so lang wie das erste, die nächstfolgenden Geisselglieder ungefähr doppelt so lang wie dick (Taf. I, Fig. 10).

Bruststück gelblich bis röthlich grau und dicht zottig behaart. Der dreieckige Raum des Mittelsegments fast glatt und glänzend. Hintor- leib wie bei 'pluniipes skulpturirt und behaart. Beine röthlich gelb, gegen den Grund hin heller behaart und gleichgestaltet wie bei phi- mipes. Flügel glashell, gegen die Spitze hin mehr oder minder deutlich angeraucht.

D. succincta stimmt bis auf ganz wenige Unterschiede mit plumipe.s überein, so insbesondere in der Körpergestalt, den kurzen bis fehlenden Wangen, der relativen Länge der Geisselglieder, der Art der Behaarung, Grösse und Färbung. Das Weibchen jedoch trägt auf dem Hinterleib vier weisse Wimpernbinden (bei phmiipes nur drei solche Binden) und das Männchen besitzt Fühler, deren Geissei ungefähr von der Mitte an bis zur Spitze innen stumpf, aber sehr deutlich gesägt ist, wie man dies insbesondere bei Drehung des betreffenden Stückes genau wahrnimmt (bei plumipes ist die Fühler- geissel vom Grunde bis zur Spitze fadenförmig). Auch wollen mir der Kopfschild und das Mittelsegment seitlich gröber punktirt er- scheinen als bei plumipes.

Die Verbreitung dieser Art scheint auf die Mittelmeerländer be- schränkt zu sein. Nach dem vorliegenden Materiale zu schliessen ist succincta sehr selten und gilt dies besonders vom weiblichen Geschlechte.

Oesterreich (Süd-Dalmatien Budua), Italien (Kala- bricn, Sicilien), Süd-Frankreich (Montpellier), Albanien, Korfu, Griechenland, Egypten, Syrien, Kleinasien (Amasia), Süd-Russland (Saratow, Orenburg. Derbent, Astrachan).

D. succincta wurde von Linne 1758 in seinem Systema naturae aufgestellt und erscheint in dessen späteren Werken wiederholt be- schrieben, indem er insbesondere auf die vier weissen Wimpernbinden des Hinterleibes (Q) hinweist, welche das bezeichnende Hauptmerkmal dieser Art im weiblichen Geschlechte repräsentiren. Bei Fabricius

die Bienen-Gattvnp Daftypoda iMtr. 35

ersclieint diese Art unter den Namen hirtipes und succincta, worüber bereits am Sclilusse der Beschreibung von plumipes die Rede ging. Panzer hat in Faunae insect. Genn., Schcäffer in Icones insect. ein gut kenntliches Weibchen dieser Art abgebildet. Schenck's und Rudow's Bemerkung, dass die succincta Vnm. identisch sei mit der hirtipes Fab., ist also vollkommen richtig, sofern sie sich eben auf die hirtipes P'ab., nicht aber auf die hirtipes der späteren Autoren bezieht. Spinola hat 1<S38 in den Annales de la Societe entonio- logique de France der von ihm beschriebenen succincta den Namen ]). Panzeri beigelegt. Worauf Lepeletier seine 1841 in Histoire naturelle aufgestellte Art spissipes gründet, darüber konnte ich keinen Anhaltspunkt hnden; denn seine diesbezügliche Beschreibung passt in allen ihren Einzelnheiten auf die mir vorliegenden Stücke von s\iccincta. Von der pyriformis Radoszkowsky's liegen mir die Typen vor und erkenne ich in dem Männchen mit seinen deutlich gesägten Fühlern (und fehlenden Wangen) die succincta, während das Weibchen seiner pyriformis, wie bereits früher erwähnt wurde, synonym mit plumipes ist. In einem sehr stark verletzten Stüclce, welches mir von Radoszkowsky unter der Bezeichnung succincta eingeschickt worden, glaube ich ein Männchen von plumipes zu er- kennen; doch kann es möglicherweise auch pyrotrichia sein.

Dasypoda tibialis Moraw.

Dasypoda tibialis Moraw.: Bull. Acad. Imp. Scienc. St. Pe-

tersb., T. XXVI, p. 358, cf 1880

„Nigra, dense fidvo-villosa, tihiis tarsisque omnilms rufo- testaccis; ahdominis segmento ventrali sexto fere integro; tihiis ]}osticis apice emarginatis. cf 9,5 11 mm.

Schwarz, dicht gelblich oder fuchsroth behaart, die Mandibeln mit rostroth gefärbter Spitze. An den schwarzen Fühlern ist das dritte Glied um die Hälfte länger als das folgende. Die Flügel- schuppen, das Randraal und die Adern der bräunlich gelb getrübten Flügel rothgelb, die Flügelwurzel schwarz gefärbt. Am Hinterleibe ist der sechste Ventralring am Grunde beiderseits flach vertieft, mit kaum ausgerandetcr Spitze. Die Beine sind rothgelb behaart, alle Schienen und Tarsen röthlich gefärbt, die Schienen des dritten Bein- paares innen tief ausgehöhlt, glatt und glänzend und hinten oberhalb der Spitze tief ausgerandet.

Der />. rufipes Sich. (i. e. discincfa) ähnlich; letztere ist aber bedeutend grösser, mit rothgefärbter Fühlergeissel; bei welcher der sechste Ventralring deutlich ausgerandet ist und deren hinterste

3*

36 A. Schletterer:

Schienen an der Spitze in einen dreieckigen, zwischen den Sporen vorragenden Fortsatz ausgezogen und nirgends ausgerandet sind.

Von Prshevv in der südöstlichen Mongolei entdeckt." Moraw.

Ein sicheres Unterschiedsmerkmal dieser Art finde ich in der Gestalt der Hinterschienen, welche innen tief ausgehöhlt und am Hinterende tief ausgerandet sind. Dass der ühialis die Morawitz'- sche rufipes (Sich, in lit.) d. i. die discincta am nächsten steht, schliesse ich aus der rothgelben Färbung des Flügelgeäders und der Beine, wie sie sonst bei keiner Art vorkommt. Bei discincta hin- gegen sind im Gegensätze zur Ausrandung bei tibialis die Hinter- schienen innen in einen stumpf dreieckigen Fortsatz verlängert und bei den übrigen Arten ist das gespornte Ende der Hinterschienen einfach, gerade gerandet. Ueber die Wangenlänge fehlt leider eine Bemerkung.

Dasypoda discincta Rossi,

^ Andrena hirsuta Fab.: Mant. Insect, T. I, p. 299, $ . . 1787 Andrena discincta Rossi: Faun. Etrusc, T. H, p. 345, 5 1790 Aiidrena Visnoffa- Uossi: Faun. Etrusc; T. H, p. 97, cf . 1790 '? Andrena hirsuta Fab.: Ent. Syst., T. H, p. 312, $ . . 1793 Andrena Visnaga Illig.: Rossi, Faun. Etrusc, T. II, p. 1G0,(/ 1807 Dasypoda siibinterrupta BruU.: f^xped. Moree. Zoolog.,

T. HI, p. 352, Q, Tab. 49, Fig. 7 1S32

Dasypoda villipes Lepel.: Hist. Nat. Ins. Hym., T. II, p.

233, cf9. 1841

Dasypoda haetica Spinol.: Ann, Soc Ent. Franc, T. II,

Ser. 1, p. 139, cf9 1843

Dasypoda rufipes (Sich, in lit.) Dour. : Rev. Zoolog., p.

299, c/$ 1871

Dasypoda rufipes (Sich, in lit.) Moraw.: Hör. Soc. Ent.

Ross., T, VHI, p. 216, c/Q 1872

Dasypoda distincta Rudow: Ent. Nachr. Stettin, T. VII,

p. 81, Q, p. 83, c/ 1881

Dasypoda rufipes Rudow: Ent. Nachr. Stettin, T. VII, p.

82, c/ 9 1881

Dasypoda graeca Rudow: Ent. Nachr. Stettin, T. VII, p.

82, $, p. 83, c/ 1881

Dasypoda Eutoni Saund.: Ent. Monthly Magaz., T. XVIII,

p. 168, (f . .• 1881

Dasypoda discincta Radoszk. : Hör. Soc. Ent. Ross., T. XX,

p. 189, c/-9, Tab. XIV, Fig. 6 1886

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 37

Dasypoda discincta De Stepli.: Naturalist. Sicil., T. VI,

P- 191, cf9- ' 1887

Dasypoda nehrodensis De Steph,: Naturalist. Sicil,, T. VI,

p. 212, (/.9 1887

Q.. Long. corp. 1(3—20 mm. Genae desunt. Capitis clypeus sabtemdter et m,ediocriier dense rugoso-punctatus. Caput viilis vel ferrugineis vel plus inimisve nigricantibtis, viilis immiwtis ßavidis imprimis in faeie, temporihus occipiteque.

Thorax supra viilis ßavo-canis vel rufis area excepta me- diana nuda. Pedes tibiis tarsisque ferrugineis et omnino viilis rufo-flavis obtecti; peduni posteriorum scopa rufo-ßava. Segmen- tum medianum tenuiier coriaceo-rugidosum; cujus area triangii- laris mediana omnino opaca. Ahdominis segmentmn primum ßavide siibsparseque pilosum; segmenta sequentia in media parte omnino nuda, lateraliter pilis densis, minus adpressis, pallido- flavis vel rufescentibus. Segmenta idtima viilis densis longioribus rxifo-ßavis vel obfuscantibus.

(f. Long. corp. 13 18 mm. Antennarum ßageliam ßliforme et testaceum; ßagelli articulus secundus quam primus fere qua- druplo, quam tertius sesqui longior, articidi sequentes crassitie sua sesqui longiores (Tab. I, Fig. 11). Caput viilis densis ßavo- canis vel rußs, in vertice saepe intermixtis viilis nigris.

Thorax supra viilis flavo-canis vel rufescentibus obtectus medium versus saepe immixtis viilis nigris; thoracis media pars viilis singidis vel omnino mida. Abdomen antice (in segmenta primo et saepe etiam in secundo) ßavide villosum, postice plus minus nigro-villosum. Pedes rufo-ßave seu rufe villosi. Pedum posteriorum femora infra evidenter curvata (Tab. I, Fig 12), ti- biae apice inter calcaria in lobum obtuso-triangularem productae.

Q . Kopfschild ziemlich seicht und massig dicht runzelig punk- tirt, dabei stark gLänzend. Wangen fehlen. Schläfen glänzend, gegen ilie Netzaugen hin glatt, nach rückwärts seicht runzelig punktirt. Scheitel unmittelbar vor und hinter den Nebenaugen ziemlich seicht runzelig punktirt, seitlich von diesen glänzend glatt. Zweites Geissei- glied 2,5 mal so lang wie das dritte, die Geisseiglieder vom dritten an so lang wie dick. Gesicht, Schläfen und Hinterkopf rostgelb bis schwärzlich zottig behaart, so dass bald das Kostgelb vorherrscht, oft ohne beigemengte schwarze Haare, bald das Schwarz, indem je- doch insbesondere an den Backen, im Gesichte und ganz hinten auf dem Hinterhaupte gewöhnlich weniger oder mehr gelbliche Haare beigemischt sind.

38 ^1. Schletterer:

Rücken sclir seicht runzelig punktirt, mitten fast glatt und stark glänzend. Mittelsegment seicht lederartig runzelig und vollkonnncn glanzlos in seinen seitlichen Thcilen; dessen mittlerer dreieckiger Raum einfach matt. Behaarung des Bruststückes samn)t Mittel- segment gelblich grau bis schön rostgelb: der Mittelrücken weist in der Mitte eine bald mehr bald weniger ausgedehnte nackte Stelle.

Hinterleib massig stark glänzend, oben so ziemlich glatt, ohne ausgesprochene Skulptur, auf der T^ntersoite sehr fein und nach hinten deutlicher punktirt. Erstes Ilinterleibsegment mit ziemlich lockerer, zottiger, gelblicher Behaarung, die drei folgenden Segmente im grösseren mittleren Thcile vollständig nackt und erst seitlich mit dichten, halb abstehenden (nicht straff anliegenden), borstig zottigen, hellgelben bis riUhlich gelben Ilaaren besetzt, deren vordere kürzere die Neigung zeigen, sich schwarz zu färben. Das fünfte und das letzte Segment sind mit buschigen, lebhaft rostgelben bis dunkel- rauchbraunen Haaren dicht besetzt. Die Bauchseite zeigt am Hinter- rande der einzelnen Segmente gelbliche bis röthliche. an den hinteren Segmenten längere und dichtere Haarbestände. Beine durchaus vom Grunde bis zur Spitze schön rostgelb behaart; auch die Bürste der Hinterbeine ist schön rostgelb. Fühler und Beine zum Theil d. i. in veränderlicher Ausdehnung lehmgelb bis schön rostfarben, letztere insbesondere an den Schenkeln und Schienen.

(f. Fühlergeissel fadenförmig; zweites Geisseiglied l,Jmal so lang wie das dritte, die Geisseiglieder vom dritten an sind sichtlich länger als dick, ungefähr 1,5 mal so lang wie breit (Taf. I, Fig. 11). Behaarung des Kopfes dicht und langzottig, gelblich bis rostroth, in der Gegend der Nebenaugen mit mehr oder minder zahlreichen schwarzen Haaren.

Bruststück gelblich grau bis rostgelb oder röthlich zottig behaart, gegen die Mitte des Mittelrückens hin oft mit mehr oder minder zahlreich eingestreuten schwarzen Haaren, während die Mitte selbst nur mit einzelnen Haaren besetzt oder ganz nackt ist. Hinterleib mit deutlichen zerstreuten Punkten, in welchen zottige, abstehende Haare stehen. Das erste und oft auch das zweite Segment tragen eine durchaus gelbliche Behaarung, während auf den folgenden Seg- menten, besonders aber vom vierten an die Haare bis auf die hin- tersten röthlichen oder gelblichen ganz schwarz sind. Die hinteren Segmente tragen seitlich am Hinterrande einen lichtgelben \Yimpern- beleg, das letzte und öfters auch das vorletzte Segment sind meist ganz schwärzlich behaart. Die Unterseite des Hinterleibes ist bis auf beschränkte Haarfleckc an den Seiten der einzelnen Segniente nackt und so ziemlich glatt und glänzend. Eine besondere Eigen-

die Bieneii-Gattung Dasypoda Latr. 39

tliümlichkcit weisen die Hinterbeine; deren Schenkel nämlich sind iuitt'allend bogenförmig gekrümmt mit der konkaven Seite nach unten (Taf, I, Fig. 12) und die Schienen ^Yeisen am Ende einen dreieckigen Lappen, welcher mit der stumpf abgerundeten Spitze zwischen den zwei Spornen hervorragt. Die Färbung der Beine und Fühler in veränderlicher Ausdehnung rostfarben. Die Flügel sind in ihrer ganzen Ausdehnung und gegen die Spitze zu merklicher angeraucht, besonders bei dem Weibchen. Die erste Diskoidalquerader entspringt Avenig ausserhalb der ersten Kubitalquerader.

D. discincta unterscheidet man von der nächststehenden ar- gentata auf den ersten Blick hin an dem Mangel der Wangen, welche bei argentaia sehr deutlich entwickelt sind; das Weibchen weist ausserdem auf dem Kopfschilde, auf dem Rücken und auf der Unter- seite des Hinterleibes eine feinere Skulptur als bei argentata. Noch leichter lassen sich die Männchen beider Arten unterscheiden; ab- gesehen von dem Mangel der Wangen ist für discincta (cf) die Ge- stalt der Hinterbeine bezeichnend d. i. Schenkel bogenförmig gekrümmt (unten konkav) und die Schienen am Ende in einen stumpfspitzen Lappen vorspringend, während die Schenkel bei argentata wie bei allen anderen Arten gerade und die Schienen am Ende einfach, gerade abgestutzt sind ; ferner ist das zweite Geisselglied nur reichlich 1,5 mal so lang, hei argentata aber reichlich zweimal so lang wie das folgende und die Gcisselglicder vom dritten an sind ungefähr 1,5 mal so lang wie breit, während sie bei argentata kaum länger als breit sind. Auch die rostgelbe Färbung der Beine, Fühler und des Flügelgeäders (bei den übrigen Arten schwärzlich) sind bezeich- nend. Die Färbung der Behaarung bietet keinen durchgreifenden, verlässlichen Unterschied. Sind auch die langen Bürstenhaare der Hinterbeine von argentata meistentheils dunkelfarbig, so ist es, wenn auch selten, doch mitunter der Fall, dass die Bürste lebhaft rostroth ist wie bei discincta; durchschnittlich allerdings sind die Hinterbeine bei argentata schwärzlich, während sie bei discincta durchaus rost- gelb zu sein scheinen. Einen Unterschied zeigen die Männchen beider Arten in der Färbung der Hinterleibsbehaarung; während bei discincta auf den hinteren Segmenten den gelben Haaren immer schwarze bei- gemischt sind, ja auf den letzten Segmenten die gelben Haare öfters von den schwarzen nahezu oder ganz verdrängt werden, fand ich unter den sehr zahlreichen atyentat a-Mäimchcn kein einziges Stück, welches neben den hellen Haaren schwarze enthält.

Z>. plamijjes und succincta, welche in den sehr kurzen oder fehlenden Wangen mit discincta übereinstimmen, unterscheidet man am besten folgender Weise: die Weibchen beider Arten tragen auf

40 A. SehleUerer:

dem Ilintcrlelbc drei (plumipes) oder vier {sxicclnckf) weisse Wim- pernbinden und ausserdem ist der Hinterleib oben durchaus mit zerstreuten scliwarzen Borsten besetzt, während er bei discincta oben bis auf die seitlichen Haarflecko vollständig nackt ist. Auch ist die Skulptur bei discincta seichter und der dreieckige Raum des Mittel- segments schwach glänzend bis matt, bei jenen Arten aber stark glänzend. Was die Männchen anbelangt, so sind deren Hintcrschcnkel bei plumipes und succincta weder gebogen, noch zeigen die Hinter- schienen am Ende einen Lappenvorsprung, wie dies für discincta bezeichnend ist.

D. discincta ist eine im Vergleich zu plumipes und argentata selten und in wenig reicher Individuenzahl vorkommende Art, deren Verbreitungsbezirk auf die Mittelmeer- Länder und deren Nach- barschaft (bis in's mittlere T'ngarn hinein) beschränkt scheint.

Süd-Frankreich, Spanien, Portugal, Italien (Rom bis Kalabrien und Sicilien), Algier, mittleres und südliches Ungarn, Kroatien, Dalmatien, Albanien, ivorfu, Monte- negro, Griechenland sammt Inseln, Rhodus, Süd-Russland (Derbent).

D. discincta (9) wurde von Rossi in seiner Fauna Etrusca 1790 aufgestellt. Das dazu gehörige Männchen beschrieb er in dem- selben Werke als eigene Art unter dem Namen Visnaga und weist aber auch deutlich hin auf das bezeichnende Hauptmerkmal, welches auffallende Merkmal allen Autoren mit der einzigen Ausnahme Thom- son's entgangen ist, nämlich auf die bogenförmig gekrümmten Hinter- schenkel („pedes postici elongati femoribns incurvis"). Ob wir in der Andrena Jiirsuta des Fabricius die D. discincta zu suchen haben, ist zum mindesten fraglich. Dessen Bemerkung „tibiis tarsis- que rufo-hirsutissimis" will dafür sprechen; allein da sich seine Be- schreibung auf ein w^eibliches Thier bezieht, so spricht die Bemerkung „abdomen pilis densis" und „femoribus incurvis" dagegen. Sollte aber Fabricius ein Männchen vor sich gehabt und dieses für ein Weibchen gehalten haben, so wäre es, wenn wir die gebogenen Schenkel auf die Hinterbeine beziehen, wohl ausgemacht, dass die hirsuta des Fabricius und die Visnaga Rossi's identisch und erstere also mit discincta synonym wäre. Brülle hat in Band III der Expedition scientitique de Moree 18.32 ein />rts?//>0(fa- Weibchen beschrieben unter dem Namen suhinterrupta, welches sich nach ihm von discincta durch das dunkelbehaarte Körperende unterscheidet. Da nun aber die rostfarbene Behaarung an den zwei letzten Segmenten bei discincta die Neigung zeigt, sich dunkel zu färben, ja mitunter, wenn auch selten, die zwei letzten Segmente ganz rauchbraun behaart

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 41

sind, so darf die Identität von suhinferrupta und discincta wohl als ausgemacht gelten; zeigt ja doch plvmipes Q dieselbe hochgradige Veränderlichkeit der Endbehaarung von rauchbraun bis gelb und fast Aveiss und ebenso argentata bezüglich der Bürstenhaarc. Die von Sichel in lit. aufgestellte, von Dours und Morawitz beschriebene rvfipes ist sicher identisch m\i discincta. Morawitz bemerkt näm- lich in seiner Beschreibung, dass der Mittelrücken mitten fast kahl ist. wie es für das Weibchen von discincta bezeichnend, ferner, dass die Schienen und Tarsen rostfarben nicht zu verwechseln mit der Behaarung, welche Färbung ich nur bei discincta gefunden habe? während die Beine bei allen anderen Arten bis auf die mehr oder weniger röthliche Spitze durchaus schwarz sind. Spinola's haetica ist eine discincta, deren Kopf und zwei hintersten Segmente im weib- lichen Geschlechte dunkel behaart sind, während das Männchen an den hintersten Segmenten schwarz behaart, wie dies eben bei den Männchen von discincta meistentheils der Fall ist. Die villipes I.epeletier's halte ich für discincta, da er von dem Weibchen be- merkt „alae sufflavae" und „nervuris flavo-testaceis"; denn argentata, auf welche Art sich Lepeletier's Beschreibung gut beziehen lässt, besitzt nur sehr leicht und zwar graulich, nicht gelblich getrübte Flügel, wie sie nur discincta weist, dann ist das Flügelgeäder bei argentata schwärzlich und nicht gelblich braun. Die Beschreibung des Männchens von Lepeletier's villipes stimmt ganz wohl auf discincta, lässt sich jedoch auch auf jene Stücke von argentata deuten, deren hinterste Segmente schwärzlich behaart sind. Rudow's Benennung distincta beruht auf einen Schreibfehler. Saunders hat in „The Entomologist's Monthly Magazine", Band XVIII, eine Z>. Eu- toni cf beschrieben. Seine Angaben über Skulptur und Färbung stimmen auf die mir vorliegenden Stücke von discincta bis auf die Bemerkungen „pedibus subtus nigro-pilosis, metatarsis infuscatis" und „antennis omnino nigris". Ich halte nichtsdestoweniger D. JEiäoni für identisch mit discincta; denn warum sollte gerade bei discincta die sonst so veränderliche Färbung konstant sein. De Stephani giebt nebst der Beschreibung von discincta in seiner Abhandlung „Specie Siciliane del genere Dasypoda" (Naturalista Siciliano) auch die Beschreibung einer neuen Art nehrodensis. Die Beschreibung dieser letzteren stimmt genau auf discincta und ich kann nur jenen einen Umstand beiden Beschreibungen entnehmen, welcher De Ste- phani zur Abtrennung der nehrodensis von discincta bewogen haben mag. dass nämlich der Rücken gegen die Mitte hin bei nehro- densis schwarze Haare zeige, während er bei discincta vollständig nackt sei. Diesbezüglich sei bemerkt, dass bei discincta der luickte

42 A. Schletterer :

Raum auf der Mitte des Rückens in seiner Ausdehnung einem be- deutenden Wechsel unterworfen ist, indem der Rücken bald grosscn- theils nackt ist, bald jedoch nur eine beschränkte mittlere nackte Stelle weist und im letzteren Falle gegen die Mitte hin schwarze Haare trägt.

Dasypoda Frieseaiia n. sp.

cf. Long. corp. 15 mm. Genae conspicuae, ßagelli articido primo evidenter longiores (Tab. I, Fig. 14). Frons et occipiit te- nuiter rugoso-pundata. Antennaruin ßagellum intus obtuse ser- ratum ut in T). succincta; ßagelli articnlus secundus quam tertius vix sesqui longior, tertius et articidi sequentes crassitie siia dxiplo longiores (Talr. I, Fig. 13). Caput flavide villosum, in ocellorum regione villis nigris.

Thorax villis rufo-ßavis, subtus alhidis ohtectus. Ahdominis segnientum primum rufo-ßave villosum, segmenta sequentia villis 7iigris. margines versus posticos ßavidis, segmenta idtima villis omnino saturate ßiscis; ahdominis segmentornm secundi, tertii et quarti margines postici ciliis densissimis alhis. Pedes rufo-ßave villosi.

(f. Wangen deutlich entwickelt wie bei argentata d. i. sichtlich länger als das erste Geisseiglied (Taf. I, Fig. 5). Stirne und Hinter- haupt seicht runzelig punktirt. Zweites Geisselglied kaum 1,5 mal so lang wie das dritte, das dritte und die folgenden Geisseiglieder ungefähr doppelt so lang wie breit; die Geisseiglieder vom dritten an sind mitten verbreitert, so dass die Fühler besonders ungefähr von der Mitte an bis zur Spitze innen stumpf gesägt erscheinen, wie dies bei succincta (cf) der Fall ist (Taf. I, Fig. 13). Der ganze Kopf ist gelblich behaart, nur in der Gegend der Nebenaugen stehen schwarze Haare.

Bruststück dicht zottig röthlich gelb, unten weisslich behaart. Erstes Hinterleibsegment mit lockerer rothgelber Zottenbehaarung, die folgenden Segmente mit lockeren schwarzen und gegen den Hinterrand hin gelblichen Haaren; das zweite, dritte und vierte Hinterleibsegment weist am Hinterrande unter den gelblichen, lockeren Haaren je eine dicht anliegende weisse Wimpernbinde, welche auf den vorderen Segmenten mitten unterbrochen ist Die hintersten Segmente sind ganz bräunlich schwarz behaart. Gestalt der Beine wie bei argentata (Taf. I, Fig. 7) und röthlich gelb behaart, Flügel kaum merklich angeraucht. Die erste Diskoidalquerader mündet ziemlich nahe an der ersten Kubitalquerader (ausserhalb) in die Kubitalader; die zweite Diskoidalquerader mündet weit entfernt (d. i. reichlich ein Drittel der

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 43

hinteren Breite der zweiten Kubitalzelle) innerhalb der zweiten Ku- bitahiuerader in die Kubitahader.

/>. Fneseana liat mit succincta die gesägten Fühler gcnicin- schaftlich; man unterscheidet aber Frieseana leicht an den deutlich ausgebildeten Wangen, welche bei succincta fehlen. Mit argentata und Thomsoni stimmt Frieseana in der Wangenlänge überein, untcrsclieidet sich aber von beiden Arten mit ihren fadenförmigen Fühlern durch seine gesägte Fühlergeissel ; . auch sind die Gcissel- glieder vom dritten an doppelt so lang wie breit, während sie bei argentata nur 1,3 mal, bei Thomsoni 1,5 mal so lang wie breit sind; ferner sind die Hinterschienen bei Thomsoni am Ende innen ange- schwollen, was bei jenen von Frieseana nicht der Fall ist. D. lon- g'igena. unterscheidet man von Frieseana ebenso leicht an den fadenförmigen Fühlern und den sichtlich längeren Wangen.

B al k a n - H a 1 b i n s e 1 ( A k a r n a n i e n ).

Das einzige mir vorliegende Stück befindet sich im königl. Mu- seum für Naturkunde zu Berlin und ist nach meinem geehrten Freunde H. Friese in Mecklenburg-Schwerin benannt.

Dasypoda argentata Panz. Dasypoda plumipes Panz.: Faun. Ins. Germ., Heft 99, Fig.

15, 2 1809

Dasypoda argentata Panz.: Faun. Ins, Germ., Heft 107,

Fig. 15, 5 1S09

Dasypoda plumipes Lepel. : Ilist. Nat. Ins. Hym., T. II,

p. 230, ö"Q 1«41

Dasypoda graeca Lepel.: Hist. Nat. Ins. Hym., T. II, p.

231, d ' 1841

Dasypoda plumipes Nyland: Revis. Ap. Boreal. (Act, Soc,

Scient. Fenn., T. II), p. 259, cf 2 1852

Dasypoda plumipes Eversm.: Bull. Soc. Imp. Mose, T.

XXV, p. 56, c/Q 1852

Dasypoda argentata Eversm. : Bull. Soc. Imp. Mose, T.

XXV, p. 56, dQ- 1852

Dasypoda hraccata Eversm.: Bull. Soc. Imp. Mose, T.

XXV, p. 57, 0^9 1852

Dasypoda villipes Eversm. : Bull. Soc. Imp. Mose, T. XXV,

p. 57, c/9 1852

Dasypoda plumipes Bacr: Bull. Soc. Imp. Mose, T. XXVI,

p. 71, c/9, Tab. I, Fig. 4 1853

Dasypoda palleola Baer: Bull. Soc. Imp. Mose, T. XXVI,

p. 70, c/ (9?) 18-^3

44 A. Schütterer:

Dasyfoda thoracica Baer: Bull. Soc. Imp. Mose, T. XXVI,

p. 72, Q 1853

Dasifpoda melanopleura Baer: Bull. Soc. Imp. Mose, T.

XXVI, p. 72, c/Q 1853

Dasypoda nigrans Baer: Bull. Soc Imp. Mose, T. XXVI,

p. 73, c/5, Tal). I, Fig. 9 1853

Dasypoda decora Baer: Bull. Soc. Imp. Mose, T. XXVI,

p. 72, Q : 1853

'^Dasypoda Tscherkoviana Baer: Bull. Soc. Imp. Mose,

T. XXVI, p. 71, 2 1853

Dasypoda phimipes Thoms.: Hymenopt. Scandinav., T. II,

p. 63, c/Q 1872

Dasypoda hraccata Thoms. : Hymenopt. Scandinav., T. II,

p. 62, 9 (nee d) 1872

Dasypoda argentata Radoszk.: Ilor. Soe Ent. Boss., T. XII,

p. 88, (/$ 1876

. Dasypoda italica Radoszk.: Hör. Soe Ent. Boss., T. XII,

p. 89, c/$ 1876

Dasypoda rhododactyla Dalla Torre: Entom. Nachr. Stet- tin, T. VII, p. 11, 2 1«81

Dasypoda villipes Rudow: Entom. Nachr. Stettin, T. VII,

p. 81, 2, p. 83, (/ 1881

Dasypoda argentata Rudow: Entom. Nachr. Stettin, T. VII,

p. 82, 2, p. 83, (/ 1881

Dasypoda plumipes Rudow : Entom. Nachr. Stettin, T. VII,

p. 81, 9, p. 82, c/ 1881

Dasypoda plumipes Stein: Entom. Nachr. Stettin, T. VII.

p. 110, c/$ 1881

Dasypoda argentata Stein: Entom. Nachr. Stettin, T. VII,

p. 113, .9 1881

Dasypoda argentata Radoszk.: Hör. Soe Ent. Ross , T. XX,

p. 184, c/9, Tab. XIII, Fig. 3 1886

Dasypoda mixta Radoszk.: Hör. Soc. Ent. Ross., T. XX,

p. 186, (/9, Tab. XIV, Fig. 4 1886

Dasypoda italica Radoszk.: Hör. Soc Ent. Ross., T, XX,

p. 186, o'9 1886

Dasypoda hraccata Radoszk.: Hör. Soc. Ent Ross., T. XX,

P 188, 0^9, Tab. XIV, Fig. 5 ...... . 1886

Dasypoda plumipes Radoszk. : Hör. Soc. Ent. Ross., T. XX.

p. 191, 0^9, Tab. XV, Fig. 7 1886

Dasypoda plumipes De Steph. : Naturalist. Sicil., p. 210, c/ 9 1887

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 45

Q. Long. corp. 13— 17 mm. Faciei cly-peiis inediocriter grosse sithdenseque punctatus, in medio saepe politus. Genae valde con- spicuae, circiter longittidine dimidia fiagelli articidi secundi (Tab. I, Fig. 14). Captd vel ornnino 7iigro-villosmn, vel nigro- villosum, sed in facie et lateraliter villis albidis, interdum etiam in occipite villis ßavido-albis, vel omnino villis albidis, flavis mit riißs.

Thorax siipra omnino villis albidis, vel canis^ velßavis, vel rufis^ vel in medio nigro-villosum, antice posticeque vero villis rufis aid flavis aut albidis, vel thorax omnino nigro-villosvs, lateraliter et infra albo-, cano-, aut nigro-villosus. Segmentum. medianam punctis mediocriter grossis, lateraliter subdensis, me- dium versus mediocriter densis; area ejus triangukans mediana tenuissime densis simeq\ie punctulata atque totaliter opaca. Pedes pilis obscuris, in tarsis tibiisque pedum quatuor anteriorum ple- rumque intus rufescentibus; pedum posteriorum scopa fusco-nigra, rarius rufescens.

Abdominis segmentum primum supra pilis obscuris, saepius rufescentibus obtectum, segmenta secundnm, tertium et quartum supra setoso-pilosa i. e. pilis in medio plerumque dispersis, la- teraliter densis atque adpressis, flavidis vel riifls, in segmentis secundo et tertio vero saepe nigrescentibus; ciliorum fasciae albae in margine segmentorum postico desunt. Segmenta duo ultima villis longioribus evidenter rufis, rarissime obfuscantibus (im- 2)rimis antice).

cf. Long. corp. 12 U' mm. Antennaruni flagelhim filiforme', flagelli articidus secundus quam, tertius duplo, quam primus/ere triplo longior, articuli sequentes crassitie sua paxdhdo solum sivr i'ix longiorcs (Tab. I, Fig. 15). Capid villis densis albidis vel flavidis.

Thorax villis flavo-canis vel rufls, subtus saepe albis obtectus. Pedes pilis fuscis, basin versus flavidis vel canis vel albis, apicem versus et imprimis in tibiis rufescentibus. Foivna eorum ut in D. plumipede (Tab. I, Fig. 7), Abdomen supra pilis canis vel ferrugineis, in segmentis posterioribus pilis densioribus, longiori- bus et evidentixis rufo-flavis seu rufls, rarissime plus minus ni- grescentibus.

$. Kopt'schild ziemlich dicht und massig grob punktirt; mitten steigt der Kopfscliild öfters zu einer mehr oder minder deutlichen, polirt glatten Längserhebung an. Die polirt glatten, stark glänzenden Wangen treten sehr deutlich hervor und sind ungefähr halb so lang wie das zweite Geisseiglied (Taf. I, Fig. 14). Schläfen glänzend,

46 A. ScJiletfercr:

dabei sciclit bis sehr seicht und massig bis ziemlich dicht puuktirt. Kopf zwischen den Nebenaugen und den Fülilern sowie hinter den Nebenaugen bis zum Kopfhinterrande fein und ziemlich dicht pnnk- tirt, seitlich von den Netzaugen so ziemlich glatt und glänzend. Zweites Geisseiglied reichlich doppelt so lang wie das dritte (Taf. I, Fig. 15). Kopf im Gesichte, an den Schläfen und auf dem Scheitel dicht buschig schwarz oder im Gesichte und an den Backen weiss bis gelblich weiss behaart; mitunter ist der Scheitel gelblich weiss bis röthlich behaart und bisweilen die ganze Kopfbehaarung weiss, gelblich oder röthlich.

Rücken seicht und ziemlich dicht punktirt, fast fein lederartig; der Mittelrücken ist mitten oft nahezu glatt, das Schildchen und der Hinterrücken im allgemeinen ein wenig deutlicher punktirt. Mittel- sognient massig grob, seitlich ziemlich dicht, gegen die Mitte hin weniger (massig) dicht punktirt bis runzelig punktirt; der mittlere dreieckige Kaum desselben ist äusserst fein und sehr dicht punktirt, so dass er vollkommen matt erscheint. Bruststück und Mittelsegment sehr dicht zottig behaart; nur mitten stehen auf beiden die Haare locker. Die Färbung der Behaarung ist bisweilen durchaus schwarz, meist jedoch unten und seitlich grau bis weiss, auf dem Mittel- segmente sehr häutig grau bis gelblich, oben auf dem Rücken oft vorne und hinten weiss bis gelblich oder röthlich und nicht selten sind Rücken und Mittelscgment oben durchaus grau, gelblich bis schön rostroth behaart, während in dem letzteren Falle die Behaarung seitlich nnd unten tiefschwvarz bis grau oder gelblich ist. Beine durchaus dunkel rauchbraun behaart; nur die Vorderbeine tragen gewöhnlich an 'den Füssen und Schienen, selten an den Schenkeln innen rostfarbene Haare. Doch zeigt die Behaarung an allen Schen- keln, Schienen und Füssen die Neigung, sich heller zu färben, so dass insbesondere die langen Bürstenhaare der Hinterbeine mitunter, wenn auch selten, anstatt schwärzlich lebhaft rostroth sind. Gestalt der Beine wie bei phimipes.

Die einzelnen Hinterloibsegmente sind vorne glänzend und sehr seicht runzelig punktirt, nach hinten schwach glänzend, auf der Bauchseite nach hinten grob und dicht, nach vorne seicht und weniger dicht punktirt. Das erste Hinterleibsegment ist mit zottigen, schwärz- lichen bis rostrothen Haaren besetzt, die mitten locker stehen. Das zweite, sowie das dritte und vierte Segment sind im vorderen glän- zenden Theile mit seitlich dicht, oben (mitten) zerstreut stehenden borstig zottigen und locker anliegenden Haaren besetzt, welche be- sonders auf den zwei vorderen Segmenten schwarz bis rauchbraun, häufiger aber gelblich bis rostroth sind, während sie auf dem vierten

die Mienen-Gattung Dasypocla Latr. 47

Segmente gewöhnlich rostfarben sind. Sind diese Haare hell gefärbt (nicht schwärzlich), so repräsentiren sie sich als (mitten) mehr oder minder stark unterbrochene, lockere und ein wenig abstehende Binden, welche auf der Bauchseite der einzelnen Segmente in verstärktem Grade als dichte Reihen abstehender schwärzlicher bis rotlier Borsten ihre Fortsetzung finden. Am Hinterrande (oben) aber sind die ein- zelnen Segmente nackt, ohne Wimpernbinden, wie sie bei j^f^unipes und siiccincta vorkommen. Das fünfte Segment ist oben mit einem dichten Pelz langer rostfarbener Zottenhaare bedeckt, welchen in sel- tenen Fällen auch mehr oder minder schwärzliche Haare beige- mengt sind.

Flügel glashell, Vorderflügel jedoch gegen die Spitze hin leicht angeraucht; die erste Diskoidahiuerader trifft ausserhalb der ersten Kubitalquerader die Kubitalader und zwar oft sehr nahe der Mün- dungsstelle der ersten Diskoidalquerader, oft wieder in sichtlicher Entfernung davon. Körperfärbung durchaus schwarz bis auf die grösstentheils rostfarbenen Tarsen und die gegen die Spitze hin schwach gebräunten Fühler.

cf. Fühlergeissel fadenförmig; zweites Geisselglied doppelt so lang wie das dritte, dieses und die nächstfolgenden Geisselglieder nur sehr wenig länger als breit (Taf. I, Fig. 15). Gesicht, Schläfen und Hinterkopf dicht büschelig weisslich bis gelblich behaart.

Bruststück dicht zottig gelblich weiss bis rostroth, auf der Unter- seite heller bis rein weiss behaart. Mittelsegment ebenso, nur im allgemeinen ein wenig heller behaart; in der Mitte des Bruststückes sowie des Mittelsegmentes ist die Behaarung locker. Beine vom Grunde bis zur Spitze schwarzbraun behaart, mit der Neigung, sich am Grunde grau und gegen die Spitze hin röthlich zu färben, ge- wöhnlich aber gegen den Grund hin gelblich bis weiss und gegen die Spitze hin (insbesondere an den Schienen) rostroth. Gestalt der hinteren Schenkel und Schienen wie bei plumipes (Taf. I, Fig. 7).

Die einzelnen Hinterleibsegmente sind mit längeren, zottigen, lockeren und mehr abstehenden, grauen bis rostfarbenen Haaren be- kleidet, welche an den hintersten Segmenten viel dichter und länger, sowie fast durchgängig, insbesondere an frischen Stücken, schön rostgelb bis rostroth gefärbt sind. Bemerkenswerth ist es, dass ich auf den Hinterleibsegmenten niemals schwarze Haare gefunden habe an den zahlreich vorliegenden Stücken, wie solche sehr häufig bei den Männchen von plumipes, succincta und bei discincta vorkommen. Bauchseite des Hinterleibes mehr oder minder deutlich zerstreut punktirt und mit einer Reihe mehr oder minder lockerer Haare an

48 A. Schütterer:

tl(Mi einzelnen Segmenten. Vorderfiügel gegen die Spitze liin uft kaum niorklich, meist jedoch deutlich angeraucht.

D. plmnipes und succincta unterscheidet man an den sehr kurzen bis fehlenden Wangen leicht von argentata mit seinen sehr deutlichen Wangen, die Weibchen überdies an den drei (planiipes) oder vier {succincta) weissen, dichten und straft' anliegenden Wim- pernbinden oben am Hinterrande der einzelnen Hinterleibsegmente nicht zu verwechseln mit den mehr lockeren, gelblich bis rostrothen seitlichen Haarbelegen bei argentata, die auf dem vierten Segmente öfters auch eine ununterbrochene Binde bilden. Die langzottige Be- liaarung des Körperendes bezw. deren Färbung sowie die Färbung der Bürstenhaare an den Hinterbeinen kann nicht als durchgreifendes Unterschiedsmerkmal verwendet werden, da die ersterwähnte End- franse bei plumipes, wenn auch meistentheils schwärzlich, doch mit- unter auch rostfarben bis weisslich ist, bei argentata hinwieder, allerding selten, die Neigung zeigt, aus Rostroth sich dunkel zu färben; ebenso weist die Bürste der Hinterbeine bei argentata eine auifallende Färbungsveränderlichkeit vom Schwarz bis Rostroth, wenn auch die durchschnittliche Färbung derselben eine dunkle ist. Im männlichen Geschlechte bieten ausser den Wangen die Fühler ver- lässliche Unterschiede; bei plunäpes und succincta ist das zweite Geisseiglied ungefähr 2,5 mal, bei argentata nur 2 mal so lang wie das dritte, dieses und die folgenden Geisselglieder sind bei jenen zwei Arten wenigstens doppelt so lang Avie breit, bei argentata nur sehr wenig länger als breit. Einen, wie mir scheint, zuverlässigen Unterschied gewährt die Behaarung des Hinterleibes, indem die Be- haarung der letzten Segmente bei argentata (cT) schöner d. i. gelb bis roth gefärbt ist, was bei den zwei anderen Arten, die im Gegen- theile sehr oft schwarze Haare tragen, niemals der Fall ist. Auch ist argentata durchschnittlich grösser als idumipes und succincta, welche letztgenannte Art ausserdem im männlichen Geschlechte eine gesägte Fühlergeissel besitzt.

Z>. argentata ist fast ebenso weit verbreitet wie plumipes; die Häufigkeit der Individuen beider Arten jedoch ist sehr ungleich, sie wechselt sowohl nach den Jahren wie nach den Gegenden. In Norddeutschland z. B. scheint plmnipes viel häutiger zu sein als argentata, in Südtirol, Ungarn, der Schweiz u. s. w. scheint argentata häutiger, während sich unter den fünf bis sechs Dutzend Stücken, welche mir aus Armenien vorliegen, nur ein einziges ar- gentata-'^inoli, sonst durchaus plumipes-'^ixicke befinden. In der Bozen er Gegend sammelte ich in zwei aufeinanderfolgenden Sommern neben sehr zahlreichen argentata -'Hnevcw nur wenige plumipes-

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 49

Stücke, das diesen Jahren vorhergehende und nachfolgende Jahr hin- gegen traf ich nicht ein einziges Dasijpoda-ThxQY.

Rnssland, insbesondere häufig im südlichen Theile, Schweden, Deutschland, Frankreich, Schweiz, Oesterreich, Ungarn, Italien, Spanien, Algier, Tunis, Griechenland sammt den Inseln, Egypten, Syrien, Kleinasien, Armenien, Kaukasus, Centralasien und Nord-Indien.

Indem Sehen ck bemerkte, dass die plumipes Panz. identisch sei mit hirtipes, so war seine Bemerkung füi- den Fall richtig, als sie sich auf die hirtipes der meisten und späteren Autoren, nicht aber auf die Fabricius'sche hirtipes (= succincta Linn.) bezog, sowie für den Fall, als er jene plumipes im Auge hatte, welche Panzer im Hefte 46 (1797) seines Werkes „Faunae insect. Germaniae initia" beschrieben hat. Nun aber hat Panzer im Hefte 99 (1809) desselben Werkes neuerdings eine plumipes beschrieben und auch abgebildet, welche eine andere und zwar die von den meisten Autoren unter den Namen plumipes und argentata beschriebene Art ist. In einem späteren Hefte (107) der Faun, insect. Germ endlich hat Panzer eine Farbenvarietät derselben Art unter der Bezeichnung argentata beschrieben und abgebildet. Während er als plumipes ein Thier beschrieb, dessen Rücken rostroth behaart und dessen Hinterbeine mit dunkler Sammelbürste ausgestattet, sind bei seiner argentata der Rücken mitten schwarz, vorne und hinten weiss behaait und deren Hinterbeine mit gelblichen Bürstenhaaren versehen; erstere Form ist die weitaus häutigere. Nachdem nun der Name phimipes bereits vergeben erscheint, so muss diese Art den nächst ältesten Namen argentata führen. Die graeca (cf), welche liCpeletier 1841 in der Histoire naturelle beschrieben hat, ist wohl identisch mit argentata, deren Hinterleib im männlichen Geschlechte so ziemlich durchaus an den letzten Segmenten röthlich behaart ist. Nicht zu verwechseln damit ist die von Lepeletier und Serville bereits 1825 in der Encyclopedie methodique beschriebene graeca, welche ich für identisch mit plumipes halte. D. hraccata, welche Evers- mann 1852 in seiner Fauna hymenopterologica Yolgo-Uralensis (Moskauer Bulletins) aufgestellt, hat, ist, was das Weibchen betrifft, eine argentata, deren Kopf schwarz behaart ist bis auf den roth- haarigen Scheitel, deren Bruststück oben eine schön gelblich rothe, unten eine schwarze, mit mehr oder minder auffallendem Grau ge- mischte Behaarung weist, deren Männchen an den Schenkeln und Schienen der Vorderbeiiije vorne schwarz behaart, während diese bei argentata, wie es Eversmann als einzigen Unterschied hervorhebt,

XXXIV. Heft I. ^

50 A. Schleiteren

weisshaarig sind. Nun kommen aber derartig behaarte Vorderbeine in der That bei argeutata vor, wie ich es z. B. besonders an ungarischen, kaukasisclien und annäherungsweise auch an süd- tirolischen Stücken zu beobachten in der Lage war. Die mir vorgelegenen Stücke, welche Radoszkowsky als hraccata be- schrieben hat, erkannte ich auf den ersten Blick als avijentata. Thomson beschreibt unter dem Namen hraccata ein arijentata- Weibchen, wie es mit der ganz gleichen Färbung gar nicht selten vorkommt, d. i. Kopf vorherrschend blassgelb behaart, Bruststück oben r(')thlich mit in der Mitte eingestreuten schwarzen Haaren, seit- lich und unten weisslich behaart, Beine roth und gegen den Grund hin schwärzlich behaart. Bezüglich des Männchens seiner hraccata lese man am Schlüsse der Beschreibung von Z>. Thonisoni. Baer hat auf Grund der grossen Färbungsveränderlichkeit aus argentata eine ganze Reihe s. g. Arten gemacht („Dasypodae Rossicae in districtu Gubernii Poltavici capta" in den Moskauer Bulletins). Was seine nigrans betriö't, so sollte der zum Theil schwarzhaarige Rücken, wie dies z. B. an südtiroli sehen und ungarischen Stücken oft vorkommt, bezeichnend sein. Die vorherrschend rauchfarbene Be- haarung des Körpers bei dem Männchen kommt zwar selten vor, aber auch Stücke mit dieser Färbung liegen mir vor aus der Gegend von Budapest, so dass ich an der Identität mit argentata nicht den geringsten Zweifel hege. Die Beschreibung seiner thoracica ( $ ) stimmt ganz genau auf die ziemlich häufige Form mit zum Theil schwarz, zum Theil weisslich behaartem Kopfe, rostroth behaartem Rücken und dunkelhaarigen Beinen. Das Weibchen seiner decora scheint Baer auf dem Umstände begründet zu haben, dass der Rücken mitten schwarz behaart, was nicht zum mindesten selten der Fall ist. Das Männchen von decora neigt durch die rauchbraune Behaarung von Kopf und Rücken und durch die dunkelhaarigen Beine zur dunkeln Farbenvarietät, welche er als nigrans beschrieben hat. Baer's Beschreibung von melanopleura stimmt hinsichtlich des weiblichen Geschlechtes auf jene ar^(?w^a^rt-Individuen, deren Be- haarung am Koi)fe, an den Beinen, unten und seitlich am Bruststücke schwarz oder wenigstens dunkel und auf dem Rücken roth ist also eine Ilebergangsfärbung zu jenen Individuen, die bis auf die hellere Endfransc ganz schwarz behaart sind. Wodurch sich das Männchen von melanopleura auszeichnen soll, vermag ich nicht zu ergründen, denn die Beschreibung passt auf eine grosse Zahl der mir vorliegenden Stücke von argentata. Das Weibchen von palleola wurde bereits am Schlüsse der Beschreibung von jylumijyes zu deuten versucht und kann nach dem dort Gesagten ebenso richtig für argentata wie für

die Bienen-Oattung Dasypoda Latr. 51

plataipes gehalten werden; das Männchen von palleola ist zweifellos identisch mit argentata., deren Männchen, eben wie es Baer von palleola beschreibt, auf den vorderen Hinterleibsegmenten weissliche, auf den hinteren Segmenten aber röthliche Wimpernbinden trägt. Wie die Synonjmie von palleola Q. zwischen pluniipes und argentata schwankt, so gilt dasselbe von Baer 's Tscherkoviana. Pas braun- haarige Körperende und die hellen Wimpernbinden des Hinterleibes deuten auf plumipes. Nachdem aber Baer von diesen Binden be- merkt, dass sie mitten unterbrochen seien, so kann er damit auch die oft dicht an einander gereihten borstenartigen und hellen Haare an einem argentata-Stücke gemeint haben. Was die braune End- franse anbelangt, so ist diese allerdings bei argentata ($) meisten- theils rostfarben, zeigt jedoch andrerseits auch eine lebhafte Neigung, sich dunkel bis schwarzbraun zu färben, wie dies ja auch bei discincta der Fall ist.

Von den Rad oszkowsky 'sehen Arten mixta und iirtZica liegen mir die typischen Stücke vor; beide Arten sind identisch mit argentata und weisen eine Färbung ihres Haarkleides, wie sie häufig genug vorkommt. Bei niLvta ( Q ) sind der Kopf gelblich grau und stellen- weise schwarz, der Rücken gelblich grau behaart, mitten mit einge- streuten schwarzen Haaren, Beine mit .rostfarbener und gegen den Grund hin bräunlich schwarzer Behaarung; italica 2 besitzt einen schön rostroth behaarten Rücken und Hinterkopf, während der übrige Kopftheil mit schwarzen, an den Backen leicht gebräunten und im Gesichte zum Theil gelblich grauen Haaren besetzt ist. Das Männ- chen von mixta ist ein grosses graubehaartes, jenes von italica ein ziemlich grosses oben rostroth, unten vorherrschend lichtgrau be- haartes argentata -titück. Rudow's villipes ist ein argentata- Weibchen, welches am Bauche anstatt der durchschnittlich dunkeln d. i. braunen bis schwarzen Haare gelbliche trägt. Ebenso zweifellos ist die villipes Eversmann's identisch mit argentata {Qi)\ bemerkt er ja doch selbst schon von ihr „simillima praecedenti et forsitan nihil nisi ejus varietas"; die vorhergehend beschriebene Art ist aber {plumipes =■) argentata. In demselben Bande (VH) der Stettiner entomologischen Nachrichten, welcher Stein's trefflichen Aufsatz und einen solchen von Rudow über Dasypoda enthält, beschreibt auch DallaTorre eine neue Art rhododactyla Q. an einem einzigen am Monte Baldo gefangenen Stücke, welches vorherrschend schwarz behaart ist, insbesondere am Kopfe, am Bruststück und an den Beinen. Ganz gleich gefärbte <rr/7t'w^rt^a-Weibchen, also solche mit sehr über- wiegend schwarzer Behaarung habe ich in der Gegend von Bozen

nicht zum mindesten selten erbeutet und wohl ebenso liäufig wie jene

4*

52 A. Schletterer:

Stücke mit rostfarbenem bis graulichem Haarkleide oder wie solche, welche den Uebergang von den dunkelhaarigen bis hellbehaarten Formen vermitteln, i)

Fabricius hat in seinen älteren Werken (Spec. Ins., T. I, p. 480, 1781, Mant. Ins., T. I, p. 302, 1787, und Ent. Syst., T. II, p. 32(5, 1793) eine Apis plumij^es Q aus Indien beschrieben, welche hier nicht in Betracht gezogen werden darf, da das beschriebene Thier sicher nicht zur Gattung Dasypoda zu zählen ist. Dies geht auch aus dem Umstände hervor, dass Fabricius selbst in seinem späteren Werke Syst. Piez. 1804 von einer plumip es keine Erwähnung macht und überhaupt nur eine einzige Dasypoda-Art (liirtipes) dort anführt bezw. beschreibt.

Dasypoda Thomson! Schlett. Dasypoda hraccata Thoms.: Hymenopt. Scandinav., T. II,

p. 62, cf (nee $) 1872

cf. Long. corp. L. 16 18 mm. Genae longitudine dimidia flagelli articidi secundi (Tab. I, Fig. 5). Antennae lonrfiorcs q^iam in T). argentata; iiagellum filiforme, articidi ejus tertius et se- quentes crassitie sua sesqui longiores (Tab. I, Fig. 16). Caput villis flavido-canis vel flavo-rufis, in fronte saepe intermiociis villis nigris ohtectum.

i) Das durch seine Lage und bedeutende Ausdehnung auffallende Mittelsegment hat Dalla Torre in seiner Beschreibung von D. rhodo- dactyla ganz unrichtiger Weise mit dem Namen ,, Schildchen" belegt, welehe Bezeichnung weder für das ganze Mittelsegment nocli für einen Theil desselben z. B. den dreieckigen (oberen und zugleich mittleren) Raum zulässig ist. Bekanntlich zerfällt der Rücken in Vorderrücken, Mittelrücken, Schildchen und Hinterrücken (von vielen Autoren ebenso richtig Hinterschildchen genannt), so dass nach hinten also auf den grössten Abschnitt, den Mittelrücken, ein massig grosser, das Schildchen, und auf dieses der kleinste der drei Abschnitte d. i. der Hinterrücken (oder das Hinterschildchen) folgt, während der Vorderrücken, wie es oft und auch bei Dasypoda der Fall ist, vom Mittelrücken bedeckt ist. An den Hinterrücken schliesst sich nun das umfangreiche Mittel- segment, welches jedoch nach Gerstäcker und Brauer nicht mehr zum Bruststück, sondern zum Hiuterleibe zu zählen ist, trotzdem es sich an das Bruststück innig anschliesst, vom folgenden Hinterleibstheile aber dureh einen tiefen Einschnitt gelrennt ist Näheres darüber findet sich in Gerstäcker's Abhandlung ,,Ueber die Gattung Oxyhehis'''' (Giebel's Zeitschrift f. d. gesammt. Naturwissenschaft., Bd. XXX, 1867), in Brauer's Abhandlungen ,,Ucber d. segment mediaire Latr." und „Systematisch-zoologische Studien" (Sitzungsber. Akad. AVissenschaft. in Wien, Bd. LXXXV, 1. Abthlg., 1882, und Bd. XCV, 1. Abthlg., 1885) und in der Einleitung meiner Abhandlung ,,Die Hymenopt. -Gruppe der Evaniidae" (Annalen d, kais.naturhist. Hofmuseums zu Wien, H. IV, 1889),

die Bienen-Gattung Dasypoda Latr. 53

Thorax supra villis flavo canis vel ritßs, suhtus albo-villosus. Sef/mentum mediamini sparse jnmctatum, area ejus mediana tri- angnlaris inconspici(e et temtiter scidpturata atqne sidmitida. Abdomen antice pilis setosis hrevibus, ßavidis vel rvßs, postice pilis longioribns ßavidis vel rufis et immi.vtls nigris, vel omnino nigris atque villorum fasciis albis plus minus consjncuis. Pedes pilis ßavidis vel rufis; pedum posteriorum tihiae intus ante apicein calloso-incrassatae (Tab. T, Fig. 17)

cf. Wangen wie bei argentata selir deutlich entwickelt und ungefähr lialb so lang wie das zweite Geisselglied (Taf. I, Fig. 5). Fühler sichtlich länger als bei argentata und fadenförmig; das dritte und die folgenden Geisseiglieder ungefähr 1,5 mal so lang wie breit (Taf. I, Fig. Iß). Kopf hinter den Nebenaugen seicht und massig dicht, Schläfen ziemlich dicht, hinten deutlich, vorne seicht punktirt und nächst den Netzaugen ganz glatt. Die langzottige Behaarung des Kopfes gelblich grau bis hell röthlich; auf der Stirne sind öfters schwarze Haare eingestreut.

Mittolrüelcen massig grob und fast zerstreut punktirt. Mittel- segment mit deutlichen und zerstreuten Punkten besetzt, dessen mittlerer drcickiger Raum mit seichter, undeutlicher Skulptur und massig glänzend. Behaarung des Bruststückes oben gelblich grau bis rostroth, unten weiss. Hinterleib oben glänzend, unten ziemlich dicht und seicht narbig punktirt und mit gelblichen bis rostrothen. kurzen, borstenartigen Haaren, an dem ersten und den zwei hintersten Segmenten mit längeren gelblichen oder rothen und schwarzen oder auch nur mit schwarzen Haaren bekleidet. Die hinteren Segmente tragen an ihrem Hinterrande mehr oder minder deutliche, weisse Wimpernstreifen. Bauchseite bald mehr, bald minder spärlich behaart, besonders gegen die Mitte hin. Beine gelblich bis roth behaart. Schienen der hintersten Beine vor dem Ende und zwar an der Innen- seite mit einer glänzenden, höckerartigen Auftreibung (Taf I, Fig. 17). Flügel leicht gebräunt.

Z>. Thomsoni schliesst sich in der Länge der Wangen, Körper- gestalt und Art der Behaarung enge an Frieseana und argentata; von Frieseana unterscheidet man sie an der fadenförmigen Fühler- geissel, die bei Frieseana gesägt erscheint, von argentata an der bedeutenderen Länge des dritten Geisseigliedes, welches 1,5 mal so lang wie breit, während es bei argentata nur sehr wenig länger als breit ist. Die ebenfalls sehr ähnliche longigena besitzt glcichge- staltete P'ühler wie Thomsoni, aber bedeutend längere Wangen. Von allen mir bekannten Dasgpoda-Avtcn aber unterscheidet man Thomsoni an der auch dem unbewatt'neten Auge auftauenden höcker-

54 A. Schletterer:

artigen Erhebung, welche die hintersten Schienen am Ilintcrrandc auf der Innenseite zeigen (Taf. I, Fig. 17).

D. Thomsoni scheint, nacli dem mir vorliegenden Materialc zu schliessen, zwar weit und gewiss weiter und allgemeiner verbreitet zu sein, als es die mir bekannten Fundorte angeben, dabei jedoch in sehr geringer Individuenanzahl vorzukommen.

Schweden, Russhnul, Deutschland (Rostock, Schwerin) Ungarn, Albanien, Corfu, Rhodus, Kleinasien (Brussa).

Wie bereits früher erwähnt wurde, hat Thomson unter dem Namen hracrata ein Weibchen beschrieben, welches ich wie die braccata E versmann 's und Radoszkowsky's für identisch mit argentata halte. Alle diese Beschreibungen von braccata enthalten nur Angaben über die Art der Behaarung, welche sehr wohl auf diese und jene Farbenvarietäteii von argentata stimmen. Die Un- haltbarkeit von braccata im weiblichen Geschlechte spricht sich auch in dem Umstände aus, dass mir unter dieser Bezeichnung von ganz verschiedenen Seiten Stücke eingeschickt worden sind, welche durchaus argentata sind, untereinander aber gerade in der Färbung der Behaarung oft sehr verschieden sind, weil eben die Autoren bei vollständiger Vernachlässigung der Angabe von plastischen Merkmalen sich nur mit der Färbung befasst und zugleich sehr verschiedene Farbenvarietäten beschrieben haben. Anders steht es mit Thomson's (nicht aber Eversmann's und Radoszkowsky's) Männchen von braccata, welches jedenfalls eine von argentata verschiedene Art ist und deren bezeichnendes Hauptmerkmal Thomson in klarster Weise anführt niit der Bemerkung: „mas tibiis posticis intus glabris, ante apicem calloso-incrassatis".

Nachdem nun Thomson's Weibchen von braccata und die braccata Eversmann's und Radoszkowsky's als synonym mit argentata zu betrachten sind und der Name braccata somit zu fehlerhaften Verwechslung führen möchte, so erscheint für die Thom- son'sche braccata eine Namensabänderung nothwendig und ich lege dieser Art den Namen des Autors bei, welche dieselbe zuerst be- stimmt charakterisirt hat.

Auf Grund der nahen Verwandscluift von D. Thomsoni und argentata untersuchte ich so eingehend als möglich und wiederholt alle die sehr zahlreichen mir vorgelegenen ar^(?w^rtY«-Weibchen, in der Hoifnung, doch endlich das zu Thomsoni gehörige Weibchen zu finden, aber vergebens. Höchst wahrscheinlich sehen sich die Weib- chen von Thomsoni und argentata sehr ähnlich und mögen die Unterschiede vielleicht sehr minutiöse sein.

die Bienen-Oattung Dasypoda Latr. 55

Dasypoda loiigigena ii. sp.

d". Long. corp. 18 mm. Genae evidenter longiores quam flagell't articulus secundus dimidius {Tnh. I, Fig. 18), Antennae ßliformes; liagelli articidi tertius et sequentes crassHie sna sesqid longiores (.Tab. I, Fig. 19). Ca^nd villis ßaveseenti-alhis, in fronte nigris hnmixtis ohfectum.

Thora.v supra viUls ßavis, suhtus albe villosus. Segmenti mediani arca triangidaris tenmssime densissinieque punctidato, quasi opaca. Abdomen supra villis rtifo-flavis, postice rußs ohtectum et praeterea ciliorum fasciis ßavo-cdbis. Pedes pilis basin versus albidis, in tibiis tarsisque ßavis vel rußs.

cf. Wangen viel länger als bei argcntata d. i. merklich länger als das halbe zweite Geisselglied (Taf. I, Fig. 18). Fühler länger als bei argentata und fadenförmig, das dritte und die folgenden Geisselglieder Lomal so lang wie breit (Taf. L Fig. 19). Kojjf vor und hinter den Nebenaugon mit reingestochenen Punkten massig dicht besetzt. Schläfen seicht, doch deutlich und massig dicht punktirt, Gesicht und Schläfen langzottig weiss, ersteres nach vorne gelblich weiss behaart. Die Stirne ist mit zerstreuten schwarzen Haaren besetzt, der Hinterkopf gelblich behaart.

Der Mittelrücksn ist mit rcingestochenen, massig groben Punkten ziemlich dicht besetzt; Schildchen massig grob runzelig punktirt. Im Allgemeinen ist die Skulptur des Rückens grober als bei argentata. Der mittlere dreieckige Pi-aum des Mittelsegmcnts äusserst fein und dicht punktirt, wie matt und nach oben lederartig runzelig. Die Behaarung des Bruststückes ist oben gelb, unten weiss.

Hinterleib oben matt, zottig rostgelb, an den hintersten Segmenten wie bei argentata röthlich behaart; überdies trägt der Hinterrand aller Segmente dicht anliegende hellgelbe Wimpernbinden. Die Bauch- seite des Hinterleibes ist dicht besetzt mit feinen, gelblichen Härchen uiul trägt ausserdem zerstreute, weissliche Zottenhaare und am Hinter- rande der einzelnen Segmente blassbräunlichc Wimpern; der vorletzte Bauchring ist röthlich behaart Beine gegen den Grund hin weiss, an den Schienen und Füssen gelblich bis röthlich behaart.

D. longigcna sieht der argentata und der Thomsoni zum Verwechseln ähnlich; von beiden unterscheidet mau sie am besten an den sichtlich längeren Wangen, überdies von argentata durch die bedeutendere liänge des dritten und der folgenden Geisselglieder, welche Lomal so lang wie breit, während sie bei argentata nur sehr wenig länger als breit sind. D. Thomsonihdt zwar mit longigena die Fühlergliederlänge gemeinsam, weist aber die besprochene höckerige Auftreibung innen am Ende der Hinterschienen, welche bei longigena

56 A. Schletterer: die Bienen-Gattun<j Dasypoda Latr.

fehlt. Ausser den drei letztbeschriebenen Arten ist nur noch Frie- seatia mit deutlichen Wangen ausgestattet, welche sich von loityigena sofort unterscheiden lässt durch die kürzeren Wangen und durch die gesägte Fühlergeissel.

Es liegt mir von dieser Art ein einziges Stück vor, welches im Besitze des Königl. Nationalmuseums zu Budapest sich betindet,

Kleinasien,

Erklärung der Tafel I.

Fig. 1. Fühler des Weibchens von Dasypoda phanipes.

2. Fadenförmiger, schlankerer Fühler des Männchens von D. pluinipes.

3. Vorder- und Hinterflügel von Dasypoda; im Vordertlügel setzt die Basalader genau an der Mündungsstelle der Me- dialquerader ein.

4. Vorder- und Hinterflügel von Dasypoda; im Vorderflügel setzt die Basalader ausserhalb der Medialader ein.

5. Vorderansicht des Kopfes mit den fast fehlenden Wangen von D. plumipes.

6. Die untersten Fühlerglieder des Männchens von D. plumipes.

7. Hinterbeine von gewöhnlicher Gestalt des Männchens von plumipes, argentata etc.

8. Die untersten Fühlerglieder des Männchens von D. pyrotrichia.

9. Gesägter Fühler des Männcliens von D. succincta.

10. Die untersten Fühlerglieder des Männchens von D. suecincta.

11. Die untersten Fühlerglieder des Männchens von D. discinda.

12. Hinterbeine mit bogenförmig gekrümmtem Schenkel des Männ- chens von D. discincta.

13. Gesägter Fühler des Männchens von D. Frieseana.

14. Vorderansicht des Kopfes mit den deutlichen Wangen von D. argentata.

15. Die untersten Fühlerglieder des Männchens von D. argentata.

16. Die untersten Fühlerglieder des Männchens von D. Thoinsoni.

17. Hinterbeine mit am Ende (innen) höckerig aufgetriebener Schiene des Männchens von D. TJwmsoni.

18. Vorderansicht des Kopfes mit sehr langen Wangen von D. longigena.

19. Die untersten Fühlerglieder des Männchens von D. longigena.

[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXXV. 1890. Heft I.] 57

Afrikanische Fulgoriden,

beschrieben von Dr. F. Kar seh.

Hierzu Tafel H.

Obwohl die folgenden Blätter nichts als die Kennzeichnung einiger noch unbeschriebenen, den afrikanischen Kontinent und seine Inseln bewohnenden Fulgoriden enthalten, so möchten sie doch aus zwei Gründen einiges Interesse beanspruchen: weil sie einerseits die Be- schreibung der ersten afrikanischen Vertreter der wunderlichen Kurybrachydinen, deren absonderlichste Form (\\q G-AÜnw^ Ancyra White bildet, bringen (Taf. II, Fig. 1 3) und weil sie andrerseits den Erweis liefern, dass unsere Kenntniss der afrikanischen Fulgoriden noch in den ersten Anfängen sich befindet.

Unterfamilie E ur y b r a c h y d i n a e.

Faropioxys nov. gen, (Taf. II, Fig. 1 3).

Ocidi suhtiis distinctisshne spinosi. Claviis tegminaia ajjice latuä, apertus, venis duahus clavi paidlo pone medium in unam conjunciis, hac vena cum cori'o confusa. Antennae hrevlssitnae, articulo secundo parvo, subyloboso, oculos vix superante. Tihiae posticae intus laminatim haud extensae, extus normaliter quadri- spinosae. Tegmina apicehi versus subampliata, plus duplo longiora quatn latiora, fere tota reniote reticulata. Alae amplae, tegminibus latiores, area media transversim venosa minus dila- tata. Frons latissima, thorace latior, angidis lateralibus valde productis, scuto strigoso destihda.

Foxocephalae Schaum affine genus.

Diese Gattung, von welcher mir drei grössere Arten vorliegen, gehört in die Gruppe derjenigen F^urybrachydinen, welche bei Stal die Gattungen Eurybrachys Guer., Messena Stal, Thessitus Walk., Loxocephala Schaum und Nesis Stäl enthält. Von Fxirybraehys und Messena durch breitere Hiuterflügel geschieden, von Thessitus

58 F. Karsch:

durch das nicht erheblich erweiterte Mittelfeld der Iliiiterflügel abweichend, steht sie der mir in natura unbekannten indischen Gattung Loxocephala und Nesis am nächsten und ist einer sorg- fältigen Yergleichung mit diesen nocli bedürftig.

I. Alis alhidis, a-pice nigro-fuscis. Capite, thorace, scutello maculis nigris regularibus ornatis. Pedihus anteriorihus nigro- ßavoque variegatis. Rostrum coxas posticas paullo superans.

A. Claims tegminum hasi posticeque irregidariter nigru marginatus, macidis inajoribus niinoribusque croceis signatns; frons fascia hasali transversa nigra nitida, marginem apicalem verticis attingente ornata; macida fusca apicalis alarum margine interno paidlo emarginata.

1. Paropioxys opulentus nov. sp. (Taf. II, Fig. 2.) Virescente-ßavescens, fronte fascia hasali, marginem verticis ge- narumque attingente, vertice maevlis rhiahvs hasalihus, inter se et ab ocidis fere aeque late remotis, thorace macidis quatuor, lineam transversam, subrectam formantibus, scutello inacidis quatuor ar- cum transversum antice valde apertum formantibus, hoc insuper macidis duabus nigris praeapicalibns subindistinctis ornato; an- tennis, spina ocidorum, clypeo rostroque nee non femoribus an- terioribus tarsisque omnibus nigris, tibiis anterioribus nigro- ßavoque variegatis; i^edibus p>osticis rubris; tegminibus ßa- vidis, apice partis diniidiae basalis vitta transversa infus- cata minus distincta notatis, maculis majoribus niinoribusque croceis ornatis, margine costali maculis tribiis elatis nigris, nitentibus, subaeque late remotis, parte tertia apicali maculis ex parte subconßuentibus et arcum formantibus elatis nigris nitidis ornata; clava mcirgine externo fusco-limhato; alis albidis, quarta parte apicali fiisco-brunnea. Q.

Long. corp. 13 mill., exp. tegm. 41 niill.

Ein etwas beschädigtes Exemplar dieser prächtigen Art, in Ma- lange von Herrn Major von Mechow erbeutet, befindet sich im Königlichen Museum für Naturkunde zu Berlin.

B. Claims tegminum maculis elatis nigris nitentibus notatus; frons maculis cluabus hasalibus ■martjinem verticis genarumque attingentibus nigro-nitidis ornata; macula apicalis fusca alarum margine interno rotundato.

2. Paropioxi/s sublimis nov. spec. (Taf. II, Fig. 1.) Ilavus, fronte maculis basalibus lateralibus nigris, marginem apicalem verticis genarumque attingentibus, vertice maculis

afrikanische Fxdgoriden. 59

dtiahus inter se paullo inarfis quam ah ocalis remotis, tho- race macidis quatuor, lineatn transversaiyi subrectaut foi'inan- tibiis, scutello macidis quatuor arxmn antice Jäte apertina fovmantibus ornatis; antcmiis, Spina ocidoritm, clypeo hast nijjris; pedibus anterioribus nigris^ coxis trochanteribnsquc rubris, femoribus margine antico flavo-striatis, tibiis flavo- }nacidatis, pedibus posticis rostroque fusco-ruhrif^; tegminibits ßavis, corio, margine antico maculis quatuor inajoribus, quarta- que parte apicali maculis permidtis, circa 20, ^nargine suturali fere medio macula singida nigra notatis, clavo maculis quatuor nigris nitidis, ducibus subbasalibus geminatis, ornato; alis cdbidis, quarta parte apicali nigra, cf.

Long. corp. 11 mill., exp, tegm, 34 mill.

Ein wohl erhaltenes Exemplar dieser schönen Art, in Malango von Herrn Dr. Max Buchner erbeutet, wird im Königlichen Museum lür Naturkunde in Berlin aufbewahi't.

Durch die dunklen Spitzen ihrer Flügel und die Fleckung ihrer Flügeldecken bilden beide Arten eine abgegrenzte Gruppe gegenüber der folgenden Art; sie unterscheiden sich ausser in Grösse und Zeichnung untereinander noch plastisch durch die Bildung des Kopfes, welcher bei P. ojndentus vorn im Verhältniss deutlich breiter und stumpfer als bei P. sublimis ist.

II. Alae unicolores, albidae, apice vix infuscatae. Caput, tho- rajc, scutellum immaculata. Pedcs anteriores concolores. Rostrum basin coxarum posticaruni haud superans.

3. ParopiOiVys fortunatus nov. si)ec. Laete viridis, alis albidis, abdomine alho-pruinoso, tegminibus maculis miiiimis al- bis sparsis, parte tertia apiccdi maculis raarginalibus 10—12 elatis nigris nitentibus ornatis; oculis fiavidis, nigro-punctatis ; antennis nigris; tarsorum anteriorum articidis duobus basalibus totis, apicali apice nigris, tarsorum posticorum articulis duobus apicalibus nigris. Q..

Long. corp. 16 mill, exp. tegm. 47 mill.

Von dieser herrlichen Art wurde ein tadelloses Exemi)lar auf der Station Bismarckburg im Hinterlande von Togo durch Herrn Premierlieutenant Kling erbeutet.

Metoponitys nov. gen. (Taf. II, P'ig. 3). Oculi subtus Spina distincta destitufi. Clavus tegminum apice clausus, acutiuscidus, venis duabus clavi pone medium in

60 F. Karsch:

unani conjunctis, hac vena cum ^nar/jine comrnissurali conjuncta. Antennae hrevissimae, articulo secundo suhglohoso, oculos haud superante. Tihiae posticae intns lammatim e.vtensae, e.vtus la- minatim awpliatae et normaliter trispinosac. Tegmina apiceni versus senshn angustata, remote reticidata. Alae area nidla dilatata instructae. Frons latissima, angidis lateralihus valde productis , scuto totam fere frontem occupante sirigoso instructo. Oloniae Stal affine genus.

Diese Gattung, welche nur kleinere Arten enthalten möchte, ge- hört in die Gruppe derjenigen Eurybracliydinen, zu welcher Stal die indoaustralischen Gattungen Dardus Stal, Platyhracliys Stal, Olonia Stal und Gedrosia Stäl zusanimcnfasst; von Gedrosia ist sie durch die Form der Stirn, welche erheblich breiter als lang ist, von Dardus durch kurze Fühler, von beiden sowie von Olonia und Platyhrachys durch die innen erweiterten Hinterschienen abweichend. Hauptsächlich wegen dieser, von keiner anderen Eury- brachydine überhaupt mir bekannten Eigenthümlichkeit bleiben auch beide im Folgenden beschriebenen Arten in einer Gattung vereinigt, obwohl die gänzliche Verschiedenheit der Bildung ihrer Hinterflügel eine Trennung derselben in zwei distinkte Gattungen zu verlangen scheint.

Nicht ein Bedenken gegen Aufstellung neuer Gattungsbegriffe da, wo dieselbe von Yortheil für die Systematik ist, sondern weil beide vorliegenden Arten neben dem Besitze erweiterter Hinterschienen einen völlig übereinstimmenden Habitus zeigen und in der doch ge- nerisch wichtigen Bildung der Stirn, welche mit einem grossen, von dem Scheitel durch eine breite Quergrube getrennten Schilde versehen ist, sowie in Färbung und Grösse eine so weitgehende Uebercin- stimmung und so innige Verwandtschaft bekunden, dass eine Trennung derselben in distinkte Gattungen erzwungen ist, rechtfertigt die Ver- einigung beider Arten zu einer natürlichen Gattung.

A. Alae tegminilnis latiores, area anali normali magna, distincte reticulata praeditae.

1. Metoponitys morgeni nov. spec. Ferruglneo-fuscus, nigro-variegatus, veriice ßavo, imnctis 4 fuscis ornato, tegminibus ferrugineis, maculis nigris majorihus minorihusque nee non vitta transversa lata, ante medium late subinterrupta ornatis qiiartaque parte apicali nigra, postice ferriigineo-macidata ; alis nigrican- tibus, basi margineque antico ßavo-ferrugineis. Fronte la- tissima, scuto distincte strigoso, media carina longitudinali ob~

afrikanische Fidgoriden. Gl

soleta instruct((, vertice suhconcaviusculo, thorace uiedio longitu- dinaliter carinato, sciiteUo distincte tricarinato. thorace duplo longiorc. Tegiiiinihus apicem vet'sns senshn angustatis, apice rotund<Uo-suhampU((tis, margine antico ante apicetn evidenter sinuato; alis tegminibus latioribus, hreviorihus. longitudinaliter plicatis, area anali magna praeditis.

Long. corp. 7 mill., exp. tegm. 21,5 mill.

Xiir ein einziges Exemplar dieser merkwürdigen Art befand sich in einer Sendung von Kribi durch Herrn Premierlieutenant Morgen, nach welchem die Art ihren Namen trägt.

B. Alae tegminibus angustiores, area anali angiistissima^ Vena singida longitxidinali instructa, hatid reticid<(ta, rudimen- tari(( praeditae.

2. Metoponitys rudinietitarins nov. spec. (Taf. 11, Fig. 3). Ferrugineo-fuscus^ nigro-variegatus; tegminibus basi ima margineque costali ante medium incipiente late in/uscatis; <dis fuscescentibus, unicoloribus. Fronte latissitna, scuto distincte dense longitudinaliter strigoso, medio carina obsoleta instructa, vertice impressionibus duabus inter se latius quam ab oculis se- Junctis notato. thorace carina tnedia longitudinali postice ab- brci'iat<(, utrinque tubercido distincto j^'i'aedito, scuteUo tricarinato^ carinis lateralibus postice diver qentibus, aj)ice intus curvatis; tegminibus ((picem versus sensim angustatis^ apice subrotundatis, haud ampliatis, margine antico ante apicem haud sinuato; <dis ((ngustis, tegminibus angustioribus, subreniformibxis, area anali rudimentaria, angustissima, vena longitudinali instructa^ haud retictdata.

Long. corp. 7 mill,, exp. tegm. 20,5 mill.

Von dieser Art bewahrt das Königliche Museum für Naturkunde zu Berlin zwei übereinstimmende Exemplare, welche von Herrn Oberstabsarzt Dr. Falkenstein während der Güssfel dt 'sehen Ex- pedition in Chinchoxo erbeutet wurden,

Uiiterfamilie F u 1 g o r i n a e. Die afrikanischen Fulgorinen haben bis jetzt Vertreter aus fol- genden Gattungen gestellt: Pyrops Spin., Homalocephala A. S., Aphana Burm., Polydictya Guer., welche auch asiatische Arten aufweisen, und Cornelia Stäl, Mantosyna Stäl, Belbina Stäl {Pyr- goteles Gerst.), Hypselometopum Stäl, Eddara Walk. {Glagovia Stäl) und Maeonia Stäl, welche ausschliesslich Afrika (mit Einschluss

0-2 F. K((rsch:

Madagaskar's) angehören. Von diesen sind Polydich/a, Cornelid, Hypseiometoimm, Eddara und Maeonüi im Königlichen Museum für Naturkunde zu Berlin noch nicht repräsentirt.

Pyrops Spin.

Pi/rojjs cl((V(dic€2^s nov. spec. (Taf II, Fig. 4). Griseo- ferruginens, capite si(pr<( subtusque, disco thoracis scutelloque nee non pedihus tegminihusque densius, liorion tarnen area cosUdi sparse nigro-conspersis ; processii capitis idrinque i'itta longitudi- noU angiista rid)ra percurrente apice confluentilms^ supra idrin- que vitta angnsta longitndimdi apice evanescente rid>ra ormdo, apice ^drinque nigra nitente; abdomine nigra, segmentis postice late pallide margiwdis; alis infuscatis, area media venis trans- versis destitida areaqne anali hyalina, margine postico <ipice subhyalino. Processus capitis thorace scidelloqxie ad umini dimidio longior, apicem versus sensim angiistatus, apice ipso s\d>clavato-rotundatus. c/ Q .

Long. corp. 22 26 mill., exp. tegm. 36 45 mill . long, processus capitis 9 mill., thoracis cum scutello 6 mill.

Mehrere Exemplare dieser durch den am Ende keulenförmig verdickten Fortsatz des Kopfes und die dunkeln mit hellen Stellen versehenen Hinterflügel ausgezeichneten kleinen Pi/rops-Art bctinden sich, von Herrn Oberstabsarzt Dr. Falken stein in Chinchoxo (Loango) gesammelt, im Königlichen Museum für Naturkunde zu Berlin. Ein einzelnes Exemplar hat Herr J. M. Hilde bran dt in Sansibar erbeutet.

Aphana Burm.

Aphana basiflava nov. spec, (Taf. II, Fig 5). Capite, thorace, scidello viridibus, hoc in margine antico macidis duabns nigris late rem,otis signato; metanoto nigro; abdomine viridi, segmentis superne basi late flava, anticis transverse nigro-striatis ; pedibus rubro-viridibtis, tarsis anterioribus nigris, tarsorum posticorum articido tdtimo nigricante. Teg^ninibus parte dimidi(( basali viridi-flava, margine costali flava, costa ipsa fusco-macu- lata, parte dimidia apic<di late<(, venis viridibus; alis viridi- flavis, prope b((sin strigis diudms subconßucntibus macidisque quatuor, quadrangulum obliqimm form<(ntibus, externa posteriore maoßima, nigris. Tibiis posticis quinquespinosis. $.

Long. corp. 17,5 mill., exp. tegm. 49 mill.

Ein einzelnes Exemplar dieser Fulgorinenart hat Herr Dr. Pogge am Congo erbeutet.

afrikanische Fiilgoriden. 63

Die Art ist von der schöneren Aphana novemmacidaia Dist., welclie das Königliclie Museum für Naturkunde in Berlin in mehreren Exemplaren von Pungo durch Herrn Major Alexander von He- rn oyer besitzt, durch bedeutendere Grösse, den Mangel der schwarzen Flecken des Thorax und die geringere Zahl und abweichende An- ordnung der schwarzen Flecken der Hinterflügcl leicht zu unter- scheiden.

Anecphora nov. gen.

Caput obtusum, pvocessu. destitutuni, %ma cum oculis thoracis basi dimidio anffustius. Frons aeque lata ac lon(/a, marginUms lateralibus basi iKirallelis^ parte dimidia apicali utrinque distinctc rotundatim ampUatis, clypeo vix latiore, disco subplano, im- jyressionibus instructo, carinis distinctis destitido; ch/peus media longitudinaliter carinatus. Vertex ocidis paidlo latior, conca- viusctdus, leviter arcuatus, marginibus antico et j^ostico parallelis, Thorax antice lobo medio rotundatim ^n^oducto, disco idrinque profunde impresso, carina media longitudinali elevata instructiis. Scidelhim thorace jyaullo longius, disco medio planum, carinis duabus lateralibus distinctis, postice abbreviatis et valde divergen- tibus instructum. Tegmina apicem versus setisim paidlo am- pliata, apice rotundata, densissime reticidata, parte tarnen tertia basali venulis transversis subobsoletis instructa. Alae parte di- 7nidia hascdi vemdis transversis destitutae. Tibiae anticae fe- moribus trochanteribusque ad unum piaidlo longiores, piosticae extus quinquespinosae. Rostrum apicem abdominis fere attingens.

Aphatiae Burm. affine genus.

Die Gattung ist Aphana Burm. verwandt, unterscheidet sich aber von ihr durch kürzere, am Cl3-peus verbreiterte, deutlicher liäugskiele entbehrende Stirn, den gänzlichen Mangel eines Stirn- fortsatzes, sowie dadurch, dass die dichte Aderung der Decken weit näher der Basis beginnt; auch ist der Thoraxkiel viel stärker aus- gebildet, als bei den beiden afrikanischen Aphana- Arten; der Mangel eines Stirnfortsatzes bringt sie in die Nachbarschaft der in natura mir unbekannten afrikanischen Gattungen Hypselometojnim, Eddara und Maeonia\ von Maeonia scheidet sie der am Ende offene Clavus der Deckflügel, von Hypselotaetopum und Eddara der längs der Mitte deutlich gekielte Klypeus und die längeren Beine; mit Poly- dictya Guer. kann sie schon wegen des schmäleren Scheitels nicht identisch sein.

Anecphora aurantiaca nov. spec. Capite, scutello jye- dibusquc fusco-viridibus, thorace ßavo, carina percurrente fusca,

64 F, Karseh:

abdomine ruhru, pusiice subinfuscato, tegminibus fusco-testaceis, aurantiat'o-venosis, tej-tia parte basali. macula wajore fvsco- testacea areae costalis excepta, lade flavida; alis laete anran- tiacis. Q .

Long. corp. 18,5 null., exp. tegni. 56 mill.

Das Königliche Museum für Naturkunde zu Berlin erhielt ein Exemplar dieser nicht eben auffälligen Art von Sierra Leona durch die Firma Dr. 0. Staudinger & Bang Haas.

Die Stirn bildet bei vorliegender Art an der Basis mit dem Scheitel einen stumpfen Winkel, zeigt daselbst auf der Mitte einen kurzen sich alsbald gabelnden und auf der Fläche verlierenden Ijängskiel und jederseits am obern Rande zwei flache grubenartige Vertiefungen; der untere grössere und etwas zurücktretende Theil der Stirn ist etwas ausgehöhlt, zeigt auf der Mitte drei flache Längs- eindrücke hart neben einander, deren mittlerer bis zur Spitze geht, und hat fast bis zur Mitte parallele Seitenränder, erweitert sich als- dann mit gerundeten und etwas nach vorn vortretenden Seitenlappen und nimmt, an der Spitze breit ausgeschnitten, den mit scharfen ge- rundeten Seitenrändern versehenen breiten, jederseits der Länge nach grubig vertieften und längs der gewölbten Mitte deutlich gekielten Klypeus auf. Der Hinterleibsrücken ist vom zweiten Segmente an längs der Mitte deutlich gekielt.

Unterfamilie Flatinae. Die Unterfamilie der Fiatinen, aus welcher das Königliche Museum für Naturkunde in Berlin in einzelnen Stücken viele noch unbeschriebene afrikanische Arten besitzt, von denen hier nur einige mitgethcilt werden, bedarf einer gründlichen Revision der Genera.

Ityraea Stäl. Stal hat in den Hemipt. Afr. IV, 1866, p. 235, eine Gattung der Flatiden Ityraea aufgestellt, von welcher meines Wissens bis jetzt noch keine Art beschrieben wurde. Obwohl es nun unwahr- scheinlich ist, dass Stäl diese Gattung auf ein ihm bekanntes Thier afrikanischer Herkunft begründet habe, da dasselbe alsdann zweifelsohne in seinem Werke Aufnahme gefunden hätte, so kann icli doch auf Grund der von Stal für Ityraea angegebenen spär- lichen Merkzeichen „Articulo primo antennarum elongato, . . . . se- cundo primo quadruplo longiore, compresso, utrinque late sulcato" nicht umhin, eine im Königlichen Museum für Naturkunde zu Berlin befindliche Flatine auf Ityraea Stal zu beziehen:

afrikanische Fulgonden. 65

Ityraea wissmanni nov. spec. (Taf. II, Fig. ij). Testaceo- albida, antennarum articulo secundo, tarsorum artiealo ultimo nee non maculis quatuor scutelli quadrangidurn antice angttstius formantihus nigris, tegininilms ßavis, anguste nigro-limhatis, venis nonmdlis strigis discalibus hrevibus pone viedinm ornatis, margine postico clavi late rnhro; alis alhidis.

Long. eorp. 17,5 mill., exp. tegm. 63 mill.

Ein leider an den Hintertiügeln arg beschädigtes Kxemplar dieser prachtvollen Flatine wurde vor acht bis zehn Jahren vom Kaiserlich- deutschen Reichskonimissar Herrn Major von Wissmann dem Mu- seum überwiesen und trägt die Bezeichnung „Oestliches Central- Af r ika".

Fl ata F., Stäl.

Flata crassivenosa nov. spcc. (Tat". II, Fig. 7). Fla- vescens^ tegminibus alisque albidis, Ulis irregtdai'iter crasse den- sissimeque reticulatim fusco-venosis^ granidis conspersis^ area basali ßavo-venosa ; segmentoruni duorum pemdtimorum abdo- minis marginibus posticis Stria laterali nigra ornatis. Fronte valde convexa, carinis destituta, marginibus genarum subam- pliatis; thorace conve.co, hatid granulöse, carina media destitido, lateralibus bene expressis, apice truncato, subemarginato, verticem tegente; scutello carinis lateralibus bene expressis. Tegminibus apice late rotundatis.

Long. cori). 12,5 mill., exp. tegm. 39 mill.

Ein an den HinterHügeln beschädigtes Exemplar vom Congo, durch Herrn Dr. Pogge.

Die Art erinnert habituell auffallend an die Poeciloptera-Arten der neuen Welt, steht jedoch Flata näher; sie unterscheidet sich von Flata tmipunctata und adscendens durch den vorn gestutzten und eines Mittcllängskieles entbehrenden Thorax, worin sie mit Phyl- lyphanta nivea übereinstimmt; von dieser ist sie durch die basal nicht kegelförmig vortretende Stirn und von allen bekannten afrika- nischen Fiatinen durch die auffallend stark entwickelten Adern der Deckflügel verschieden.

Flata yiigritarsis nov. spec. ^ Virescente-ßavescens, Ma- cula majore p)one clavum nee non tibiis anterioribus tarsisque Omnibus nigris; antennis limboque sat lato marginis postici corii pone clavum croceis. Margine genarum frontisq^ie explanato, fronte ipsa subplana. basi paullo tumida, carina media obtusa

XXXV. Heft I. 5

\

66 F. Karsch:

lonffitudifiali, lateralihus nullis insfructa, Ihoracc conve.xo. ajiice .nihemarginato - triincato^ carma uied'ta clefttitnto, laieralUms distinctis instriicto, scutello carinis destifido. TcpmhnJms apirc rotimdatis.

Long. corp. 9 mill., cum tegmiiiibus 15 IG inill.

Eine durch schwarze Schienen der vier Vorderbeine und sciiwai/e Tarsen aller Beine recht auftallende Art mit dichtem Adernetze der Deckflügel; ihren Besitz verdankt das Königliche Museum dem Herrn Major Alexander von Homeyer, welcher fünf Exemplare von Pungo mitgebracht hat.

Jr'araiiutus nov. gen. Antennae hrevissimae, marginem anticiim genarmn hand attingentes. Tibiäe i)osticae apicern versus bisjnnosae. Ocelli magni. Tegmina maanme decumbentia, a basi seiisim ampliata, apice angidis subrectis truncata., venis longitudincdibus subrcctis. vi/v curvatis instructa, parte fere dbnidia basali venidis trans- versis destituta, dimidia apicali venidis transversis remotis, serie praeapicali singida exccpta, irregidaribus instructa; area costalis membrana costae paullo latlor, apicem versus venis transversis distinctis instructa, basi granidis conspersa; clavus venidis trans- versis destitutus. Caput truncaium, fronte plana, snbaeque longa. ac lata,, basi lata, apicem versus sensim dilatata, marginibus genarmn vix ampliatis. Thorax magnus, disco piano, fere aeqiie longo ac lato, apice producto, antice truncato, vertlcem planum tegente; latera thoracis carina transversa distinctissima instructa.

Paranotus trivirgatus nov. spec. Virescente albido- ftavescens, fronte lateritio-ßavo, vittis tribus longitudinalibus glau- cis per thoracis discum atque scutellum continuatis, plus minus bene distinctis ornato-, margine apicali tegndnum anguste fusco- limbato.

Long. corp. 4,5 5 mill., cum tegmiuibus is mill.

Diese durch den grossen Thorax auffallende kleine Flatine besitzt zahlreiche Körnchen auf den Flügeldecken, nicht nur auf dem Hinter- theile des Klavus, sondern auch im Kostalfelde, namentlich an der Basis und längs dem Vorderrande, sowie auf der Basis der Kostal- membran.

Das Königliche Museum für Naturkunde zu Berlin bewahrt ein wohlerhaltenes Exemplar vom Senegal durch Bucjuet und zwei beschädigte Stücke von Sansibar durch J. M. Hildebrandt.

afrikanische Fidgoriden. 67

üuryprosthiiis nov. gen.

Antennae hrevissimae , »largineia anticuia t/enaruni haud nttingente. Tihiae postieae apicem versus bispinosae. Tegmina maopime decumbentia, angnstiora, pone medium sensim parnni arnpUata, apice rotundata, disco corii basi granidis consperso, parte dirnidia apicali venidis transuersis, serie praeapicali sin- gida excepta, sitbirregidaribus sat remotis instructa, area costali clavoque intus vemdis transversis destitutis. Caput una cum flctdis thorace latiiis. Frons latissima, mtdto latior quam longior, suhplana, disco carina media longitudinali carinisque lateralibus supra et subtus semicircxdariter transverse conjunctis instructa. Ocidi valde prominentes. Ocelli distincti. Thorax brevis. Scu- tcllum valde convexum, apice promimdwa.

Ormenidi Stul affine genus.

JEury pr 0 sthius latifrons nov. spec. Virescente albido- ßavescens, antennis croceis, tegminihtis margine apicali nee non postico pone clavum anguste fusco-limbatis. Fronte pattflo con- vexa, medio latisslma, apicem versus sensim angustata, margi- nibiis geiiarum rotundato-curvatis, parum promimdis.

Long. corp. 5,5 mill., cum tegminibus 8,5 mill.

Zwei gut eiiialtene Exemplare dieser durch breite Stirn und sehr kurzen Thorax aus,ifezeichneten Art besitzt das Königliche Mu- seum für Naturkunde in Berlin von Süd-Central-Madagaskar durch J. M. Hildebrandt.

Phae dolus nov. gen. Afitennae brevissimae, genarum marginem haud superanies. Tibiae postieae apicem versus bispinosae. Tegmina decumbentia. medio latissima. apicem versus subangustata^ marginibus costali et externo conjunctim rotundatis, postico subrecto, ayigido postico rotimdato] venis omnibus longitudinalibus corii simpliciter fur- catis, venis transversis vix anastomosantibus instructa; area costali clavoque intus vemdis transversis instructis; areolis per- midtis tegmiuum grauido singulo instructis. Caput latum, una cwn oculis thorace aequilatum., fronte lata., basi rotundata, apicem versus sensim angustata, carina longitudinali media percurrente instrxicta, marginibus genarum vix ampliatis. Thorax dorso subplano, basi emarginato, apice rotundata, verticem angustissi- mum antice carina transversa limitatum haud tegens. Scutellum

68 F. Karsch'.

sulco longitudinali medio carinisque latet^cdibus suhparaüelis in- structum.

Eine durch kurze, gewölbte, nach dem Ende nicht erweiterte, stark gekörnelte, von nur einfach gegabelten Längsadern und wenigen Queradern durchzogene Deckflügel ausgezeichnete Gattung.

Phaedolus quadrijjunctatas nov. spec. Virescente jla- vescens, vertice ptincto medio nigro, thorace puncto hasali medio nigra, scidello puncto laterali tdrinque juxta carinam lateralem posito ornatis; alis albidis.

Long. corp. 5 mill., cum tcgminibus G,5 mill.

Zahlreiche, völlig übereinstimmende Exemplare dieser durch vier schwarze Punkte auf dem liückcn des Vordcileibes. deren drei hintere ein vorn spitzes Dreieck bilden, höchst autfallende zierliche kleine Flatine besitzt das Königliche Museum für Naturkunde in Berlin von Süd-, Central- und West-Madagaskar durch den der P^ntomologie zu früh entrissenen Reisenden J. M. Ilildebrandt.

An der Basis der Stirn dicht vor dem Scheitelkiel zeigt die vorliegende Art zwei weit getrennte grübchenartige Eindrücke, welche durch eine mehr oder weniger deutliche Querfurche mit einander verbunden sind.

haiois StäL

Latois bicoloripes nov. spec. PaUldissime testaceo- ßavescens, carina frontali semicirctdari subhasali. tibiis ante- rioribus, basi ima excepta, nigris, limbo angustissimo tegminum marginis e.vterni fusco.

Long. corp. 5,5 mill., cum tegminibus 8,5 mill.

Diese von der Latois antica (Sign.) durch ihre Färbung auf- fallend abweichende, sonst mit ihr übereinstimmende Art bewahrt in zwei übereinstimmenden Exemplaren von West-Madagaskar, durch J, M. Hildebrandt erbeutet, das Königliche Museum für Naturkunde in Berlin.

Conop roöLhiuü nov. gen. Antemtae brevissimae, marginem anticum genarum. haud superantes. Tibiae posticae apicem versus nnispinosae. Ocelli maßni. Tegmina maxime decunibentia, apicem versus sensim ampliata, apice rotundato-truncata, clavo intus nee non area costali corii densc reticulatis. Frons basi conico-producta, parte

afrikanische Fulgoriden. 69

dimidia apicali marfjinilms genarimi rotundatim ampliatis di- lalata. Tliora.v apice subtrnncatns, disco obsolete tricarinato, i'crticeni tegentc.

Die Gattung zeigt habituelle Aehnlichkeit mit Phyllyphanta A.-S., welche ich gegen StäTs Ansicht für von Flata verschieden erachte, während ich die von Stal aufgestellte neue Xvt nigropundata bei Vorhandensein ihrer Zwischcnform von nivea Sign, nicht spezitisch zu scheiden vermag; sie besitzt jedoch nur einen Dorn an der Aussenseite der Hinterschienen und die an der Spitze mit stark ver- breiterten Wangenrändern versehene Stirn zeichnet sie vor allen be- kannten Gattungen aus.

Conoprosthius limhipunetatus nov. spec. Vireseente ßavescens^ macida parva pone apicem clavi puncüsque seriatis in imo margine externo posticoque corii positis fuscis. Tegndnwa apir.is truncatae angulo antico rotundato, postico subacuto, corlo ferc toto densissime irregnlariter vemdoso.

Long. corp. 8 mill., cum tegminibus 12 mill.

Die zierliche Art stammt von Pungo durch Herrn Major Alexander von Homeyer; sie zeichnet sich durch ein das ganze Korium mit Ausnahme der Kostalraembran einnehmendes, durchaus dichtes Adernetz der Deckflügel aus.

Aulopliorus nov. gen. Antennae brevissimae, marginem anticum genarum haiul attingentes. Tibiae posticae apicem versus unispinosae. Ocelli distincü. Tegmina inaxime decionbentia, ante medium amplissl- ma, dein marginibus jMrallelis, apice angulis rotundatis latc truncata, area costali reticidata, clavo venis transversis destituto. Frons late producta, apice truncata, subtus declivis, et supra et subtus cum thorace scuteUoque medio per totam longitudinem ex- cavato-impressa. G-enae antice rotundatae.

Durch die Bildung des Kopfes erinnert diese Gattung an die mir in natura unbekannte Gattung Phlebopterum Stäl; bei dieser sind jedoch nach Stäl die Hinterschienen aussen nach dem Ende zu mit zwei Dornen bewehrt, sind Thorax und Skutellum konvex, und ist der Klavus zwischen der Naht und der äusseren Längsader von Queradern durchsetzt.

Aulophorus canalicalatus nov. spec. Virescente fla- vescens, seta antennarum nigra, corii margine imo libero, tegmi-

70 F. Kar seh: afrikanische Fulgot^iden.

num capitis thoracisque laterihus nee non femoribus alisque alhidis. Tegminihus jxirte dimidia hasali venidls transccrsis paucis instructa^ parte dimidia apicali disco corii dense irregu- lariter retieidata.

Long. corp. G mill., cum tegniinibus 8,6 mill.

Diese durch vortretenden vorn quer gestutzten Kopf ausgezeich- nete, mit einer über Kopf, Thorax und Schildcheii hiufenden Mittel- längsrinne versehene absonderliche sehr zierliche Art besitzt das Königliche Museum für Naturkunde zu Berlin in leider nur einem, aber wohlerhaltenen Exemplare, von Frau Rosa Monteiro gesam- melt, von der Delagoabai.

Erklärung der Tafel II.

Figur 1. Paropioxys sublimis, pag. 58, Yergrösserung 17>, la. Ge- sicht, Ib. Stirn von vorn gesehen.

2. Faropioxys optdentus^ pag 58. Vergr. IV», 2a. Kopf, 2b. Stirn von vorn gesehen.

3. Metoponitys rudimentarius, pag. 59. Vergr. 'A, oa. Kupf, 3b. Stirn von vorn gesehen.

4. Pyrops elavatieeps $, pag. G2. Natürliche Grösse.

5. Aphana basißava, pag. Natürliche Grösse.

6. Ityraea wissmanni, pag. 65. Natürliche Grösse.

7. Flata crassivenosa, pag. 65. Yergrösserung Vf*.

[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXXV. 1890. Heft LI 71

Beiträge zur Kenntniss der Lepidopteren-Fauna des Amurlandes

von

Louis Graeser

IV.

Die sämmtliclien, nachstehend aufgeführten Arten wurden Herrn Rudolph Tancre in Anklani aus den verschiedenen Plätzen des Aniurlandes eingesandt und hetinden sich, sowie namentlich auch die Üriginalexemplare der hier beschriebenen neuen Arten in dessen Sanindung; sie haben sämnitlich Herrn Hugo Christoph in St. Petersburg zur Vergleichung und Bestimmung vorgelegen.

Hamburg, den 30. Juni 1890.

9Ö5. Parnassius Felderi Brem, nov. ab. $ Ätrata.

Felderi ist eine sehr stark zum Variiren geneigte Art. Die Be- schreibung, welche Bremer seinerzeit lieferte, wurde nach den beiden, wohl sicher weiblichen Stücken entworfen, welche Rad de im Bureja-Gebirge gefangen hatte, das cf war damals vermuthlich noch nicht aufgefunden und wurde erst im Jahre I87(i von Christoph gesammelt. Die Art scheint auffallender Welse nur in einer be- scln-cänkten Lokalität, in der Nähe von Raddefka am Amur vorzu- kommen, wo sie in feuchten, von Bächen durchflossenen Thälern fliegt. Die Raupe wird wie die von F. Fversmanni Men., Mnemosyne L. lind Stid)hendorßi Men. auf Corydalis-Arten leben.

Während der letzten Jahre wurde Felderi in grösserer Anzahl an Herrn Tancre eingesandt und dürfte kaum an einer anderen Stelle so reichlich vertreten sein, als in der mir vorgelegenen Samm- lung desselben, weshalb icli mir erlaube, die Art etwas eingehender zu besprechen.

Flügelspannung ^ GO 79 mm.

Die gewöhnlichste Form des c/ trägt im Hinterflügel drei schwarze Flecke, von denen einer am Vorderrande, einer zwischen Rippe 4 und 5 und der dritte, ])indenartig verlängerte am Innenrande nahe

72 L. Graeser: Beiträr/e zur Kenntniss

dem Afterwinkel steht. Ziemlich selten sind die beiden ersten Flecke, zuweilen auch nur der dem Vorderrando zunächst stehende derselben, roth gekernt. Daneben giebt es nber c/, bei denen der Fleck in der Flügelmitte ganz fehlt, die Flecke am Vorder- und Innenrande kaum angedeutet sind; solche Stücke gleichen, abgesehen von der gelben Behaarung des Körpers, sehr grossen cfcf von Stubbendovßi Meu., zumal bei solchen Stücken die glasigen Binden der Vorderflügel zu- weilen nur ganz schwach angedeutet sind oder gtänzlich fehlen und die Unterseite der Hinterflügel keine Spur von Roth aufweist, während gewöhnlich bei beiden Geschlechtern die Flecke der Hinterflügcl auf der Unterseite einen weissen, rothuinzogenen Kern tragen.

Die Mehrzahl der Q Q hat ebenfalls auf der Oberseite der Hinterflügel nur schwarze Flecke, von denen nur zuweilen der am Vorderrande und der in der Flügelmitte stehende, selten (wie bei Bremer 's Abbildung) auch der am Afterwinkel stehende, längliche Fleck roth gekernt sind; der letztere ist meist, auch bei den nicht rothgekernten Stücken, mit dem in der Flügelmitte stehenden Flecke zu einer Binde zusammengeflossen. Manche $ P sehen den c/cf fast völlig gleich, da hei ihnen die glasigen Binden der Vorderflügel nur unvollständig vorhanden sind, stets aber haben die $ 9 im Hinter- flügel eine deutliche, schwarze Zackenbinde vor dem Saume, welche nur bei einem der zahlreichen mir vorgelegenen c/cs^ schwach ange- deutet ist, bei allen übrigen c/</ aber gänzlich fehlt. Auch haben alle mir vorgelegenen Q 9 auf der Unterseite der Hinterflügel zwei bis drei rothe Basalflecke.

Einzelne 9 9 in Herrn Tancre's Sammlung haben ein so auf- fallendes Ausseh-en, dass ich sie hier als ab. Atrata beschreiben will ; dieselben sind fast einfarbig schwarz, im Vorderflügel stehen nur wenige, etwas gelblich bestäubte Flecke in der Vorderrandshälfte des Flügels und eine Reihe ebensolcher Flecke im Saumfelde. Die Hiiiter- flügel sind nur in der Wurzelhälfte, vom Vorderrande bis in die Mittelzelle schwach gelblich bestäubt. Die drei Flecke der Hintcr- flügel sind bei diesen Stücken sämmtlich roth gekernt. Atrata erinnert in ihrem Aussehen an P. Delphins Ev. ab. Stii,€ Stgr.

956. Lasiocainpa Segregata Butl. = Oeona Segregata Butl.

Lep. Heteroc. in the (>oll of Brit. Mus. II. \). '10, PI. XXVI, fig. 6, 7. Sic wurde mehrfach von Raddefka eingesandt,

957. Pygaera Troglodyta n. sp.

6 cfo' dieser neuen Art wurden auf der Halbinsel Sidemi, süd- lich von Wladiwostock gesammelt.

der Iji'puloi>tt'rei{-I'\(i(n(i des Amurlandes. 73

Flügelspannung ~ 23 mm.

Sie lässt sich mit keiner mir bekannten Art vergleichen, dürfte aber hinsichtlich ihres Baues und der Form ihrer Flügel am passend- sten hinter der viel grösseren P. Timonides Brem. einzuordnen sein.

Vorderflügel breitdreieckig, mit stark vortretendem, nicht wie bei den meisten Arten abgerundetem Vorderwinkel und sehr schräg zum Innenwinkel verlaufendem, etwas nach aussen gebogenem, schwach gewelltem Saum, welcher aber hinterm Vordorwinkel nicht einge- buchtet ist (was bei Timonides der Fall). Saum der Hintcrflügcl wie bei dieser Art am Afterwinkel etwas vortretend.

Grundfarbe des Vordorflügels hell rothbraun; Wurzelfcld fast einfarbig: bei J/-^ des Vorderi'andes beginnt ein feiner grauer Quer- streif, welcher erst etwas nach aussen gebogen, bei Rippe "2 nach innen gebrochen, dann von Rippe 1 an wieder nach aussen gerichtet ist und den Iinienrand bei i/j berührt. Etwa bei -'/s des Vorderrandes beginnt ein zweiter, aber sehr unregelmässiger, nach innen gewellter Querstreif, welcher gewöhnlich, zumal in der Flügelmitte, aus kleinen wcissgelben Halbmonden besteht und bei ^h den Innenrand trifft. Im Saumfelde steht eine schwarze, gewellte Querlinie. In der Vordcr- randshälftc des Mittelfeldes steht ein schwarzer Punkt; vom inncrn Querstreifen geht unterhalb der Mittelzelle ein breiter, graubrauner Längswisch bis an die schwarze Wellenlinie des Saumfeldes, welcher nach aussen allmälig verbreitert, hier den Raum zwischen den Rippen 2 bis 4 ausfüllt. Ferner steht im Mittelfelde, dicht hinterm Innern Querstreif und zwischen Rippe 2 und dem Innenrande, ein mehr oder w^eniger deutliches, graues Dreieck, dessen Basis auf dem Innern Querstreife ruht und dessen Spitze etwa bis in die Mitte des Mittel- feldes reicht. Das Saumfeld trägt einen, vom äussern Querstreif bis zum Saume reichenden, hell braungelben Längsstrahl, welcher den Raum zwischen Rippe 4 und 5 bedeckt und von der weit dunkleren Grundfarbe scharf absticht. Saumwärts der Wellenlinie ist das Feld von Rii)pe 5 bis zum Vorderwinkel graubraun beschattet. Rippen im Saumfelde schwarzbraun; Franzcn dunkelbraun, zwischen den Rippen in ihrer äusseren Hälfte weisslich.

Hintcrflügcl dunkel rauchgrau, am Afterwinkel mit grossem, runden, hell braunrothem Fleck. Franzen grau, vom Vorderwinkel bis vor den Afterwinkel mit weissem Aussentheil.

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorder- und Aussen- rande bräunlich und wie auf der Oberseite, im Saumfelde mit deut- lichem, hier aber graugelben Längsstrahl zwischen Rippe- 4 und 5. Hinterflügel hellgrau, am Afterwinkel mit schwärzlichem Schattenfleck. Alle Flügel mit dicker, schwarzgrauer Querbindc, welche jedoch im Vorderflügel nur in der Vt)rderrandshälfte deutlich sichtbar ist.

74 Li. Graeser: Beiträge zur Kenntniss

Das erste Beinpaar, die bis zur Si)itzc stark gekämmten Fühler, Kopf, Thorax und Oberseite des Hinterleibes dunkel rauchgrau ; Unterseite des letzteren, sowie die Brust und die zwei hinteren Bein- paare hellgrau; Hinterleib mit langem, dunkel braungrauem After- büschel.

958. Acronyctii Ligustri Fabr. Ein auffallend schönes Q von 43 mm. Flügelspannung wurde in Sidemi gefangen. Bei demselben sind die Flügel langgestreckter, der Vorderwinkel des Vorderflügels mehr vorgezogen, als bei den mir vorliegenden europäischen Stücken.

9ö9. Acronycta Praeclara n. sp.

In Sidemi wurden 1 c/, 3 Q Q , bei Raddefka 1 Q dieser schönen und ansehnlichen neuen Art gefangen.

Flügelspannung des c/ = 42 mm., die der Q Q = 40—44 mm.

Sie steht der A. Ligustri Fabr. nahe und dürfte mit dieser in das neuerdings von Snellen aufgestellte Genus Craniophora einzu- ordnen sein.

Flügel sehr gross; Vorderflügel etwas breiter dreieckig als bei Ligustri; Saum der Hinterflügel in der Vorderrandshälfte etwas ausgezogen.

Färbung der Vorderflügel hell violettgrau mit scharf abstechenden, aus Schwarz und Olivengrün bestehenden Zeichnungen. Die beiden Querstreifen bestehen aus je zwei gewellten, mehr oder weniger deut- lichen, schwarzen Linien. Der innere Querstreif beginnt bei i/3 des Vorderrandes und trifft den Innenrnnd etwas vor der Mitte desselben; der äussere verläuft wie bei Ligustri. Im Wurzelfelde ist die helle Grundfarbe, namentlich in der Innenrandshälfte. zum grossen Theil mit schwarzen und olivengrünen Flecken bedeckt; auf dem Innen- rande steht ein deutlicher, aus goldgelben Schuppen gebildeter Fleck, ganz wie dies bei A. Strigosa Fabr. der Fall ist. Im Mittelfelde steht eine breite, aus Olivengrün und Schwarz zusammengesetzte Schattenquerbinde, Avelche nach dem Innenrande zu den äusseren Theil des Mittelfeldes fast ganz bedeckt. Hierdurch entsteht, ähnlich wie bei A. Ahn L. und Ligustri F., zwischen der Nierenmakel und dem äusseren Querstreife ein grosser, heller, länglichrunder Fleck, welcher aber bei Prueclara grösser und weniger scharf abgegrenzt ist, als bei diesen beiden Arten und hinter der Nierenmakel mehr oder weniger olivengrün beschattet wird. Von der Fliigehvurzel geht zwischen Rippe 1 und 2 ein breiter, dunkelgrünlicher Längswisch fast bis an die Schattenbinde des Mittelfeldes. Die grosse, deutliche Ringmakel steht im hellen Grunde diolit vor der Schattenbinde, sie

der Lepidopteren- Fauna des Aninrlandes. 75

ist schwarz umzogen, mit grossem oliventirünem Kern, Die ebenfalls grünliche Nierenmakel ist undeutlicher, nicht vollständig umzogen und steht in der Schattenbinde, sie trägt in ihren, dem Vorder- und Innenrandc zugekehrten Seiten, einige helle, rothgrauo Schuppen. Im Saumfolde steht dicht neben dem äusseren Querstreifen ein oliven- grünes Querband, wodurch nur ein schmaler Streifen der violettgrauen Grundfarbe vor dem Saume sichtbar bleibt: von diesem grünen Bande ziehen sich zwei schwarze Längswische zum Saume, der eine zwischen Rippe 5 und 6, der andere bei Rii>pe 2. Der Saum trägt unregcl- mässige, schwarze Randmonde, Franzen an den Rippen gelblichweiss, zwischen denselben grauschwarz,

Hinterflügel rauchgrau, beim (f etwas heller, mit schwach von der Unterseite durchscheinender Bogenlinie, Franzen wie die der Vorderflügel, doch sind hier die hellen Theile mehr gelbgrau,

Unterseite wie bei Ligustri, doch steht am Vorderrande der Hinterflügel, etwas wurzelwärts des Mittelmondes, ein schwarzer Wisch, welcher vom Vorderrande bis an die Subcostalis reicht; auch ist die Bogenlinie von Rippe 2 bis 4 flach gebrochen und zwischen Rippe Ib und 2 fleckartig verbreitert.

Fühler braungrau; Palpen hellgrau, vorn mit breitem, schwarzem Fleck; Kopf hellgrau, zwischen den Fühlern mit schwarzem Quer- streif; Thorax hell röthlichgrau, olivengrün und schwärzlich gemischt, Hinterleib gelblichgrau, oben mit schwarzen Haarschöpfen; Brust und Beine gelblichgrau, letztere gefleckt; Füsse schwarz geringelt,

9b'0. Brachyxanthia Peculiaris Butl.

Lepid, Heteroc. in the Coli, of Brit. Mus, H, p. 31, PI, XXX, flg. 11. Ein 5 von 27 mm, Flügelspannung wurde bei Raddefka gefangen. Das Thier hat grosse Neigung zum Oeligwerden und dürfte viel besser in die Nähe von Hydroecla und Gortyna. zu stellen sein, als zur Familie Orthoslidae, zu welcher Butler das von ihm aufgestellte Genus Brachy.vanthia rechnet,

961. Leacania Riparia Rbr.

Ein cf dieser, bisher nur aus Süd-P^uropa (Italien, Frankreich und Spanien) bekannten Art, wurde von Sidemi eingesandt, Flügelspannung = 38 mm,

962. Calymnia Penicillata n. sp.

Ein frisches d" dieser neuen Art wurde am 3. August lö87 bei Raddefka gefangen,

Flügelspannung -- 27 nun.

76 jL. Graeser: Beiträtje zur Kenntniss

Hinsichtlich der Flügclfonii und Zeichnung gehört sie in die Nähe von Diffinis L., unterscheidet sich aher von ihr, und allen mir bekannten Arten, durch zwei lange, hraungelbe Haarpinsel, welche an den Seiten des Hinterleibes stehen und durch ihre helle Färbung von den Hinterflügeln scharf abstechen. Dieselben entspringen aus den Seiten des ersten Hinterleibsringes und haben fast die Länge des lunenrandes der Hinterflügel, sie laufen zuerst mit diesem parallel, sind aber dann nach aussen und etwas nach oben gebogen. Avodurch sie ziemlich weit in den Hinterflügel hineinrngen und den Afterwinkel derselben nicht berühren. Das Vorhandensein dieser ganz eigen- thümlichen Haarpinsel wird es nöthig machen, für Penicillata ein eigenes Genus aufzustellen, obwohl die Herren Dr. Staudinger und H. Christoph, denen das fragliche Stück seinerzeit zur Bestimmung vorgelegen hat, dasselbe für eine neue Oali/mnia- Art erklärten.

Grundfarbe der Vorderflügel dunkel grauviolett. Der erste Quer- streif entspringt etwa bei V^ des Vorderrandes und geht, sehr schräg nach aussen gerichtet, aber nicht gebogen, in die Mitte des Innen- randes, der äussere verläuft genau wie bei Diffinis. Beide Quer- streifen bestehen aus je einer feinen, hell rothgrauen Linie, neben welcher im Mittelfelde eine feine, schwarze Linie hinläuft. Der äussere Querstreif ist am Vorderrande zu einem langen, weissen Flecke verdickt, welcher jedoch viel schmäler ist als bei Diffinis und in einem grossen, bis in die Mitte des Flügels reichenden, dunkelbraunen Flecke steht; von diesem Flecke geht eine dunkle Schattenlinie zum Innenrande, welchen sie etwa in der Mitte zwischen den beiden Querstreifen berührt; die Makeln fehlen. Der innere Querstreif trägt am Vorderrande einige weissliche Schuppen, ist aber nicht wie bei Diffinis zu einem grossen, weissen Flecke erweitert. Am Vorderwinkel steht ein sehr kleiner und darunter ein grösserer, länglicher, schwarzer Fleck. Franzen dunkelgrau.

Hinterflügel einfarbig, dunkel rauchgrau; Franzen hellergrau mit dunkler Theilungslinie.

Unterseite hellgrau, röthlich angehaucht, die Vorderflügel in der Mitte rauchgrau verdunkelt, am Vorderrande ist der weisse Fleck der Oberseite angedeutet. Ilinterflügel mit ziemlich deut- licher Bogenlinie und feinem, schwarzem Mittelpunkt; Franzen röth- lichgrau.

Augen nackt; Fühler braun; Kopf, Thorax und die langen, stark aufsteigenden Palpen dunkel graubraun; Hinterleib dunkel rauch- grau, mit ziemlich langem, gelblich gemischtem Afterbüschel; Brust und Beine hellgrau.

der Lepidopteren-Fanna des Amurlandes. 77

96^. Plusia Sica ii. sp.

Das einzige mir vuiliegeudc, gut orhalteiie Stück ( 9 ), wurde am oO. Juli LSSG bei Raddefka .uctangcn.

Flügelspannung ^ 82 mm.

Sie dürfte am passendsten bei M.oneta F. und Aurata Stgr. i) einzureihen sein, obgleich sie weit dunkler als beide gefärbt ist und eine ziemlich abweichende Flügelform hat; Yorderwinkel spitzer als bei diesen Arten vorgezogen, der Saum bei Rippe 4 etwas vortretend (ähnlich wie es bei Deva {Pliisia) Splendida Butl. Lepid, Heteroc. in the Coli, of Brit. Mus. III, p. 23, PI. XL VI, fig. 8 und bei P. Intracta Stgr. Stett. entom. Zeit. iSSö, p. 262 der Fall ist).

Vordertlügel dunkler goldglänzend als bei Moneta und Aurata, im Wurzelfelde und in der Innenrandshälfte des Flügels rothviolett gefleckt. Der innere bräunliche Querstreif ist nur in der Innenrands- hälfte deutlich sichtbar und hier etwas nach aussen gebogen. Der doppelte äussere, ebenfalls undeutliche Querstreif beginnt bei -J/-' des Yorderrandes, bildet von da bis Ripi)e 5, dann von Rippe 5 bis 2 je einen flachen Bogen nach aussen, ist zwischen 1 und 2 stark nach innen gebogen und geht dann schräg in den Innenrand, welchen er etwa bei -V-i berührt; die Makeln fehlen. Im Mittelfelde steht ein etwas verwaschener, hell goldglänzender, sehr schräg gegen den Innen- winkel gerichteter Längswisch, welcher an seinem, dem Innenwinkel zugekehrten Ende in eine dolchartige Spitze ausläuft. Im Saumfelde beginnt nahe dem Vorderwinkel ein schwärzlicher Querschatten, welcher bis zu Rippe 2 reicht und von Rippe 5 bis 2 dicht an den äusseren Querstreif gerückt ist. Am Vorderrande des Saumfeldes stehen bläuliche Schuppen und am Innenwinkel ein ziemlich grosser, rothvioletter Fleck. Am Saume findet sich eine dicke, braunschwarze Limballinie. Franzen hell grauröthlich mit undeutlicher, brauner Theilungslinie.

Hinterflügcl dunkel rauchgrau, zur Wurzel allmälig heller werdend; Franzen hellgrau, undeutlich dunkler getheilt.

Unterseite graugelb; die Vorderflügel in der Mitte rauchgrau verdunkelt; Hinterflügel mit zwei sehr undeutlichen, braunen Quer- streifen, ohne Mittelpunkt.

Die aufwärts gerichteten, sehr langen Palpen, sowie alle übrigen Körpertheile, sind wie bei Moneta gebildet. Palpen hellgelb, das

1) Herr Tancre erhielt 3 c/c/, 2 P Q von Plusia Aurata Stgr. (Sfett. entom. Zeit. 1888, p. 260) aus Raddefka und einige Stücke von PL Adscripta Stgr. und Intracta Stgr. (ebenda, p. 261, 262) vom Ussuri, wodurch icli Gelegenheit hatte, dieselben mit dieser neuen Art zu vergleichen.

78 />. Graeser: Beiträge zitr Kenntnis^

liiiiyo Kiidgiicd schwärzlich bcsti-eut; Halskragen und Thorax hellgelb, röthlich urau bestreut; das erste Beinpaar braungrau, röthlich ge- mischt; die übrigen Beine hell graugclb, tlunkler bestront: Brust und Hinterleib hell graugelb.

964. PseudojjJiia 'Tarnjuaa n. sp.

Von dieser recht auffallenden neuen Art liegt mir nur ein frisches, bei Raddefka gefangenes Q. vor.

Flügelspannung ~ 40 nun.

Vorderflügel langgestreckt, schmäler als bei den übrigen Arten; Hinterflügel breit, abgerundet; der Saum aller Flügel gewellt.

(Irundfarbe der fast zeichnungslosen Vorderflügel chokolatenbraun. mit sehr vereinzelten, schwarzen Schuppen bestreut; Querstreifen fehlen gänzlich, da wenige, etwas heller gefärbte Schuppen hinter der Nierenmakel kaum als Andeutungen eines äusseren Querstreifes auf- zufassen sind; nahe der Wurzel steht ein schwarzer Punkt, ein eben- solcher kleinerer Punkt findet sich an Stelle der Ringmakel, dagegen ist die Nierenmakel sehr gross, deutlich schwarz umzogen. Das Saumfeld trägt vom Innenrande bis zur Flügelmitte eine unvoll- kommene, braune Wellenlinie, in welcher zwischen Rippe 2 und 3 ein kleiner, weisser Fleck steht; der Innenwinkel ist blaugrau be- streut; vor dem Saume steht eine Reihe kleiner, undeutlicher, schwarzer Querstriche und neben jedem derselben saumwärts, einige blaugraue Schuppen. Franzen schwarzgrau.

Ilinterflügcl schwarz; in der Innenrandshälfte steht ein grosser, nahe der Wurzel beginnender, nach dem Saume zu verbreiterter, hochgelber Fleck, welcher jedoch weder den Innenrand noch den Saum berührt, und in der Mitte mit schwarzgrauen Haaren bedeckt ist; hinter diesem Flecke steht am Saume selbst ein kleiner, dreieckiger Fleck, welcher mit den gelben Franzen zusammenfliesst; ferner trägt der Hinterflügel zwei hochgelbe, kreisrunde Flecke, von denen der grössere etwa in der Flügclmitte, der kleinere nahe dem Saume bei Rippe 2 steht. Alle diese Flecke heben sich sehr scharf von der schwarzen Fläche des Flügels ab. Behaarung des Innenrandes und die Franzen goldgelb, letztere am Vorder- und Afterwinkel, sowie bei Rippe 2 und 3 grau verdunkelt.

Die gelbe Unterseite erinnert an die mancher CV^^otv^^^-Arteii. Im Vorderflügel stehen hinter der Mitte zwei breite, schwarze Quer- binden, welche aber den grau bestäubten Vorder- und den gelben Innenrand nicht berühren; die innere dieser Binden sendet in der Mitte einen schwarzen Längswisch in die Wurzel; saumwärts der äusseren Binde ist der Flügel grau bestäubt. Franzen graugelb mit

der Lepidopteren-Fmma des Amurlandes. 79

scliWcärzliclien Spitzen. Hinterflügel am Vorderrancle breit grau be- stäubt, mit sehr grossem, schwarzem, uierenförmigem Mittehnoiid und breiter, scliwarzer Kandbinde, welche einen stumpfen Zacken gegen den Mittelmond richtet und in welcher am Saume die beiden gelben Flecke des Saumfeldes der Oberseite sichtbar sind. Franzen wie auf der Oberseite.

Palpen lang und sehr weit vorstehend, bis zur kräftigen Spitze des stark nach unten gerichteten Endgliedes dicht, nach unten schneidig beschuppt, sie, sowie der Kopf, der dicke Halskragcn und Thorax sind braungrau; Fühler borstenförmig, grau; Brust und Unter- seite des Hinterleibes bleich graugelb; Beine gelbgrau, schwärzlich bestreut; Mittel- und Hinterschienen mit zwei Paar Sporen. Auf der Oberseite des Plinterleibes sind die ersten sechs Ringe grauschwarz, der erste Ring mit grauer, die übrigen mit hochgelber p]infassung; das letzte sehr lange Glied gelb, an der Spitze grau gemischt, mit breiter, schwarzer Querbinde.

Wegen der sehr grossen, an das Genus Calpe erinnernden Palpen und des eigenthümlich gefärbten Hinterleibes, dürfte die Art bei Psendophia kaum einzuordnen sein und wohl ziemlich sicher in irgend ein anderes Genus, welches bisher im palaearktischen Faunen- gebiete keine Vertreter aufzuweisen hatte, gehören; da mir jedoch die Noctuen der anderen Faunengebiete nur sehr unvollständig be- kannt sind, habe ich die Art vorläufig hier untergebracht.

U6Ö. Toxocamp a JLupina n. sp.

Ein cf wurde bei Raddefka gefangen, dasselbe ist leider etwas abgeflogen, namentlich ist der Thorax stark abgerieben, es lässt sich aber trotzdem noch gut beschreiben. Mit T. Maanma Brem., unter denen das Stück bisher in Herrn T an er e 's Sammlung steckte, hat es, abgesehen von seiner autfallenden Grösse, sehr wenig Aehnlichkeit.

Flügelspannung "= 51 mm.

Färbung der Vorderflügel einfarbig, hell gelbraun, vor dem Saume röthlichgrau angeflogen. Her ganze Flügel spärlich mit ein- zelnen schwarzen Schuppen bestreut, welche vor dem Saume etwas dichter stehen und hier unregelmässige, kleine Flecke und Querstrichel bilden. Die Querstreifen fehlen ganz; am Vorderrande steht nahe der Wurzel ein kleiner, schwarzer Punkt und bei )/^ des Vorder- randes ein etwas grösserer, schwarzer Fleck; ein länglicher, brauner Schattenfleck mit eingestreuten, schwarzen Schuppen findet sich in der Mitte des Vorderrandes. Die wie bei den übrigen Arten sehr scharf abstechende, schwarze Nicrenmakel ist länglich; sie wird nicht wie bei Maccima durch die scharf abstechend gelb gefärbten Rippen

80 L. Oraeser: Beiträge zur Kenntniss

in verschiedene kleine Thcilc /ersclmitten, ilucli stellen dicht nehcn ihr, dem Saume zu, drei kleine, schwarze Flecken, von denen je einer zwischen den Kippen o— 4, 4—5 und (j— 7 steht. Nahe dem Saume, zwischen den Rippen (i his s steht ein grösseroi-. undeutlich begrenzter, scliwarzer Fleck.

IlinterHügcl hell rauchgrau mit breiter, verwaschener, dunkel- grauer Randbjnde.

Franzen aller Flügel gelblich, die der YorderÜügel hellgi-au gemischt.

Unterseite gclblichgrau, alle Flügel vor dem Saume mit breiter, aber sehr undeutlicher, dunkler Schattenbinde.

Fühler des cf bewimpert, mit 2 stärkeren Bürsten an jedem Gliede; Stirn und Palpen gelbbraun, letztere mit ziemlich langem Endgliede; Hinterkopf und Halskragen schart abstechend braun- schwarz; diese Färbung bildet zwischen den Fühlern einen kleinen Vorsprung in die helle Stirn und wird hier von einem schmalen Streifen weissgelber Haare eingefasst; Thorax hell graugelb behaart und soweit das an dem abgeriebenen Stücke ersichtlich, stark mit Schuppen gemischt; Hinterleib lehmgelb, an den Seiten büschelig behaart; Brust und Beine gelblich und grau gemischt.

.96*6*. Toxocariipa Craccae Fabr. Ein Q von Raddefka.

.967. Toxocampa Limosa Tr. nov. var. Nigricostata.

Diese konstante Lokalform wurde mehrfach am Ussuri gefangen.

Flügelspanilung = 32 35 mm.

Die Vorderflügel sind vom Vorderrande bis in die Mittelzelle sowie im Saumfelde schwärzlich verdunkelt; die innere Hälfte des Flügels dagegen etwas heller gefärbt als bei europäischen Stücken, wodurch die dunklen Partien des Flügels stark hervortreten. Die Hinterflügel tragen eine deutliche, breite, dunkel rauchgraue Randbinde.

Auch die Form der Vorderflügel weicht bei dieser Varietät recht auffallend ab; diese sind schmäler, langgestreckter, mit stärker vor- gezogenem Vorderwinkel als bei Limosa, wodurch es fraglich er- scheint, ob Nigricostata wirklich nur Lokalform dieser Art ist.

968. Pangrayta Suaveola Stgr. Stettiner entom. Zeit. 1888, p. 281. Ein (/ wurde von Raddefka eingesandt; ich fing eine kleine Anzahl von Stücken Mitte Juli bei Chabarofka. Herr Dr. Staudinger erhielt sie nur aus dem südlicheren Theile des Amurlandes.

der Lepidopteren- Fauna des Amurlandes. 81

ifb'9. Thalera Chlorosaria n. sp.

Herr Tancre erhielt zwei cfcf' aus Raddefka und ein Q vom Ussnri: ich sammelte sie einzeln bei Chabarofka und Wladiwostock: eine/ erhielt ich durch Herrn Zimmermann aus Blagoweschtschensk.

Flügelspannung des cf ~ 28—31 mm., die des Q. 35 mm.

Sie hat also etwa die Grösse der ihr nahe stehenden T. Fim- hrialis Sc. unterscheidet sich aber zunächst durch ihre sehr helle, bleichgrüne Färbung von dieser sowohl, als von der viel kleineren T. Ritfolimharia Hedemann (Beitrag zur Lepid.- Fauna d. Amur- landes, in Horae Societ. Entom. Rossicae, XIV, PI. III, fig. 5).

Flügelform wie bei Fimbrialis, der Saum der Hinterflügel wie bei dieser auf Ripi)c 4 in eine scharfe Spitze ausgezogen.

Färbung bleich lauchgrün, etwa wie bei ganz frischen Stücken von lodis Putata L. Alle Flügel schwach seidenartig glänzend, Yorderflügel mit zwei, Ilinterflügel mit einem weissen Querstreifen: dieselben verlaufen ähnlich wie bei Fhnbrialis, sind aber bei Chloro- saria breiter, bandartiger, aber in der weit helleren Grundfarbe weniger scharf hervortretend. Alle Flügel tragen einen länglichen, mehr oder weniger deutlichen, dunkler grünen Mittelpunkt. Franzen an den Rippen scharf abstechend, braunroth, zwischen denselben glänzend gelblichweiss. Auf der Unterseite sind die Vorderflügel etwas dunkler grün; alle Flügel hier mit einer ziemlich deutlichen, weissen Qucrlinie.

Stirn. Kehle und die sehr kurzen Palpen braunroth; Fühler gelblichweiss, beim cf niit langen, beim Q mit kürzeren, gelbgrauen Kammzähnen; Hintcrkoi)f und Thorax weiss, bei manchen Stücken gelblich, bei anderen grünlich angeflogen; Hinterleib gelblichweiss; Schenkel und Schienen der beiden vorderen Beinpaare an der Vorder- und Innenseite braunroth, im übrigen wie das letzte Beinpaar bleich- gelb; Brust weiss behaart.

Im zweiten Theile meiner Arbeit (Band XXXII (1888), p. 387 dieser Zeitschrift) führte ich diese Art als helle Form von Fim- hrialis Sc. auf; erst nähere Untersuchungen führten mich zu der Ueberzeuguiig, es mit einer neuen Art zu thun zu haben, zumal auch Herr Christoph, dem ich die Art zur Ansicht einsandte, mir die- selbe als neu und jedenfalls noch unbeschrieben bezeichnete.

,970 J'rapteryx Luieiceps Felder und Rogenhofer, Reise der Novara, PI. CXXII. Ein cf wurde bei Raddefka gefangen, Flügelspannung = 43 mm.

XXXV. Heft I. 6

82 L. Graeser: Beitrag e zur Kenntniss

971. JEpione Jjxaridaria u. sp.

Ein frisches 9, welches auch von Herrn Dr. Standinger für eine neue Art erklärt wurde, erhielt Herr Tancre aus Raddefka.

Flügelspannung = 28 nun.

Yorderwinkcl des Yorderflügels etwas vortretend; der Saum aller Flügel stark gewellt, in der Mitte rundlich vorgezogen, am Hinter- flügel ohne die bei den meisten Arten vorhandene Einbuchtung.

Grundfarbe graugelb. Die ganze Fläche der Flügel mit grünlicji- grauen Querstricheln bestreut. Die Vorderflügel mit zwei, die Hinter - flügel mit einem fast geraden, ziemlich dicken, gelbbraunen Quer- streifen. Der innere derselben beginnt etwas vor der Mitte des Vorderrandes, ist bis Rippe G etwas nach aussen gebrochen und geht dann kaum nach aussen gebogen in den Innonrand, welchen er etwa bei i/'i trittt; der äussere Querstreif beginnt bei ■•h des Vorderrandes und geht fast gerade, nur von Rippe 1 bis 3 kaum merklich einge- bogen, etwas hinter der Mitte in den Iniicnrand. Wurzehvärts des inneren Querstreifes steht eine feine und saumwärts des äusseren eine breitere blaugrauc Linie. Das zwischen den Querstreifen gele- gene schmale Mittelfeld ist weniger mit grau bestreut und erscheint daher etwas heller, dasselbe findet auch beim Wurzelfelde des Hinter- flügels statt. Der Querstreif des Hinterflügcls trifft mit dem äusseren Querstreif des Vorderflügels zusammen, auch hier steht saumwärts neben demselben eine blaugraue Linie, er durchschneidet den Hinter- flügel etwas vor der Mitte. Im Saumfeldc aller Flügel steht eine ziemlich breite, aber sehr undeutliche, helle Quer binde. Franzen graugelb, an den Rippen etwas verdunkelt.

Unterseite goldgelb mit graubraunen Punkten bestreut; die Quer- streifen der Oberseite erscheinen hier als unregelmässige, graubraune Linien; dicht hinterm äusseren Querstreife des Vorderflügels steht eine ziemlich breite, blaugrauc Binde. Der ünterflügel trägt in der Mitte des Saumfcldes eine feine, etwas nach aussen gebogene, dunkle Querlinic.

Pall)en kurz, gelblich; lvo2)f graubraun; Stirn und die borsten - förmigen Fühler weissgelb; Thorax und Hinterleib graugelb; Unter- seite des letzteren und der After etwas lebhafter gelb gefärbt; Rnine gelblichbraun.

972. Uoarinia Cratmcätruiata Chr. nov. ab. Uiscreparata.

In Herrn TancrcVs Sammlung stecken 2 c/cf, das eine von Sidemi, das andere von Raddefka herstammend, welche von Crasse- sirigata so verschieden sind, dass man sie fast für eigne Art halten könnte, wenn dieses abweichende Aussehen nicht lediglich durch die ganz andere Färbung der Flügel hervorgerufen würde.

der Lepidopteren-Faima des Amurlandes, 83

Die Grundfarbe aller Flügel ist hellaschgrau (bei der Stammform rothgrau); die Binden und übrigen Zeichnungen sind schwarzgrau (bei der Stammform rotlibraun). Das von Sidemi herstammende c/ hat eine etwas dunkler graue Grundfarbe, wodurch die Zeichnungen etwas undeutlicher werden und weniger scharf begrenzt erscheinen, als bei dem Stücke aus Raddefka, bei dem die Zeichnungen schärfer und sehr viel deutlicher hervortreten, als bei der Stammart.

973. Boarmia iJinctaria Schilf, ab. Consimilaria Dup.

Ein Q von Sidemi.

974. Boartnia Phantotnaria n. sp.

Das einzige mir vorliegende cf wurde bei Raddefka gefangen.

Flügelspannung ^ 45 mm.

Sie steht der Tendinosaria Brem.i) nahe, unterscheidet sich aber sofort durch die auffallend eintönige, sehr dunkel rauchgraue Färbung des ganzen Thieres und den hellen Fleck im Saumfelde des Vorderflügels.

Der Yorderflügel ist abgerundeter, nach dem Vorderwinkel hin viel weniger langgestreckt als bei Tendinosaria. und trägt wie bei dieser zwei schwarze Querstreifen; der innere derselben beginnt bei ]/• des Vorderrandes, bildet einen kleinen Bogen nach aussen und geht dann sehr schräg nach innen gerichtet in den Innenrand, wel- chen er nahe der Wurzel trifft. Der äussere Querstreif ist nicht wie bei Tendinosaria gewellt und sendet nicht wie bei dieser auf den Rippen kleine, scliwarze Spitzen in das Saumfeld. Er beginnt etwas hinterm zweiten Drittel des Vorderrandes, geht bis Rippe 5 sehr schräg nach aussen, ist dann zwischen Rippe 4 und 5 wieder nach innen gerichtet und geht nun sehr schräg zum Innenrand, welchen er etwa in der Mitte trifft; der in das Saumfeld gerichtete Zacken ist grösser und viel weiter vortretend als bei Tendinosaria. Beide Querstreifen beginnen am Vorden'andc sehr fein und undeutlich und werden nach innen allmälig breiter. Nahe dem Saume steht zwischen Rippe 3 und 4 ein ziemlich grosser, rundlicher, weissgrauer Fleck, welcher sich von der Grundfarbe scharf abhebt.

1) Meine in Band XXXII (1888), p. 4UU dieser Zeitöciirift geäusserte Ansicht, dass Tendinosaria keine Amphidasis, sondern eine ächte Boarmia sei, finde ich jetzt, wo mir in der Sammlung des Herrn Tanore drei cfcf vorgelegen haben, vollständig bestätigt; dieselben haben auf der Unterseite der Vorderflügel nahe der Wurzel eine deutliche, flache Grube, welcher Umstand ja allgemein als Kennzeichen der zu Boarmia gehörigen Arten gilt.

6*

ft4 L. Graeser: Lepidopteven- Fauna des Anmrlandes.

Im Hiiiterflügel steht ein schwarzer (^uerstreif, welcher aber nur etwa von Rippe 5 bis zum Innenrande deutlich sichtbar und nicht gewellt ist, auch steht er dem Saume näher als bei Tendinosaria: der bei dieser vorhandene schwarze Mittelpunkt fehlt bei Phanto- maria gänzlich. Am Innenrande ist der Anfang eines zweiten (inneren) Querstreifes durch wenige, schwarze Schujjpen angedeutet.

Der kaum gewellte Saum aller Flügel trägt zwischen den Rippen längliche, schwärzliche Flecke. Franzen wie die Flügel gefärbt, doch heller gemischt.

Unterseite dunkel rauchgrau; Vorderrand der Vordertlügel gelblich und schwarz gefleckt. (Die bei Tendinosaria vorhandene, auf der Unterseite aller Flügel sehr deutliche, schwarze Querlinie (Bogenlinie) fehlt bei Phantomaria gänzlich.) Alle Flügel mit kaum sichtbarem, schwärzlichem Mittelpunkt. Vorderflügel nahe der Wurzel mit flacher Grube.

Fühler des c/ dunkelgrau, kammzähnig. an der Spitze sägezähnig. wie bei Rohoraria gebildet. Kopf und Thorax rauchgrau; Stirn vor den Fühlern mit weissem Querstrich: Hinterleib dunkel braungrau, an der Wurzel mit einer schwarzen und einer grauweissen Querbinde; Brust und Beine rauchgrau.

97ö. Bu'palus Piniarius L.

Das einzige mir bis jetzt aus dem Amurlande bekannt gewordene Stück (c/), wurde bei Raddefka gefangen und hat ein von europäischen Stücken so abweichendes Aussehen, dass ich dasselbe hier kurz be- schreiben will.

Alle Flügel sind weiss, an den Vorder- und Aussenrändorn ziem- lich breit dunkelgrau angelegt; die bei den europäischen Stücken vorhandenen Zeichnungen fehlen gänzlich, so dass der grössere übrige Theil der Flügel weiss bleibt, mit ganz vereinzelten, grauen Schuppen bestreut ist und von den dunkelgrauen Ripi)en durchzogen wird. Auf den Hinterflügeln scheinen die beiden, auf der Unterseite vorhandenen, schwarzbraunen Querbinden deutlich durch.

Flügelspannung = 35 mm.

Vermuthlich haben wir es hier nur mit einer immerhin recht auffallenden Aberration zu tliun.